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Gotland entdecken | Kirche (Kyrka) Othem

Kirchen auf Gotland, Kirche zu Othem | © weites.land
Kirchen auf Gotland, Kirche zu Othem | © weites.land

Die Kirche Othem gehört zu den vielen Kirchen auf Gotland und hat eine Entstehungsgeschichte, die bis ins Ende des 12. Jahrhundert zurück geht. Denn an ihrer Stelle muss es vorher noch eine Kirche gegeben haben, deren Turm in das neue Gotteshaus übernommen wurde.

Anfang des 13. Jahrhunderts bekam die alte Kirche einen Turm, doch schon wenige Jahre später baute man eben diese, wie wir sie heute sehen. Und die liegt eingerahmt auf einem parkähnlichen Grundstück und ist irgendwie der Mittelpunkt des kleinen und halb verstreuten Dorfes.

Entspannt ruhig ist es hier, ein paar kleine Häuser umgeben das Gotteshaus und man fragt sich, woher die Gottesdienstbesucher zahlenmäßig denn herkommen sollen. Wünschen tue ich es mir bei jeder Kirche, dass sie voll wird, auch, wenn es heute wohl ein „frommer Wunsch“ ist.

Strahlend weiß schaut der Turm zwischen den Baumalleen hervor und es macht Freude, sich dieser Kirche langsam an diesem heißen und sonnigen Tag zu Fuß zu nähern.

Architektonisch ist diese Kirche in Gothem schon eine echte Besonderheit, von außen fallen die großen gemauerten und ebenso weiß verputzten Ausleger auf und bei genauerem Hinsehen auch das quadratische Langhaus, welches ja eigentlich aufgrund seiner Form gar kein Langhaus ist.

Kaum hatte man das Langhaus fertiggestellt, wurde auch schon der Chor angesetzt. In der Mitte wird das Gewölbe des Langhauses von vier Säulen getragen. Zudem fallen hier die kräftigen und gut erhaltenden Kalkmalereien auf, die unter anderem den Baum des Lebens an einem Bach des Paradieses zeigen.

Auf den Bäumen sitzen Vögel, die den Jagdpfeilen der dargestellten Menschen ausgesetzt sind. Doch diese bösen Pfeile prallen an ihnen ab und treffen die Jäger selbst. Doch Jesus hat auf den Darstellungen alles im Blick.

Ja, man hat versucht, die biblische Botschaft zu einer Zeit den Menschen näher zu bringen, in der noch lange nicht jeder lesen und schreiben konnte. Man geht davon aus, dass der oder die Künstler ihre Arbeiten hierzu bis zum Jahr 1265 abgeschlossen haben.

Ein Kunstwerk von besonderer Qualität entstand 1330 mit dem Bild von Maria mit dem Jesuskind. Aber auch in den folgenden Jahren wurden die Wandmalereien immer wieder ergänzt. Doch im Jahr 1693 hat man, wie in vielen anderen gotländischen Kirchen die Wandmalereien übergestrichen. Und vielleicht hat dieser Akt in diesem Fall die Kunstwerke überhaupt erhalten. Denn im Jahr 1908 brach durch einen Defekt im Heizsystem ein Feuer aus und zerstörte alles, was aus Holz war. Zwar schlug man noch die Kirchenglocke, um Alarm zu geben und Menschen zum löschen zu bewegen, doch gelang es nur noch, lose Gegenstände aus dem Gotteshaus zu retten.

Doch mit dem Aufbau und der Renovierung besann man sich auf die alten Malereien und legte sie in diesem Zuge wieder frei. Auch die Orgel von 1854 konnte erhalten werden, in der neueren Zeit wurde aber ihr Innenleben ausgetauscht.

Das Taufbecken ist seit beginn an in der Kirche, der schöne Sandsteinaltar im Chorraum kam 1693 hinzu.

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