Stadt

Rendsburg

Rendsburger Hochbrücke | © weites.land
Rendsburger Hochbrücke | © weites.land

Die alte Garnisonsstadt Rendsburg ist für die einen tiefste Provinz, für die anderen eine beschauliche Stadt am Nord-Ostsee-Kanal. Wer hier groß geworden ist, kehrt meistens wieder zurück und wer hier einmal war, wird diese Stadt nicht vergessen.

Rendsburg blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück, schon im Jahr 1199 wurde sie das erste Mal erwähnt. Viele historische Gebäude verleihen der Stadt ihren einzigartigen Charme und erzählen, wie es wohl einmal war. Die Tourist-Information führt auf einer blauen Linie, aufgemalt auf Pflastersteine,  durch die Stadt, entlang an den vielen Sehenswürdigkeiten. Der 3200 Meter lange Weg lohnt sich, sich Zeit zu nehmen, zu verweilen und einzutauchen in das Jetzt und in das Früher, was in Rendsburg so nah beieinander liegt wie selten anderswo.

Altes Rathaus

Zum Start dieser etwas anderen Stadtführung begeben wir uns auf den Altstädter Markt. Vom Alten Rathaus, auch Sitz der Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal, spielt ab 10.00 Uhr morgens alle zwei Stunden ein wohlklingendes Glockenspiel vor dieser historischen Kulisse auf dem malerischen Marktplatz. Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1566 und ist heute noch der Ort für die politischen Entscheidungen des Stadtrates. Das historische Zimmer des Bürgermeisters mit der Vertäfelung aus dem Jahr 1720 kann im Rahmen einer Stadtführung besichtigt werden.

St. Marienkirche

Nach einem verheerenden Stadtbrand ging auch die Kirche in Flammen auf, vermutlich war sie aus Holz. So baute man als Nachfolgerin die St. Marienkirche auf den damals höchsten Punkt der Stadt. Die St. Marienkirche ist das älteste Gebäude der Stadt. Im Jahr 1287 geweiht, gehört sie zu den ältesten Kirchen in Schleswig-Holstein.  Im Jahr 1454 wurde der Turm fertiggestellt. Im Inneren entdecken wir die beeindruckende Kanzel aus dem Jahr 1621 und den alterehrwürdigen Altar von 1649. Über die Jahrhunderte hinweg kamen die 17 Grabdenkmäler, auch als Epiphanien bezeichnet, hinzu sowie eine beeindruckende Sammlung von Gemälden und Kunstwerken.

Faszinierend sind die Gewölbemalereien und die bronzene Taufe aus dem 14. Jahrhundert. Die Marienkirche in Rendsburg hat eine beachtliche Sammlung an Kirchenglocken aus unterschiedlichen Zeiten. Die größte und schwerste Glocke bringt 2.750 Kilogramm auf die Waage und wurde im Jahr 1753 von Glockengießer Johann Annowitz geschaffen. An der  Glocke sind die Namen von drei Konsulen und sechs Senatoren verewigt. Die zweitgrößte Glocke ist noch recht jung, sie kommt aus der Karlsruher Glockengießerei und bringt 1.800 Kilogramm an Gewicht.

Die Stundenglocken für die Uhr wurden in den Jahren 1437 und 1553 gegossen, im Jahr 1682 folgte die erste Viertelstundenglocke und die zweite im Jahr 1961. Die letzte, die siebte, sie ist geheimnisvoll, denn so reich sie mit Emblemen verziert ist, so unbekannt ist ihr Erbauer und ihre Entstehung.

Historischer Giebel

Der historische Giebel aus dem Jahr 1566…. (Bericht folgt)

Schiffbrückenplatz

Unvorstellbar, aber eine Tatsache: dieser Platz war einmal ein riesiges Loch. Dieses Loch war gefülllt mit  Wasser. Die Ränder des Loches waren befestigt und an diesen Befestigungen lagen Schiffe. Zu diesen Schiffen führten Brücken. Denn: Bis ins Jahr 1893 war genau hier der Hafen von Rendsburg. Heute ist der Hafen eingeebnet ein beliebter Treffpunkt zum Shoppen und Flanieren. So ist verständlich, wie der Platz zu seinem Namen gekommen ist.

