Norwegen

Tromoy

Tromoy bei Arendal | © weites.land
Tromoy bei Arendal | © weites.land

Meine Schwester und mein Schwager besuchen uns für einige Tage in Norwegen und laden uns ein, einen ihrer Lieblingsplätze iim Süden des Landes zu entdecken. Frisch geschneit hat es und so fahren wir über das wunderschöne Küstenstädtchen Arendal auf die kleine Insel Tromoy.

Tromoy bei Arendal | © weites.land

Tromoy bei Arendal | © weites.land

Eine Brücke verbindet die Insel mit Arendal, irgendwann biegen wir zum tief verschneiten Campingplatz ab, der Allrad gräbt sich in den hohen Schnee des Parkplatzes.  Einige Autos mit ihren Besitzern hat es heute an diesen Ort gezogen. Von hier aus geht es zu Fuß entlang des weiß bedeckten Strandes durch den wildromantischen Winterwald. Immer wieder ist das Meer zu sehen, in der Ferne markieren Leuchttürme die äußeren Punkte der Küste, die seichten Wellen des schwarz gefärbten Skageraks ziehen eine gleichmäßige Linie zwischen dem bedeckten Strand und dem Wasser. Immer wieder ragen felsige Vorsprünge hervor, die wir als Aussichtspunkte bequem erklettern.

Von hier träumen wir verweilend in dieser bezaubernden Umgebung und wollen gar nicht mehr weg. Ruhig und entspannt ist es hier, ohne still zu sein. Raum zum Reden und zum Schweigen, zum Sinnieren und Philosophieren.

Tromoy bei Arendal | © weites.land

Tromoy bei Arendal | © weites.land

Im Sommer seien sie oft hier, mit ihren Freunden, aber jetzt im Winter, genauer gesagt, im schon hellen März, haben sie für einige Tage den Abstecher zu uns gemacht. Heute verwandelt die Sonne das Land in eine funkelnde glitzernde Oberfläche, innerlich warte ich auf den Pferdeschlitten mit seinem Glockengeläut, aber das ist nur einer der Träume, die in solcher Umgebung entstehen.

Tromoy ist die größte Insel der südlichsten Gemeinde Norwegens, Sørlandet, und bedeutet dem Namen nach eine Kante oder Schwelle, die aus dem Meer steigt. Tatsächlich bietet sich hier eine einzigartige Moränenlandschaft, die schon viele Jahre unter Naturschutz steht.

Tromoy bei Arendal | © weites.land

Tromoy bei Arendal | © weites.land

Auf Tromoy befand sich in der Wikingerzeit eine heidnische Kultstätte, unter dem Namen „Hove“ bekannt. Sie liegt sie im Südwesten der Insel, hier wurden alte Siedlungen mit 60 Hühnengräbern entdeckt. Vermutlich geht hier die Geschichte im Zeitraum von 1800 Jahren vor Christi Geburt bis ins Jahr 1000 zurück. Auch heute spiegeln die erhaltenen Ortsnamen wie Alve, Hove oder Kongshavn die Zeit der Wikinger wider.

Aber das Heidentum ist schon lange verschwunden, Tromoy ist eine eigene Kirchengemeinde und hat eine Steinkirche aus dem Jahr 1150 östlich von Hove sowie eine Kirche in Færvik, ein Gotteshaus aus dem Jahr 1884. In Kongshavn gibt es eine weitere kleine Kapelle. 

Auch wenn heute noch eine Personenfähre zwischen Arendal und der Insel verkehrt, seit 1961 verbindet eine beeindruckende Brücke die beiden Landesteile, auf der Insel selbst leben weit über 4500 Menschen. Und doch, gerade zu dieser Jahreszeit kommt man sich ein ganz wenig vor wie Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel. Aber hin und wieder kommen doch Spaziergänger vorbei, die Gäste des Jugend- und Freizeitlagers werden wohl erst in den Sommermonaten ihre Ferien oder Schulausflüge hier verbringen. Die einstige Kasernenanlage ist dafür wie geschaffen und bietet in dieser einzigartigen Landschaft Raum für vielfältige und kreative wie sportliche Beschäftigung.

Die Menschen, die in diesen schönen Paradies leben dürfen, organisieren sich in zahlreichen Vereinen und sind bei Wind und Wetter draußen in dieser unbeschreiblichen Natur unterwegs.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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