Gendarmstien Etappen

Gendarmstien in Etappen | Kragesand – Stensigmose

VW Bus
unterwegs mit unserem VW T 3 LLE - Bilder folgen in Kürze | © weites.land
Der Gendarmstien verläuft in dieser Etappe an der Küste des Broagerland zwischen Kragesand und Stensigmose etwa sieben Kilometer an der Flensburger Förde entlang. Dabei kann man Hinweise auf Geschichten entdecken, die bereits tausende Jahre alt sind.

Die Umgebung dieser Etappe war schon vor etwa 4.500 Jahren besiedelt. Der Gegend ist sehr fruchtbar, entsprechend gab es Nahrung und eine reiche Tierwelt. Das wiederum war gut für eine erfolgreiche Jagd. Wer aufmerksam ist, wird die ein oder andere Spur aus der frühen Zeit entdecken, 

An der Steilküste von Steningsmose befanden sich in erdgeschichtlichen Zeiten verschiedene Moore, So kommt auch der Ortsname zustande, nenn „Mose“ ist die dänische Übersetzung für Moor. Vor etwa 75.000 Jahren soll das letzte Moor entstanden sein. Die schwarzen Schichten an der Steilküste weisen auf das Moor hin.

Auf der Etappe nach Stensigmose führt der Weg entlang des Kobbelskov bei Skelde vorbei. Hier kann man recht gut erhaltende Rund- und Langdolmen entdecken. Dabei handelt es sich um Grabstätten. Unter den Runddolmen beerdigte man einzelne Menschen, während die Langdolmen bei Gemeinschaftsgräbern aufgestellt wurden. Für Wanderer, die so gar nicht mit der Archäologie vertraut sind, werden die hunderte Jahre alten Gräber einfach nur Erdhügel sein, allerdings ist auch nicht jeder Erdhügel wirklich ein Grab. Vielleicht entdeckt man ja noch alte Knochenreste oder Grabzugaben wie Steinbeile, Tongefäße oder Schmuck aus Bernstein.

Gleich zu Beginn liegt östlich von Kragesand der Liebestunnel. Wie zu einem Tunnel geformt biegen sich die Bäume über die Böschung und machen den Durchgang zu einem lauschigen und romantischen Erlebnis.

Vor der Küste liegt im Meer ein großer Stein. So groß, dass man ein Pferdefurhwerk darauf abstellen konnte. So soll sich zugetragen haben, dass ein Paar aus Flensburg nach Sønderborg aufbrach um dort zu heiraten. Mit dem Schiff ging es zur Kirche. Doch auf der Rückfahrt gerieten die beiden gerade verheirateten in Streit und der frisch gebackene Ehemann setzte seine Frau auf genau jenem Stein aus. So gab man ihm auch den Namen „Brautstein“.

Im Mittelalter brauchte man Holz. Un dieser hohe Bedarf ging an den Wäldern nicht spurlos vorbei. Aufforstung war angesagt, doch wer sollte das bezahlen? So beschloss man Ende des 17. Jahrhunderts, dass jeder Bauer, der heiraten wollte, 10 Eichen oder 15 Buchen pflanzen und drei  Jahre lang aufziehen musste. Erst dann ging es zum Altar. Über 100 Jahre hatte diese Regel Bestand. Und einige der damals gepflanzten Bäume  stehen in diesem Gebiet noch immer.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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