Gehege

Wenn das wichtigste Nutztier stirbt

Krokus mit Hummel
Krokus mit Hummel | © weites.land

Die milden Temperaturen in diesem Winter mögen uns freuen. Wir sparen Heizkosten, Schneeräumen und Eiskratzen. Doch die fehlenden Frostnächte nutzen vor allem einer Gruppe: Kleinen Spinnentierchen, der Varromilbe. Sie befällt Bienenstöcke und vermehrt sich in diesen rasant. Als wären Pestizide, Seuchen und Nahrungsmangel nicht genug, werden in der Folge diesen schwachen Winters bis zu 30% der Bienenstöcke zerstört.

Bienenforscher um Peter Rosenkranz haben nun eine Methode entdeckt, die Fortpflanzung dieser Milben erheblich zu stören. Mit einem Duftstoff will er die gerade einmal 2 mm kleinen Tiere so verwirren, dass sie sich nicht mehr begatten können. Denn, so haben die Hohenheimer Forscher herausgefunden, die Männchen orientieren sich an einem Sexuallockstoff, den die jungen Weibchen während und nach ihrer Häutung ausstoßen. Da das Ortungssystem der Männchen auf diesen Duft aus den verlockenden Fettsäuren ausgerichtet ist, gilt es, sie in die Irre zu führen, damit sie die zu begattenden Weibchen nicht erreichen. Wenn dies gelingt, sterben die Milben, ohne sich weiter zu vermehren. Es ist noch ein langer Weg, effektiv gegen diese Plage vorzugehen, doch machen die ersten praxisnahen Versuche der fünfjährigen Forschungsarbeit Hoffnung. Zudem ist diese Bekämpfungsmethode für Mensch und Biene ungefährlich, da auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet werden könnte.

Vor 30 Jahren trat die asiatische Varromilbe ihren Weg nach Europa an und es wird noch viele Jahre dauern, sie wieder aus den Bienenstöcken zu vertreiben.

Wie wichtig der Schutz unserer Bienen ist, zeigt, dass sie zu unseren drei wertvollsten Nutztieren zählt. Ohne die Biene ist die Welternährung gefährdet, denn, wenn keine Bienen mehr die Obstblüten bestäuben, können keine Früchte mehr wachsen. Pflanzen, die unseren Rindern, unserem Wild als Nahrung dienen, können sich nicht mehr vermehren.

In Deutschland gibt es über 550 Bienenarten, von denen etwa die Hälfte vom Aussterben bedroht ist.

Albert Einstein wird die Aussage zugeschrieben: „Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

In Teilen Chinas, in denen Bienen ausgestorben sind, müssen die Pflanzen mühevoll von Menschen bestäubt werden. kts

 

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