Norden Gotland

Gotland entdecken | Villa Muramaris

Da müssen den Besitzern Tränen in den Augen gestanden haben, als sie am 18. Januar 2013 gegen sieben Uhr der Anruf auf dem Festland ereilte. Sofort nahmen sie das Flugzeug nach Visby und sahen schon von weitem die Rauchsäule ihrer geliebten historischen Villa Muramaris. Unersetzbare Bilder und Skulpturen gingen in den Flammen auf.

In der Folge wurden drei  Männer ermittelt, vondenen man zweien wohl Raub und Diebstahl nachweisen konnte, vorsätzliche Brandtsiftung aber konnte nicht bewiesen werden.

Der schwedische Kunsthistoriker Johnny Roosval und seiner Frau, der Bildhauerin, Malerin und Komponistin Ellen Roosval von Hallwyl zwischen 1915 und 1917 erbaut. Hatten sie doch zuvor ihre Urlaube in den gemieteten Sommerhäusern Gotlands verbracht, schufen sie sich nun ihr eigenes Domizil, was sie auch selbst entwarfen. So bricht diese Villa mit den üblichen Konventionen, vielmehr brachten die Eheleute ihre eigene Kreativität in diesem einzigartigen Gebäude und seiner 22 Hektar großen Anlage.

Dabei ließen sie sich inspirieren von den Villen San Michelle und Axel Munde auf Capri. So wurden mediterane Elemente mit der regionalen Gothik des Mittelalters im Einklang gebracht. Aus einem großzügigen Wohnhaus entwickelte sich die Planung zu einer außergewöhnlichen Residenz, die zusammen mit ihren umfangreichen Außenanlagen im Wechselspiel zur Umgebung stehen.

Die Inneräume waren aufwendig verziert, ein großer Sandsteinkamin wurde zum zentralen Blickfang im Wohnzimmer. Die Anordnung der Fenster unterlag keiner äußerlich erkennbaren Struktur, allein die Funktion des entsprechenden Zimmers bestimmte die Position der Fenster.

Der Garten wurde parkähnlich angelegt, es gab ein Teehaus und einen kleinen Golfplatz, eine Sauna udn natürlich ein Studio. Zahlreiche Skulpturen und ein weißer Mamorbrunnen zierten die Außenanlagen.

Die Anlage ist bis auf weiteres leider nicht geöffnet. Sobald wir neue Informationen haben, werden wir diese Angaben aktualisieren.

Genau 35 Jahre lang lebte das Künstlerpaar hier, dann wechselten die Besitzer. Zuletzt wurde das Gebäude mit seiner Anlage 1995 an die Augenärztin Birgitta Amér verkauft, die es ihren Vorstellungen nach umgestalten lies. Dann kam eben das Feuer und hinterließ einen komplett zerstörtes Haus.

Und doch ließ sich Familie Amér nicht abbringen, das Haus wieder aufzubauen und irgendwie zu dem zu machen, was es vorher war. Das gerade einmal fünf Kilometer nördlich von Visby gelegene Anwesen bietet heute neben einem wunderschönen Garten auch ein kleines verwunschenes Café und fünf schlichte Hütten, die als Übernachtungsplätze gebucht werden können. Wenn man sich hier auch heute noch ein wenig wie in einem italienischen Barockgarten fühlt, dann steht das durchaus mit dem mediteranen Flair der Insel im Einklang. Da feht eigentlich nur noch der gute Rotwein aus dem nördlichsten Anbaugebiet Europas, aus dem Süden Gotlands.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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