Stadt

Schleswig

Blick auf Schleswig an der Schlei | © weites.land
Blick auf Schleswig an der Schlei | © weites.land

Schleswig ist eine Stadt, die man leicht verkennt. Am Ende der Schlei gelegen, ist sie das Zentrum zwischen Kiel und Flensburg. Diese Stadt ist Heimat von zwei sehr berühmten Gebäuden, die unweigerlich auffallen.

Kommt man vom Süden, so taucht die Schlei mit ihrer Stadtsilhouette auf und man bemerkt unweigerlich den Schleswiger Dom. Dieser hat den dritthöchsten Kirchturm in Schleswig-Holstein. Fährt man dann weiter in die Stadt, so taucht das größte, im Renaissancestil erbaute Schloss in Schleswig-Holstein, das Schloss Gottorf auf.

Schleswig ist die Stadt am Ostseefjord und diese Anbindung an die 40 Kilometer entfernte Ostsee hat diese Stadt geprägt. Schleswig hat sich in der jüngsten Vergangenheit zum kulturellen Zentrum Schleswig-Holsteins entwickelt und aus allen Regionen des Bundeslandes führen Spuren aus den letzten 1000 Jahren genau hierhin.

Schloss Gottorf

sl-gottorf-9564_MatzenDas Schloss Gottorf dürfte in der Szene international einen bedeutenden Namen haben, denn es hat eine der interessantesten und vielseitigsten Sammlungen an historischen Schätzen und Grabungen. Bilder historischer Expressionisten finden sich hier genauso wieder wie hunderte Jahre alte Moorleichen aus der nordeuropäischen Eisenzeit oder das berühmte Nydamsboot.

Es ist das mit 1 700 Jahren älteste und immer noch seetüchtige Ruderboot Nordeuropas. Im Jahr 1544 wurde Schleswig die Residenzstadt für die Gottorfer Herzöge und stieg damit zum politischen Zentrum von Schleswig-Holstein Gottorf auf. Dieses imposante Barockschloss entstand auf einer Insel der Schlei auf den alten Fundamenten der bischöflichen Residenz. Neben den untergebrachten Museen bildet der Park ein grünes Band bis zum Barockgarten auf der Anhöhe. Ein kleines Schlosscafé liegt romantisch im Gewölbekeller.

 Wikingturm
Wikingerturm in Schleswig | © weites.land

Wikingerturm in Schleswig | © weites.land

Man gebe einer Bausünde einen historischen Namen und schon ist er berühmt. Das recht „moderne“ Bauwerk aus den 70ern, ein 90 Meter hohes Wohngebäude am Ende der Schlei will so gar nicht ins Bild der Stadt passen, aber es bietet im Dachcafé einen weiten und traumhaften Blick über die Schlei.

 Schleswiger Dom

sl-hafen-3233_MatzenEines der auffälligsten Wahrzeichen der Stadt ist der St. Petri-Dom. Seine Gründung geht auf das Jahr 1134 zurück, als an dieser Stelle eigentlich eine romanische Basilika errichtet werden sollte. Im 13. Jahrhundert erfolgte aber ein grundlegender Umbau zu einer gotischen Hallenkirche. Doch sollte es noch bis Ende des 19. Jahrhunderts dauern, bis die Kirche einen Turm bekam. Im Inneren ist der berühmte Bordesholmer Altar des Meisters der Schnitzkunst, Hans Brüggemann, zu bestaunen. Er ist für seine Schnitzkunst berühmt und schuf diesen Altar im Jahr 1521 ursprünglich eben für Bordesholm.

Altstadt

Hinter dem Dom führen schmale Wege und Gassen zwischen den idyllischen kleinen Häusern zum Rathausmarkt. Im ehemaligen Franziskanerkloster ist heute das Rathaus untergebracht, der Rathausmarkt selbst ist umgeben von kleinen und lieblichen Cafés und Restaurants. Die Hausfassaden sind oft mit Rosen in allen erdenklichen Farben geschmückt. Das historische Bild der Altstadt ist weitgehend erhalten geblieben.

Kloster und Bibelgarten

Aus dem Mittelalter stammt die Anlage des St. Johannis-Klosters. Sie zählt zu den besterhaltenen Klostern ihrer Zeit. Ein besonderer Müßiggang ist ein Wandeln im Bibelgarten, hier sind Sträucher, Bäume, Blumen und Nutzpflanzen angepflanzt, die auch in der Bibel ihre Erwähnung finden. Das ursprüngliche Benediktinerinnenkloster geht in seiner Entstehung über 800 Jahre zurück. Informationen gibt es unter St. Johannis Kloster.

 Fischersiedlung Holm

sl-holm-8008_MatzenViele Menschen kommen allein ihretwegen nach Schleswig. Sie parken ihr Auto am Hafen und besuchen sie dann, alleine oder in Gruppen – die malerische Fischersiedlung Holm. Sie entstand im 18. und 19. Jahrhundert auf einer Schleiinsel. Um den zentral gelegenen Friedhof mit seiner kleinen Kapelle gruppieren sich die farbenfrohen kleinen Fischerhäuser fast im Kreis. Auch hier sind die Fassaaden mit Blumen geschmückt, eine kleine Eisdiele an der Ecke bietet Kaffeespezialitäten und eben Eis an. Im kleinen Holmmuseum wird die Geschichte dieses idyllischen Ortes sichtbar. Erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Holm (Insel) mit der Stadt über einen festen Damm verbunden.

Haithabu

Wikinger-Haithabu_94_MatzenHaithabu ist kein Zauberspruch einer Hexe, es ist der Ursprung der Stadt Schleswig und eine frühzeitliche Stadt der Wikinger.  Der Name „Haithabu“ entstammt dem Dänischen und heißt übersetzt: „Bucht an der Schlei“. Heute ist es das Wikingermuseum im Land und lockt Menschen von nah und fern. Sieben rekonstruierte Wikingerhäuser, umgeben von einem Befestigungswall, kann man hier entdecken. In diesen Flechtwandhäusern wandelt man auf den Spuren der Holzhandwerker oder Fischer. In besonderen Veranstaltungen bekommt man ein Gefühl für den Umgang mit Pfeil und Bogen oder lernt das Brot zu backen, ganz nach Wikinger Art. Anhand von Fundstücken, Texten, Modellen und Rekonstruktionen kann man sich in die Zeit der Wikinger gut zurückversetzen. Immerhin befand sich an diesem Ort im 10. Jahrhundert das bedeutendste Handelszentrum der Wikinger in Nordeuropa. Die Wikinger hatten sich hier als Kaufleute und Handwerker niedergelassen. Informationen gibt es unter  wikingermuseum haithabu

Danewerk

Danewerk grenzt an den Wallring Haithabus und steht für eine Befestigungsanlage aus dem frühen bis hohen Mittelalter. Vermutlich wurde es zwischen 650 und 1200 nach Chr. errichtet. Es muss sich über eine Länge von knapp 40 Kilometern erstreckt  und von der Schlei bis an die Treene herangereicht haben. Die Dänen erbauten diese Anlage, um sich vor den Slawen und Sachsen zu schützen. Etwa 80 Prozent der Anlage sind noch erhalten. Danewerk gilt als das größte archäologische Denkmal in Nordeuropa. Informationen gibt es unter danewerk museum

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