Schlossplatz

Warum heißt Rendsburg „Rendsburg“? An diesem Platz finden Sie die Erklärung.  Im Jahr 1199, also im Jahr seiner Erwähnung, stand an dieser Stelle die Reinholdsburg. Aus der Burg wurde ein Schloss. Doch nichts hält ewig und so wurde es im Jahr 1718 abgerissen. Auch heute geht der Abriss denkmalgeschützter Werte fort. Die Stadt lässt historische Gebäude so lange verfallen, bis der Denkmalschutz ausgehebelt werden kann und die Abrissbirne die enzige Alternative ist. So weichen auch am Schlossplatz zwei Häuser, doch zum Trost sollen prägende architektonische Elemente dieser Häuser in die Neubauten integriert werden. So bleibt der Schlossplatz mit seinem Brunnen ein schöner Treffpunkt und Ausgangspunkt zum Obereiderhafen.

Obereiderhafen

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Amtmandsgarden

In diesem historischen Gebäude war in Zeiten der dänischen Verwaltung auch der dänische Amtmann untergebracht. In diesem schönen Gebäude befindet sich heute das Büro der dänischen Minderheit. Wir recherchieren derzeit über weitere Informationen und werden diese dann bei weites.land veröffentlichen.

Kanalpackhaus mit Schleusenbecken

Auf der Route des alten Eiderkanals liegt hier das zweite von insgesamt drei Kanalpackhäusern. Vor dem Kanalpackhaus, oder auch Zollhaus, liegt der Rest des ehemaligen Schleusenbeckens. Von hier gab es noch bis in die junge Vergangenheit eine Verbindung zum Kanal. Doch mit der Errichtung des westlich liegenden Gieselaukanals wurde diese Verbindung gekappt.

Untereider

Rendsburg und die Eider sind miteinander fest verbunden. Der Fluss kann nicht ohne die Stadt genannt werden und Rendsburg nicht ohne die Eider. Durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals gab es einschneidende Veränderungen, die sich sowohl auf die Stadt wie auch auf die umliegende Natur auswirkten. So wurde die Verbindung von der Ober- zur Untereider gekappt und die Untereider braucht von hier aus ein wenig Strecke, um an Fahrt bzw. an Fluss zu gewinnen. Doch der Verlauf der Untereider bietet lauschige Plätze und eine herrlich grüne Oase in dieser Kleinstadt.

Gedenkstein Österreich gegen die Dänen

Heute haben wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Dänemark und das Miteinander könnte fast nicht besser sein. Doch die Vergangenheit war oftmals blutig und es kam mehrfach zu Kriegen Preußens und Österreichs mit Dänemark, dessen Grenze hier an der Eider verlief. Ein Gedenkstein erinnert hier an …..

Historisches Fachwerkhaus

Als Rendsburg im 17. Jahrhundert als Festung ausgebaut wurde, entstand dieses imposante Fachwerkgebäude.

Stadtseegelände

Der Bau des gigantischen Nord-Ostsee-Kanals veränderte sprichwörtlich alles. Dass die Menschen, die hier lebten und den Eiderkanal vor der Tür hatten, der die Ostsee mit der Nordsee verband, das gehörte zum Alltag. Aber dass hier etwas mitten durch die Natur gegraben wurde, was eines Tages eine der wichtigsten internationalen Wasserstraßen sein sollte, das konnte kein Normalbürger überblicken. Und auf einmal war es, als zöge jemand in der Badewanne den Stöpsel raus: Der Wassserspiegel sank stark ab.

Pulverschuppen

Urspünglich stand hier ein „Laboratorium“, doch das explodierte im Jahr 1850. Als Ersatz wurden die Pulverschuppen gebaut, die heute weniger Sprengkraft besitzen. Sie dienen heute als Räumlichkeiten für den Jugendtreff und die Eisenbahnfreunde. Die Pulverschuppen stehen mitten im „Hans-Heinemann-Park“, mit seiner umfangreichen und für jeden zugänglichen Skulpturenausstellung.

