Slesvigland Geschichte

Højer (Hoyer) – Geschichten im Grenzland

Højer (Hoyer) in Dänemark, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land
Højer (Hoyer) in Dänemark, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land
Die Geschichte von Højer lässt sich bins ins Jahr 1231 zurück verfolgen. Zunächst schrieb man das anfänglich kleine Bauerndorf „Høthær“. Die Nordseeküste sah zu jener Zeit ja noch ganz anders aus und Sturmfluten brachten immer wieder auch schlimme Katastrophen ins Land. So musste man die benachbarte Kleinstadt Tønder (Tondern) besser schützen und baute um das Jahr 1556 um sie herum einen Deich. Hatte Tønder bislang einen eigenen Hafen,  war dieser nun durch den Deich von der See abgeschnitten. Ein neuer Hafen musste her. 

Das war die Chance für Højer. Das kleine Bauerndorf bekam auf einmal einen Seehafen und wurde Marktflecken. Maritimer Handel siedelte sich an. Doch der Krieg zwischen Preußen und der Großmacht Dänemark veränderte mit der entscheidenden Schlacht 1864 in Dybol alles. Højer ging an Schleswig bzw. an Preußen. Und Dänemark stand auf einmal ohne einen Hafen an der Nordseeküste da. Sie bauten einen neuen Hafen im nördlich gelegenen Esbjerg.

Schon früh entwickelte sich der Bäderbetrieb auf der Nachbarinsel Sylt, sodass man bereits ab 1892 die Bäderbahn von Altona bis an die Højer Schleuse in Betrieb nehmen konnte. Zuvor brachten Pferdekutschen die Menschen hierher.  Mit dem Raddampfer, bei dem der Kapitän noch ohne geschlossene Brücke das Schiff steuerte, ging es ausschließlich bei Tageslicht hinüber zur Insel. Ebbe und Flut machten Nachtfahrten trotz Leuchttürmen zu riskant.

Nun folgte die Abstimmung über den neuen Grenzverlauf ab 1920 und die Menschen, die hier lebten, entschieden sich, zurück ins dänische Königreich zu wollen. Die neue Grenze verläuft so ab 1920 nun acht Kilometer südlich des Hafens.

Doch eine Verbindung nach Sylt gab es von Deutschland aus nicht, einen Damm als feste Querung hatte man zwar schon 1910 ins Auge gefasst, doch erst bis 1927 als Hindenburgdamm verwirklicht.

So wurden also die deutschen Züge der Bäderbahn für die etwa acht Kilometer lange fahrt durch den Zoll in Dänemark verblombt.

Nun entstand im Jahr 1980 ein neuer, vorgelagerter Deich mit einer neuen Schleuse. Dadurch wurde der Seehafen aufgegeben. Geblieben ist ein großes Lagerhaus hinter der alten Schleuse mit einem beschaulichen Sportboothafen.

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