Mühle Hoffnung Munkbrarup, Leica M 2.8 28 asph.

Die Windmühle „Mühle Hoffnung“ in Munkbrarup an der Ostsee

Wir sind zu Gast in einer der wenigen noch aktiven Holländermühlen, der Windmühle „Hoffnung“ in Munkbrarup. Die Holländermühle Munkbrarup steht etwa 20 Kilometer südlich von Flensburg an der Ostsee gelegen. Die Mühle „Hoffnung“ ist als Erdholländer gebaut und stand ursprünglich in Meierwik bei Glücksburg. Heute ist die nördlichste Graupenmühle in Deutschland.

Auf dem Hügel in Munkbrarup

Von der Bundesstraße zwischen Flensburg und Kappeln sehen wir sie bereits, die Holländermühle in Munkbrarup. Wie oft sind wir hier schon nach Husby abgebogen und haben uns immer wieder vorgenommen, hier einmal auszusteigen. Heute bin ich wieder unterwegs und folge der Einladung, die geöffnete Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup zu besichtigen. Ein Kaffee und eine süße Kleinigkeit machen einmal mehr Lust, diese ländliche Umgebung im Luftzug der großen Mühlenräder zu genießen. Gemahlen wird heute nicht, es ist Sonntag.

Ein Gebäude, eine Maschine – die Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup

Mit den alten Windmühlen, dieser Mühle „Hoffnung“, ist das irgendwie so wie mit den Leuchttürmen. Sie sind Überbleibsel aus vergangenen Tagen, stehen in der Landschaft herum und wehe dem, der sie wegnehmen wollte. Das Herz schlägt bei den alten Windmühlen gleich dem Anblick eine sLeuchtturms höher.

Eine Holländermühle, die man in Norddeutschland noch recht häufig antrifft,  war für mich immer ein Gebäude mit einem riesigen Windrad und im Inneren einem großen Trichter, aus dem unten dann das Mehl heraus kommt.

Erst vor kurzer Zeit habe ich mir die erste Mühle auch mal von innen angeschaut. Damit ist meine Achtung vor den Müllern explosionsartig gestiegen. Hatten sie doch einst einen mitunter furchtbaren Ruf. Der große Mühlenstein, die unzähligen Seilzüge, Trichter, Handräder, Hebel…. Wer soll da durchblicken. Ich fühle mich als setze man mich an das Steuer eines Flugzeuges. Kurzum: Ich bin immer wieder überwältigt, wie eine so riesige Malmaschine, eine Windmühle, überhaupt funktioniert. Und wie eine Müllerin oder ein Müller in diesem Gewirre von Aggregaten wissen sollen, was sie tun. 

Heute ist noch lange nicht von gestern

Wer nun glaubt, die alte Holländermühle in Munkbrarup sei ein kleines Museum, den müssen wir enttäuschen. In der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup wird immer noch gemalen. Aus Getreide wird Schrot oder Mehl. Ganz ohne Strom wie vor über 100 Jahren werden hier alle Hebel, Flaschenzüge und Mühlensteine in Bewegung gesetzt, um das Beste aus Weizen, Gerste und Roggen heraus zu holen.

Die Geschichte der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup

Alles begann mit der heute in Munkbrarup befindlichen Windmühle eigentlich in Meierwik bei Glücksburg. Rund um Glücksburg gibt es zahlreiche Mühlenteiche. Dort setzte man vor langer Zeit Wassermühlen ein. Doch waren die Müller immer vom Wasserstand abhängig. Im Sommer brauchte vor allem das Vieh Trinkwasser aus den Bächen, sodass der Mühlenbetrieb oft unterbrochen werden musste. 

Mit dem Einzug der Holländermühlen wurden rund um die Flensburger Förde immer mehr Wassermühlen um eine Windmühle ergänzt. In diesem Fall beauftragte der Müller Erich Nicolai Nissen aus Meierwik den Flensburger Mühlenbauer Petersen, der den Erdholländer im Jahr 1845 fertigstellen konnte. 

Doch wenige Jahre später lief das Geschäft nicht mehr. Der Mühlenzwang wurde im Jahr 1853 aufgehoben, der Krieg im Jahr 1864 mit Dänemark veränderte politisch die Flensburger Förde.

