Norden Gotland

Gotland entdecken | Väskinde

Etwa 10 Kilometer nördlich von der Inselhauptstadt Visby liegt das kleine und beschauliche Väskinde mit seinen etwa 340 Einwohnern. Die Küste ist felsig und der Blick fällt weit über das Meer. Väskinde ist eine ehemalige Landgemeinde und so etwas wie ein Zentralort (tätort). Man gewöhnt sich schnell an die kleinen Dörfer, die durchaus eine Infrastruktur haben. In diesem Fall, wen wundert es, gehört eine Kirche dazu. Aber auch ein Vandrahem (Wanderheim) und das Künstlerhaus Brucebo.

Das Künstlerhaus

Im heutigen Künstlerhaus wohnte ab 1900 das Künslerpaar Carolina Benedicks-Bruce und William Blair Bruce. Caroline (1865 – 1935) war Bildhauerin, sie konnte sich mit dem Tod ihres Vaters frei entfalten, denn die damit verbundene Erbschaft schenkte ihr finanzielle Unabhängigkeit.

Ihr Mann, William Blair Bruce (1859 – 1906), stammt aus Kanada und war Maler und gehörte zu den frühen kanadischen Impressionisten. Die beiden trafen sich in Frankreich, velobten sich in Kanada und ließen sich ab 1900 eben auch auf Gotland nieder. Seit 2012 ist nun ihr Zuhause zu einem Künstlermuseum geworden.

Die Kirche Väskinde

Gäbe es auf Gotland nicht schon so viele schöne Kirchen, sie würde als solche bestimmt auffallen. Leider haben Kirchen ja heute zunehmend mehr Bedeutung in ihrer Schönheit oder Besonderheit als in dem, was sie eigentlich sind- nämlich ein Gotteshaus. Aber gerade in unserer betriebsamen Zeit bieten diese offenen Kirchen Gelegenheit, einfach einmal zu verweilen, denn Alltag draußen zu lassen und in sich hineninzuhorchen, zu schweigen, zu beten.

Die Kirche in Väskinde fällt auf durch den etwas gedrungen wirkenden Kirchturm, dem nach Osten hin das rechteckige Langhaus mit abschließendem geraden Chor folgt. Die Kirche entstand zunächst im 12. Jahrhundert ohne den Chor und hatte zum Abschluss eine Absis. Im 13. Jahrhundert erweiterte man das Gotteshaus dann um den Turm und den Chor, ließ aber Teile der Apis am breiteren Langhaus. Sie sind heute noch zu sehen.

Vermutlich war der Turm einst höher, heute beginnt die achteckeige Turmspitze mit ihren Schalllöchern wenig über dem First des Langbaus. Zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert entstanden Kalkmalereien in damit verbundenen unterschiedlichen Zeitabschnitten, die einst übertüncht, wurden im Zuge der Restaurierung im Jahr 1953 wieder sichtbar gemacht.

Der Bildstein

Nahe der Kirche hat man einen Bildstein entdeckt, der wohl 400 bis 600 Jahre nach Christi Geburt gestaltet wurde. Auf ihm finden sich Runenzeichen wie ein Wirbelradmotiv, welches als Vorläufer  der Swastika eingeordnet und auch als Sonnensymbol gedeutet wird. Die Swastika wurde später abgewandelt auch als mittlerweile verbotenes NS-Symbol missbraucht.

Das Wanderheim (Vandrahem) Väskinde

Dtwas außerhalb des kleinen Dorfes, nicht zu verfehlen, führt die schmale Straße durch die Wildblumenwiesen mit ihren blauen Kornblumen und roten Mohnblumen. Ein kleines weißes Holzhaus mit blauen Sprossenfenstern wartet auf seine Gäste. Die kleine Veranda ist der ideale Platz, den Tag hinter sich zu lassen, über das endlose Grün bis zum Wasser zu schauen und einfach sein zu dürfen. Pläne schmieden für den nächsten Tag, ein Glas Wein oder Wasser genießen und seine müden Glieder hochlegen, schöner kann ein bescheidener Ort kaum sein. Nur 10 Kilometer nördlich von Visby gelegen ist es zudem ein schöner Ausgangspunkt, entspannt in die Stadt zu kommen und das Umland Visbys neu zu entdecken. Familienfreundliche Preise und ein familiäres Umfeld zeigen, wie schön es sein kann, sich hier zuhause zu fühlen. Das Vandrahem Väskinde befindet sich in der Bogegatan 25.

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