Arsenal Rendsburg

Ein beeindruckender Innenhof mit Durchgang durch den kleinen Torbogen, das ist der Kern des „Arsenals“. Hier ist neben Volkshochschule, Leihbibliothek und Bürgersaal das umfangreiche Druckmuseum untergebracht. Maschinen und Werkzeuge der vergangenen 200 Jahre erzählen vom Schriftsetzer, der die Schrift wirklich noch gesetzt hat, und all den anderen Berufen und Arbeitsschritten, die für einen guten Druck notwendig waren. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern werden die gewaltigen Druckmaschinen in Gang gesetzt und versetzen die Besucher immer wieder in Staunen. Eine alte Buchbinderei demonstriert, wie die einzelnen Seiten zu einem Buch zusammengefügt werden. Informationen unter druckmuseum

Zuvor lagerten hier Waffen und Ausrüstung des Militärs. So erklärt sich auch die Lage der naheliegenden Pulverschuppen.

Paradeplatz

F1000117Ist es der schönste Platz in Rendsburg? Wer hierherkommt, wird berührt sein von der Schönheit dieses Platzes und seiner barocken Umgebung. Der Paradeplatz wurde in den Jahren 1690 bis 1695 als Mittelpunkt des barocken Festungsstils „Neuwerk“  errichtet. Heute findet hier der Wochen- und der Jahrmarkt statt. Umgeben ist der Platz von netten Cafés und Restaurants und lädt zum entspannten Verweilen ein.

Ehemalige Kommandantur

Der Festungsbaumeister Pelli baute die Kommandantur Rendsburg im Jahr 1705. Er hatte den grundsätzlichen Auftrag dess Dänischen Königs für die Neugestaltung Neuwerks. Die ehemalige Kommandantur wurde zunächst als Privatsitz des Prinzen von Glücksburg genutzt und ging ab dem Jahr 1761 in den Besitz von Frederik V. über. In den Jahren 1848 bus 1852 kam es zur Erhebung gegen Dänemark. So nutzte die dänische Kommandantur das Gebäude.

Doch nach dem Sieg der Preußen bei der Schlacht an den Düppeler Schanzen übernahmen die Preußen diese und nutzten sie in den Jahren 1866 bis 1918 für ihre eigene Kommandantur. Im Erdgeschoss hatte der Festungskommandant seine Wohn- und Diensträume. In der ersten Etage stand ein Rokoko-Saal verziert mit Stuckdecke und Kaminen zur Verfügung. Nachdem Kopenhagen durch die Engländer mit einer Seeblockade belagert wurde, zog sich der dänische König Christian VII. in seine südwestlichste Festungsstadt zurück und verstarb am 18.03.1803 in diesen Räumen.

Nach der militärischen Nutzung zog im Jahr 1919 das Finanzamt in dieses Gebäude und verkaufte es 1954 in private Hand. Heute haben sich in der ehemaligen Kommandantur eine Anwaltskanzlei, ein Wohnungsbauunternehmen eine Praxis und die Geschäftsstelle einer Partei niedergelassen.

Garnisonskirche

Die Christkirche wurde im Jahr 1700 als Garnisonskirche eingeweiht. Die weiträumige und großzügige Kirche ist in der Form eines Kreuzes gebaut. Unter dem beeindruckenden Holztonnengewölbe ist das lichtdurchflutete Kirchenschiff Gastgeber für viele bekannte Konzerte.

Vor der typisch norddeutschen Schlichtheit kommen der aufwendig geschnitze Königsstuhl und die wunderschöne Kanzel aus der Werkstatt von Hans Pahl besonders zur Geltung. Den Klang des volumigen Orgelprospektes von Arl Schnitger muss man erlebt haben. Die Akustik in diesen Räumen ist einmalig. In der Kirche befinden sich viele sehenswerte Details und Kunstwerke.

