Kaufmannshöfe in Flensburg – Der Brasseriehof / Kulturhof

Wir sind am Holm 42/44 und entdecken die Durchfahrt zu einem Hof. Ja, tatsächlich sieht das hier so aus wie ein alter Hof- ein Dreiseitenhof. Dabei sind wir in einem der schönsten Kaufmannshöfe in Flensburg, den Brasseriehof. Vor allem als Kulturhof macht er sich einen Namen. Aber von Anfang an.

Kommt man durch die Hofeinfahrt des rot verputzten Vorderhauses, fühlt man sich sofort in einer anderen Welt. Fachwerk im Innenhof, wie man es hier eher weniger erwartet hätte. Aus drei Jahrhunderten ist hier in Flensburg ein einzigartiges Ensemble entstanden. Im Brasseriehof findet man eine architektonische Entwicklung aus drei Jahrhunderten. 

Bereits im 17. Jahrhundert entstanden zwei der Seitenflügel. Weitere folgten im 19. Jahrhundert.  Der Querspeicher wurde 1840 errichtet. Er ist zugleich die Verbindung zu einem weiteren, dahinterliegenden Hof.

Um diese Zeit war auch Theodor Storm in Flensburg. Und bereits er war vom Brasseriehof so angetan, dass er hier durch die wunderbaren Aufzugserker und Ladeluken zu seiner Novelle „Im Nachbarhaus links“ inspiriert wurde.

Heute sind die Öffnungen des Querspeichers verglast und die Türen der Ladeluken wirken wie Fensterläden. Die einstigen Lagerräume sind heute wunderbare Refugien zum Wohnen.

Das alles lässt aber nicht auf eine Brasserie schließen. Die Architketur lässt eher an einen  Handwerker- und Kaufmannshof schließen. In den Seitenflügeln waren die Handwerksbetriebe und Pferdefuhrwerke untergebracht, im Querspeicher wurden die Waren gehandelt udn gelagert.

Der Name stammt wohl aus jüngerer Zeit. Da gab es über einige Jahre hinweg das Restaurant „Napoleon & da Vinci“. Und im Französischen steht die Brasserie für ein Restaurant. Der Name Brasseriehof blieb fortan die Bezeichnung für diesen Flensburger Kaufmannshof.

Kaufmannshöfe in Flensburg – Der Brasseriehof

Der Brasseriehof ist sozusagen die Gute Stube von Flensburg. Schönheit, die kommt bekanntlich von innen und wen man als Gast in seinem Wohnzimmer hat, dem möchte man nicht um jeden Preis etwas verkaufen.

Und so ist seit 2015 Kulturhof-Café als etwas ganz besonderes entstanden. Im Hofcafé sitzend kann man sich nicht vorstellen, dass es in einer Stadt einen romantischeren Platz geben könnte. Kulinarisch wie kulturell und sozial gibt es hier unvergessliche Momente.

Denn der Betreiber, ein Verein, möchte im Brasseriehof einen Raum für Begegnung, für Nachdenken, für Austausch schaffen und verteilt beispielsweise kostenlos nicht mehr verkaufsfähige aber genießbare Lebensmittel. Großartig, oder? Zudem finden hier Musikveranstaltungen statt oder die ganz eigene persönliche, individuelle Begegnung statt.

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Mullsjö, Västergötland, Leica M 2.8 28 asph.

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