Eidertal, Eidertal-Wanderweg, Eider, Bordesholmer Land

Vor langer, langer Zeit haben Gletscher während der Eiszeit das Eidertal geformt. Herausgekommen ist eine unheimlich vielfältige Landschaft, die ihresgleichen sucht.  Im Mittelpunkt steht der Beginn des längsten Flusses in Schleswig-Holstein, die Eider. Die Eider ist gesäumt von einer wilden und ursprünglichen Landschaft, wie sie ursprünglicher kaum sein kann. Seit 2001 hat man die Möglichkeit, über den etwa 11 Kilometer langen Eidertal-Wanderweg diese Region im Bordesholmer Land dzu entdecken.

Eidertal-Wanderweg – die Kinderstube der Eider im Bordesholmer Land

Eidertal-Wanderweg – durch die Kinderstube der Eider im Bordesholmer Land

Wasser- und rutschfestes Schuhwerk ist auf dem Eidertal-Wanderweg entlang der Eider schon geboten, denn de Eidertal-Wanderweg hat je nach Witterung durchaus rutschige und matschige Abschnitte. So ist das in echter Natur.

Dafür taucht man über den Eidertal-Wanderweg in einen Landstrich ein, in dem sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Die beiden wird man eher weniger sehen, dafür sind entlang des Eidertal-Wanderweg die tierischen Landschaftspfleger, die Koniks als Wildpferderasse und die Hochlandrinder ständige Begleiter.

 Mitunter gleicht die Landschaft der Eider auf dem Eidertal-Wanderweg der Wildnis in Norwegen oder Kanada.

Der Eidertal-Wanderweg, zwischen Kiel und Bordesholm gelegen, hat seinen Reiz bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Und ist man laut genug, bleibt auf den Wegen und lässt seinen Hund angeleint, braucht man auch keine Angst vorm Wolf zu haben, sollte er sich mal wieder ins Bordesholmer Land verirren.

Bei Nebel und Nieselregen hat der Eidertal-Wanderweg fast etwas Mystisches, bei Sonne etwas sehr Erholsames und Geselliges, im Schnee kann er sehr melancholisch wirken. Wie auch immer, möchte man den Eidertal-Wanderweg entdecken, dann taucht man ein in die Jahreszeiten mit ihren ganz individuellen und einzigartigen Reizen.

Unter Einbezug von Landwirten, Naturschützern und Wanderern ist hier in der Kinderstube der Eider ein etwa 390 Hektar großes Naturschutzgebiet entstanden, in dem wilde Pferde wie die Koniks oder Auerochsen die Traktoren abgelöst haben. So konnte sich die Natur in den letzten Jahren ihr Gebiet sichtbar zurückerobern, seltene Pflanzenarten wie Moosbeere oder das gefleckte Knabenkraut haben ihr altes Zuhause wiederentdeckt. Vogelbeobachter freuen sich über Nachtigall, Rohrweihe oder Rotmilan.

Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung von Vögeln und Pflanzen, ich mag das wilde Grün entlang des Eidertal-Wanderwegs mit seinen farbigen Blüten, ich mag es, wenn es zwitschert und surrt, ich mag die Schönheit des wild verlaufenden und eingewachsenen Flusses und die urigen Bäume, die Pfade und die Abgeschiedenheit. Ja, dafür mag ich an dieser Stelle die Eider auf ihrem Eidertal-Wanderweg entdecken. Diese Region hat sich als einmaliges naturnahes Naherholungsgebiet vor den Toren von Kiel etabliert, es ist zunehmend barrierefrei. Sowohl Wanderer wie auch Paddler verzaubert es mit seiner abwechslungsreichen Stimmung.

Es gibt Hinweistafeln, die auf dem Eidertal-Wanderweg über die Umgebung und ihre Besonderheiten  beidseits der Eider  informieren. Entlang des Eidertal-Wanderweg gibt es immer wieder naturbelassene Sitzbänke und kleine Schutzhütten.

Das Eidertal

Die Eider hat ihren Ursprung nahe dem Hof Schönhagen auf Gut Bothkamp, mit seinem gleichnamigen See und im Bondenholz bei Groß Buchwald. Zunächst verläuft die Eider in nördliche Richtung bis Molfsee bei Kiel, dann geht es weiter nach Westen, teils durch den Nord-Ostsee-Kanal, bis sie durch das Eidersperrwerk bei Tönning die Nordsee erreicht. Der Abschnitt südlich von Kiel ist mit Abstand der wildeste und ursprünglichste der Eider, hier entwickelt sie sich von einem kleinen Rinnsal zu einem großen Bach mit dem ein oder anderen See.

Die blaue Brücke

Wer auf dem Eidertal-Wanderweg die Eider zwischen Techelsdorf und Grevenkrug überqueren will, wird über eine mit Holzbohlen belegte Metallbrücke gehen. Wenn nicht gerade Stau auf der Blauen Brücke über der Eider ist, lohnt es sich aus mehreren Gründen, hier einmal innezuhalten. Zum einen gibt es von hier aus bewegende Einblicke auf die Eider, zum anderen steht man an dieser Stelle des Eidertal-Wanderweg aber auf einer echten Berühmtheit in Schleswig-Holstein. Diese zunächst unscheinbare Blaue Brücke war die erste Eisenbrücke in Schleswig-Holstein. Im Jahr 1865 im Auftrag des Klosters Itzehoe und des Amtes Bordesholm erbaut, bekam sie mit ihrem Anstrich im Jahr 1992 auch gleich ihren Namen. Die unter Denkmalschutz stehende Brücke ist als „Blaue Brücke“ Teil der Historie von Schleswig-Holstein.

Widder und Steinbrücke

Gehen wir den südlichen Eidertal-Wanderweg von Reesdorf in Richtung Schmalsteder Mühle, spazieren wir durch einen Redder bis zur Eiderbrücke, einer alten Steinbrücke, die der dänische König im Jahr 1803 errichten ließ. Weiter geht es die schmale Straße entlang durch eine Unterführung. Wenige Minuten entfernt hören wir auf einer Pferdekoppel ein leises Klacken. Ein Widder soll hier zu Hause sein, aber nichts von ihm ist zu sehen. Seit mehr als 75 Jahren verrichtet er hier seinen Dienst. Das kann also kein Tier sein, nein, in diesem Fall ist der Widder eine hydraulische Pumpe, die vom ersten Tag allein durch Wasserkraft zuverlässig ihren Dienst tut.

Nun können wir uns entscheiden, ob wir am Ende des Eidertal-Wanderweg in Richtung Schmalsteder Mühle gehen um dann in Bordesholm anzukommen oder durch den Ort Schmalstede und weiter durch das nördliche Eidertal zurück in Richtung Reesdorf, vorbei an den Koppeln, an denen uns die Koniks ganz nah kommen. In Reesdorf bietet sich als Abschluss das Gartencafé an, welches am 01. Mai jeden Jahres öffnet und mit frischen Torten in ländlicher Hofatmosphäre überrascht.

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