Schifffahrtsarchiv

Der Rendsburger Reeder und Kapitänssohn Dr. Jens-Peter Schlüter hat der Stadt Rendsburg durch eine großzügige Stiftung das Schifffahrtsarchiv möglich gemacht. So ist in den Räumen dieses historischen Gebäudes die Geschichte der Rendsburger Hafen- und Schiffahrtsgeschichte erlebbar. Zu finden ist es in der Königsstraße 5, nahe dem Paradeplatz. Mittwochs ist es in der Zeit von 15.00 – 18.00 Uhr und samstags  in der Zeit von 11.00 – 13.00 Uhr geöffnet.

Informationen gibt es unter schifffahrtsarchiv rendsburg

 Garnisonsapotheke

Diese Apotheke hat ihre Geschichte. Einst lebte hier der Festungsbaumeister D. Pelli. Im Jahr 1720 wurde die Aptotheke eingerichtet, um die Soldaten versorgen zu können. Auch nach 300 Jahren ist die Apotheke äußerlich ganz die Alte geblieben. Wer die Ausrede der Medizin braucht, um einen Likör zu trinken, der bekommt hier in dieser Apotheke das berühmte „Kanalwasser“. Etwa 40 Meter vor dieser Apotheke findet sich auf dem Paradeplatz ein Gedenkstein. Im Jahr 1725 wurde an dieser Stelle das letzte Todesurteil vollstreckt: Mit dem Schwert ging es Capitan Prätorius  wortwörtlich an den Kragen, weil dieser an der Ermordung des Reichsgrafen von Rantzau beteiligt war.

Jüdisches Museum

Das jüdische Museum ist das zweitälteste überhaupt und das einzige seiner Art nördlich von Berlin. An Stelle der Synagoge aus der Zeit des jüdischen Lebens in Rendsburg wird auf moderne und verständliche Art die Geschichte der Juden spürbar. Zu finden ist es in der Prinzenstraße 7-8 und hat Dienstags bis sonntags in der Zeit von 12.00-17.00 Uhr geöffnet. Informationen gibt es unter jüdisches museum rendsburg

Provianthaus

Rendsburg war Garnisonsstadt. Das bedeutete auch eine logistische Herausforderung für die Verpflegung der Soldaten in ihren Kasernen und auf dem Feld. Hierfür wurde das riesige Provianthaus gebaut, in dem heute die Rendsburger Augenklinik untergebracht ist. Der Komplex wurde im Jahr 1803 durch ein Feuer zerstört und wieder aufgebaut. Wir recherchieren im Moment für weitere Informationen und werden diese hier unter weites.land veröffentlichen.

 Hauptwache

Zum Paradeplatz zählt die Hauptwache als ein besonders historisches Gebäude. Es entstand in den Jahren 1690 und 1700, heute ist es denkmalgeschützt. Die Hauptwache war das Revier der Stadt und hatte auch Gefangenenzellen.  Der berühmteste Gefangene war Uwe Jens Lornsen, der sich für Schleswig-Holstein und seine Unabhängigkeit starkmachte. Vor der Hauptwache wurde im Jahr 1848 die Festung Rendsburg kampflos durch eine List der Schleswig-Holsteiner  an diese übergeben. Heute befindet sich hier ein uriges empfehlenswertes Restaurant in den historischen Räumen. Informationen gibt es unter hauptwache rendsburg.

Lornsendenkmal

Zum Gedenken an die blutige Erhebung der Schleswig-Holsteiner ab dem Jahr 1848 wurde in Rendsburg das Lornsendenkmal aufgestellt. Aber wer war Lornsen? Uwe Jens Lornsen wurde am 18. November 1793 in Keitum auf Sylt geboren und verstarb am 12. Februar 1838 am Genfer See. In seinem turbulenten politischen Leben als deutscher Jurist und Beamter der dänischen Regierung erregte der mit seiner Schrift „Ueber das Verfassungswerk in Schleswigholstein“ großes Aufsehen und wurde Vorkämpfer eines vereinten und von der dänsichen Krone unabhängigeren Schleswig-Holstein.

Weiße Brücke

Die weiße Brücke verbindet auf sehr romantische Art und Weise den Stadtteil Neuwerk mit dem Stadtzentrum. Sie führt geradewegs auf das malerische Rendsburger Theater zu.

