Historische Schiffe

Eisbrecher Elbe

Heute bricht er das Eis in unseren Herzen, früher zermalmte er das Eis unter seinem Kiel. Über 100 Jahre ist er mittlerweile alt und damit der letzte fahrtüchtige Flusseisbrecher mit Dampfantrieb in Deutschland, der Eisbrecher „Elbe“.
Heute geht es in den wärmeren Monaten hinaus auf die Elbe, an Bord sind echte Dampfschiff-Freunde und Gäste, die einfach mal auf einem echten Dampfschiff den Duft von frischer See, Öl und Kohle genießen wollen.

Im Jahr 1911 lief der Eisbrecher „Elbe“ vom Stapel, in jenem Jahr wurde auch der Alte Elbtunnel eröffnet. Acht Eisbrecher standen 1888 im Dienst der königlich-preußischen Elbstromverwaltung, um in den harten Wintern die Oberelbe frei zu halten, die „Elbe“ war das letzte Schiff dieser Serie. In eisfreien Zeiten machte sich der Dampf-Eisbrecher als Hilfsschlepper auf der Elbe nützlich. Bis 1973 verrichtete der Dampfer zuverlässig seinen Dienst, bis ins Jahr 1976 diente er als eiserne Reserve, dann folgte die Ausmusterung. Doch mit der Zeit hatte die alte Dame so viele Fans gewonnen, dass sie unbedingt erhalten werden musste. Liebevoll wurde das Schiff originalgetreu restauriert, um uns heute mit seinen nostalgischen Fahrten zu verzaubern.

Jede Menge Kohle

500 Kilogramm Kohle, jede Stunde, halten die 7000 Liter im Kessel unter Dampf. Die mehr als 100 Jahre alten Instrumente und natürlich die Dampfpfeife funktionieren wie am ersten Tag. Geht es unter die niedrigen Elbbrücken, wird der Schornstein eingeklappt. Um das Eis zu brechen, schoben sich die Eisbrecher diesen Typs auf das Eis, damit es unter dem Gewicht des Schiffrumpfes zerbrach. Bei dickerem Eis waren mehrere Anläufe nötig, hier spricht man auch vom „Boxen“. Um ein Stauen der gelösten Eisplanken zu verhindern, sollten sie mit dem Strom abfließen, dazu wurde immer gegen den Strom gearbeitet. Früher war Lauenburg das Zuhause der „Elbe“, sie war auf der Mittel- und Oberelbe und auf dem Elbe-Lübeck-Kanal unterwegs.

Ankommen

Ab dem Jahr 1976 dümpelte der Dampfeisbrecher „Elbe“ langsam vor sich hin. Erst 1982 kam es in den Besitz des Technikmuseums Berlin. Doch diesem Museum lagen andere Dinge mehr am Herzen, so wechselte das Dampfschiff im Tausch gegen andere Exponate in das niederländische Enkhuisen ans Ijsselmeer.

Der Dampfer rottete weiter vor sich hin, bis der heutige Schiffseigner Matthias Kruse diesem traurigen Anblick nicht länger widerstehen konnte und den Eisbrecher zurück an die Elbe holte. Hier erfuhr er alle Sympathie und wurde sorgfältig und aufwendig restauriert. Knapp 10 Jahre sollte es dauern, bis im Jahr 2006 das Schiff zu alten Tatendrang pfiff.

Heute liegt er im Traditionshafen am Sandtorkai. Und noch immer steht der Kessel unter Dampf. Fahrten mit diesem Oldtimer führen durch das Hamburger Hafengebiet, vorbei an Wilhemsburg und dem beschaulichen Blankenese. Regelmäßig geht es an seinen ursprünglichen Standort, in die  schöne Elbstadt Lauenburg. Von dort entdeckt man mit diesem Schiff die umliegenden Elbtalauen. Das Schiff und die Kommunikation an Bord funktionieren heute wie vor 100 Jahren. Alle Instrumente stammen aus der Zeit. wie zum Beispiel auch der Maschinentelegraf, der Kommandos von der Brücke in den Maschinenraum übermittelt. Der Betrieb und die Unterhaltung des Schiffes werden durch ehrenamtliche Liebhaber dieses Eisbrechers sichergestellt.

Technische Daten

  • Baujahr: 1911
  • Werft: Schiffswerft & Maschinenfabrik Gebrüder Wiemann in Brandenburg
  • Länge: 30,30 Meter
  • Breite: 7,45 Meter
  • Tiefgang: 1,60 Meter
  • Antrieb: Zweizylinder Expansionsdampfmaschine
  • Leistung: 280 PS

Informationen gibt es unter dampfeisbrecher elbe.

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