Das Ostseebad Damp

Das Ostseebad Damp ist mir schon lange ein Begriff. Als Damp 2000 hat sich mir der Ort eingeprägt, als ich noch jenseits von Schleswig-Holstein lebte. Die Idee, eine Ferienanlage mit diesem für die Zeit innovativen Namen zu bauen, wurde 1968 umgesetzt. Zwar wechselte man den Namen dann im Jahr 18985 zum Ostseebad Damp, doch lange hat der alte Namen nachgehallt. Heute nennt sich dieser Ferienort nicht minder unkreativ ostsee resort damp.  Ja, einige Einfallsreiche tun sich mit der eigenen Sprache schwer, aber wenn man sich mit dieser Umgebung identifizieren würde statt irgendwelche Marketing-Gags zu kopieren, könnte man sich mit dem Ostseebad Damp wunderbar von den weltweit tausenden Ressorts abheben.

Immerhin, die Architektur aus der Namenszeit Damp 2000 ist geblieben. Und wenn wir noch ein wenig warten, wird sie wieder modern. Vielleicht ist sie es ja auch, denn sie wird ja mittlerweile massenhaft in Form von Kreuzfahrtschiffen umgesetzt mit der Idee, günstig viele Menschen auf wenig Raum unterzubringen und das ganze dann Tourismus zu nennen.

Aber dass Menschen hier her kommen, Urlaub zu machen, das kann ich ganz und gar nachvollziehen. Schön ist es hier, es gibt einen tollen Strand, eine große Marina mit direkter Anbindung an die Ferienanlage, eine Wasserskianlage, wunderschöne Wanderwege und Naturschutzgebiete, Erlebnisbad und Fisch.

Gleich nebenan betreibt Helios eine Rehaklinik und wieder wünschte ich mir eine Reprivatisierung der Kliniken aus solchen Konzernen, die Schlagzeilen währen möglicherweise positiver.

Von diesem touristisch-medizinischen Ballungszentrum ist man aber in wenigen Minuten in dörflicher Umgebung, die Landwirtschaft prägt das Umland. So liegt auch im Hegenholz ein kleines Juwel der Region, das Gut Damp. Größer und hoffnungsvoller könnte der Kontrast kaum sein. Die Geschichte des Gutes ist älter als die des Damp 2000 und Namenswechsel gab es denn auch nicht in so kurzen Abständen. Der erste Pächter des zunächst in bischöflichen Besitz befindlichen Gutes zog 1438 in die Anlage. Zu der Zeit war schleswig-Holstein noch dicht bewaldet. Für Ackerbau und Viehzucht musste also erst einmal ordentlich gerodet werden. Und weil Bischöfe ja neben Essen und Trinken durchaus auch die Jagd im Kopf hatten , gaben sie dem Pächter neben der Rodung der Flächen zugleich auch den Bau eines Hauses für die durchlauchten Jagdgäste auf.

Das heutige Herrenhaus entstand zwischen 1595 – 97 in Form eines zweigeschossigen Zentralbaus mit vier Türmen an den Ecken. Die Eingangshalle hat eine beeindruckende Höhe von 10 Metern, zu der eine doppelte Freitreppe führt.

Im Jahr 1640 entstand das große Kuhhaus und die Gerstenscheune. Auch das Torhaus wurde wahrscheinlich in diesem Zeitraum errichtet. So genau weiß das aber niemand mehr. Erst 1908 kam der Glockenturm mit seiner Wetterfahne hinzu.  Die weiteren Fachwerkscheunen stammen aus den Jahren 1721-23.

Die Insel, auf der sich die Gutsanlage befindet, ist übrigens eine künstliche. Das tut der Schönheit des Gutes aber keinen Abbruch, vielmehr kommt der historische und wunderbar gestaltete Landschaftspark dadurch wunderbar zu Geltung.

Häufiger dient das Gut als Filmkulisse, beispielsweise für Onkel Bräsig oder Der Landarzt. Wer in besonderem Ambiente einen regionalen und kulinarischen Ausflug erleben möchte, dem sei das Restaurant im Kuhhaus sehr ans Herz gelegt.

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