Pelli-Hof

Schon im 18. Jahrhundert gab es Gastarbeiter aus Italien und sie wurden schon damals gern gesehen. Zu ihnen gehörte auch Dominicus Pelli, den man als Architekten für viele Gebäude in Rendsburg gewinnen konnte. Enstprechend hat er das Bild der Stadt maßgeblich geprägt. Beispiele dafür sind die Christkirche und das Hohe Arsenal. Die Verwandschaft ist deutlich erkennbar. Pelli erbaute den „Pellihof“ für sich und sein Wirken, er integrierte den Bauhof und nutzte das Gebäude später als seinen Alterssitz. Im Jahr 1800 zog die Gastronomie in dieses schöne Haus ein, später kam der Hotelbetrieb dazu. Wer in diesen Mauern Gast sein möchte, kann sich informieren unter pellihof rendsburg.

Stadttheater

Rendsburg als aufstrebende Stadt benötigte ein Theater und einen Ballsaal. Nach reichlicher Überlegung  kam es im November 1900 zur Grundsteinlegung. Bereits ein halbes Jahr später, am 02. Juni 1901, wurde Richtfest gefeiert. Und, als konnten es die Rendsburger gar nicht abwarten, wurde das Gebäude am 13. November 1901 feierlich eingeweiht.

Viele Theater hatten sich die Architekten im Vorfeld angeschaut, sie reisten dafür sogar ins schwedische Ystad, um das dort im Bau befindliche Theater zu besichtigen. Von dort wurden sogar Pläne abgekauft. Das Rendsburger Theater bekam Stilelemente der Renaissance, die mit Vorbildern der Gründerzeit kombiniert wurden. Einige Jahre später wurde allzu üppiger Zierrat entfernt, sodass das Rendsburger Theater sein eher klassizistisches Aussehen bekam, wie wir es heute kennen.

In seinem leuchtenden Weiß ist es ein außergewöhnlich schöner Blickfang der Stadt. Vor der Zeit des Theaters war der südliche Teich mit der Obereider verbunden. Diese Wasserverbindung wurde zugeschüttet. Heute sind die Holztreppen zum Wasser ein beliebter Platz, um einige Minuten vom Treiben der Stadt abzuschalten. Informationen gibt es unter stadttheater rendsburg

Wächterkopf

Die Festung Rendsburg  war die südlichste große Bastion Dänemarks nach der Erweiterung durch den neu dazugekommenen Teil „Neuwerk“ . Hier stand das Altholsteiner Tor, durch dass man den dänischen Teil in das deutsche Fürstentum verließ. Der am Altholsteiner Tor angebrachte Wächterkopf konnte erhalten werden.

Zum Landknecht

Man sagt, es sei das älteste Bürgerhaus der Stadt, aber wie Mythen so sind, werden diese manchmal entzaubert. Aber ohne wenn und aber verzaubert einen dieses Gebäude auf seine ganz eigene Art. Aber nun zum Beginn: An dieser Stelle in der Schleifmühlenstraße stand ein Haus aus dem Jahr 1541. Es war somit wirklich das älteste Wohnhaus in Rendsburg. Aber, dass in Rendsburg historische Gebäude abgerissen werden, hat eben auch seine Historie.

In diesem Fall geschah es im Jahr 1951. Doch geschickt wurden Teile der alten Fassade wieder in den Neubau eingesetzt. Das Flair des alten Hauses ist erhalten geblieben, auch, wenn sein Vorgänger im unteren Bereich gar kein Fachwerk hatte. Dass eine der ursprünglichen acht Figuren fehlt, fällt wohl keinem auf. Etwa 150 Jahre befand sich in diesem Haus eine Gastwirtschaft. Nun, einen Besuch ist es allemal wert und ohne dieses denkmalgeschützte Gebäude würde Rendsburg etwas fehlen.

Katholische Kirche

Es ist noch eine recht junge Kirche, die St. Martin-Kirche in der Herrenstraße in Rendsburg. Sie ist für die damalige Zeit ein spannender Kirchenneubau. Am 04. Juni 1967 wurde sie geweiht. Prägnant ist das aufwendige Schalendach. