Museumswerft Flensburg, Flensburger Förde, Leica SL APO Summicron f2 75 mm asph.

Museumswerft Flensburg

Entlang des Fördestieg besuchen wir die Museumswerft in Flensburg an der Flensburger Förde

Entlang des Fördestieg: zu Besuch in der Museumswerft Flensburg

Ganz gleich, ob man den Fördestieg entlang wandert oder zu einem Kurzbesuch in Flensburg hält: einen Rundgang um die Flensburger Förde mit seiner Hafenspitze und ein Besuch der Museumswerft Flensburg gleich gegenüber des Flensburger Schifffahrtsmuseum gehört einfach dazu-

Schon von weitem ist der in Fallun-Rot bzw. Schwedenrot  gestrichene Werkstattkomplex  der Museumswerft Flensburg erkennbar. Seine Architektur ist an der Flenburger Förde so unverkennbar und einzigartig wie das Konzept der Museumswerft Flensburg selbst.

Das fällt zunächst gar nicht auf, wenn man die anspruchsvollen Boote und Schiffe am Pier und in der Werkstatt der Flensburger Museumswerft entdeckt: Die Museumswerft Flensburg ist eine gemeinnützige Einrichtung, die Soziales und Kulturelles in Einklang bringt. Mit historischen Werkzeugen werden hier historische Schiffe und Boote repariert oder sogar komplett rekonstruiert. Mitunter verlegen Schulklassen ihren Werkunterricht hier her und man darf staunen, wenn pubertierende Mädchen ein Boot bauen, was man nur professionellen Bootsbauern zutrauen würde. Genau dieser Umstand macht den emotionalen Reiz der Besucher in der Museumswerft Flensburg aus.

Anhand der Bootstypen auf dem Werftgelände wird die enge Verbindung zu Dänemark schnell sichtbar. Insbesondere, wenn es bei den Projekten der Museumswerft Flensburg mit Bootstypen aus dem 18. und 19. Jahrhundert geht. Denn bis zum Jahr 1864 gehörte Flensburg zu Dänemark und galt als die wichtigste dänische Hafenstadt im Ostseeraum. Dann fiel nach der berüchtigten Schlacht von 1864 Flensburg an Preußen und blieb es nach der Volksabstimmung im Juni 1920.

Doch Flensburg hat immer noch eine dänische Seele und so verwundert es nicht, dass auch Aufträge aus Dänemark in der Museumswerft abgearbeitet werden. Viele Projekte entstehen in dänisch-deutschen Kooperationen und mit aktiver Unterstützung dänischer Museen.

Vor allem aus dem Ostseeraum stammende Boote werden in der Museumswerft Flensburg nach alten Plänen aufgearbeitet oder manchmal auch in kleinerem  oder originalem Maßstab rekonstruiert. So ist aktuell ein dänisches Handelsschiff im verkleinerten Maßstab  1 : 3,5 entstanden. Nur auf die  12 Kanonen, welche das Original mitführte, wurde verzichtet.

Im Laufe der Jahre liefen in der Museumswerft bereits über 30 Nachbauten historischer Vorbilder vom Stapel.  In der Regel sind dies Frachtsegler, Jollen oder Fischerboote des 18. und 19. Jahrhunderts. Zu den großen Besonderheiten gehören der Nachbau eines Fischerbootes des See Genezareth aus einer Zeit etwa 100 vor bis 70 nach Christus, zwei echte Wikingerboote oder die Danske Jagd aus dem Jahr 1794. Letztere war im hiesigen Ostseeraum als größeres, etwa 20 Meter langes Schiff, häufig anzutreffen, wenn es z.B. Ziegel aus den zu jener Zeit zahlreichen Ziegeleien transportierte. 

Ganz so alt wie die historischen Vorbilder ist die Museumswerft Flensburg noch nicht. Sie wurde im Jahr 1996  an diesem Ort gegründet gegründet und musste erst zweimal umziehen, bevor sie ihren hoffentlich bleibenden Platz im historischen Hafen von Flensburg finden konnte. Am heutigen Ort befindet sich die Museumswerft Flensburg erst seit dem Jahr 2001.

Damit hat die Museumswerft Flensburg nach unserem Empfinden den besten Standort, den wir uns als Besucher vorstellen können. Denn die komplette Hafenseite gehört  der Geschichte der Seefahrt auf der Ostsee. Vom traditionellen Segler bis zum alten Hafenschlepper oder dem berühmten Dampfschiff Alexandra. Ohne  das unermüdliche Ehrenamt der Menschen hier gäbe es diese einmalige Sammlung von Fahrzeugen und Anlagen nicht.

Heute können wir zuschauen und miterleben, wie handwerkliche Schritte zu den vielen Details führen, die letztendlich ein komplettes Boot entstehen lassen. Aus dem umherliegenden abgelagerten Hölzern wird vielleicht ein Mast, eine neue Schiffsplanke. Aus manchem der hier abgelegten Wracks wird wieder ein schwimmfähiges neuwertiges Boot.

Aus manchem Abfallstück können die Kinder ihr eigenes kleines Boot bauen. Mit Säge und Feile, mit Hammer und Bohrer. Ganz nach ihrer eigenen Fantasie und Geschicklichkeit. Umgeben von alten Tauen, gefalteten Segeln und ausgebauten Schiffsmotoren.

In der Saison täglich und außerhalb der Saison an den Wochenenden lädt das Werftcafé  mit selbst gemachten Kuchen, Eis und Kaffee oder Kakao zum Verweilen ein. ist die Museumswerft ein besonderer Ort, um zu heiraten. Denn welcher Ort könnte besser für traditionelle Werte und für Beständigkeit bestehen und zeigen, wie attraktiv das zunehmende Alter sein kann.

Ob die frisch Vermählten dann auf ein Fischbrötchen an die letzte und kultige Fischbude vor der dänischen Grenze einladen, …. Das wäre eine Variante, denn an der ebenso historischen Steganlage vor der Museumswerft Flensburg stehen die Menschen mitunter Schlange, um eines dieser leckeren Fischbrötchen zu bekommen. 

Wer sich näher für die Arbeit und Angebote der Museumswerft Flensburg interessiert, der findet die offizielle Website der Museumswerft Flensburg hier…

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