Müller Nisen wollte also umziehen. Er stellte fest, dass es in Munkbrarup keine Konkurrenz gab, ließ im Jahr 1868 den Erdholländer abbauen und diese Windmühle, die Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup wieder aufstellen. Nun war er endlich aus dem Tal herausgekommen und nutzte die einmalige Lage auf dem von allen Seiten freien Hügel, auf dem sich die Windmühle in Munkbrarup nun mal so richtig den Wind um die Segel wehen lassen konnte.

Solche Umzugsgeschichten finden sich im Übrigen nicht nur mit der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup, sondern überall entlang der Flensburger Förde.

Ein Mühlenstein ist nicht irgendein Mühlenstein

Heute entdecken wir rund um die Mühle ganz unterschiedliche große runde Steine mit den unterschiedlichsten Farben und Einkerbungen. Und tatsächlich, jeder dieser unterschiedlichen Steine hat oder hatte seine ganz eigene Aufgabe. Wobei es mir bis heute ein Rätsel ist, diese schweren Mahlsteine überhaupt an ihren Platz zu bekommen. Denn im Erdgeschoss werden die nicht eingesetzt.

Da gibt es den harten Süßwasserquarz aus Frabkreich, mit dem man am besten den Roggen malt. Oder den Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge, ideal zum Schälen des Getreides. Der dunkle Stein ist vulkanischen Ursprungs und stammt aus der Eifel. Alle diese Steine haben einen Durchmesser von etwa 1.20 – 1.30 Meter.

Aber alle Details der Mühle „Hoffnung“ hier zu beschreiben das würde Bücher füllen. Genießen wir einfach die Atmosphäre in der Windmühle Munkbrarup, ohne gleich Müllerin oder Müller sein zu müssen.

Ja, Genießen ist ein gutes Stichwort in der Mühle „Hoffnung in Munkbrarup“

Ja, Genießen ist ein gutes Stichwort in der Windmühle in Munkbrarup. Denn genau darum ist sie noch im Betrieb. Um Produkte für echten und gesunden Genuss zu liefern. Übrigens für Mensch und Tier.

Heute sind unsere Gescmacksnerven ja fast verkümmert, seitdem wir nur noch das fein gemahlene Weizenmehl einsetzen. Das Gesunde ist da in der Regel schon aussortiert. Hat natürlich en Vorteil, dass wir nicht mehr kauen müssen. Allerdings kommt der Genuss gerade beim Kauen. Genau deswegen werden die guten Bestandteile, die ballaststoffreichen Elemente des Korn belassen. Würde im Detail nun auch an dieser Stelle zu weit führen. aber das war ja auch noch nicht unser letzter Besuch in der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup.

Das kleine Bachhaus der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup

Zum Mühlenbetrieb gibt es ein kleines Backhaus. Mit einem echten Steinofen. Gelegentlich wird hier gebacken. Echte Handarbeit. Das deutsche Brot ist Unesco Welterbe. Aber wann haben wir das letzte Mal echtes selbstgebackenes Brot mit echtem Mehl gegessen. Also, ohne Fertigmischung mit all ihren Triebmitteln?

Brotteig muss nämlich gehen. Das braucht Zeit. Auf diese verzichten leider heute all die industriellen Bäckereien, in denen die Teiglinge lieblos in die Öfen hinter dem Tresen geschoben werden. Am Fließband produziert. Hier in der Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup kann man Brot genießen wie man es vielleicht noch nie erlebt hat.

Brot für Zuhause – Brot für die Seele

Genauso wie das Korn in echter Handarbeit, nachhaltig und traditionell verarbeitet wird, entstehen die Brote in echter Handarbeit. Wer einmal ein echtes Steinofenbrot erleben durfte, weiß, worauf er sich n der Windmühle in Munkbrarup freuen darf. Anlässe, hier her zu kommen, gibt es über das Jahr verteilt genug.

Mehr Informationen zur  Windmühle „Hoffnung“ in Munkbrarup

Wir hoffen, mit unseren Bildern udn Eindrücken Lust auf einen Besuch der Windmühle in Munkbrarup gemacht zu haben. Und wir geben uns alle Mühe, dass dies nicht unser einziger Artikel über diesen Erdholländer bleibt.

Wer hier heiraten, feiern, besichtigen, Brot essen, Kaffee trinken, Mühle riechen oder was auch immer will, kann sich vorher auf der offiziellen Website der Mühle Munkbraup hier informieren.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.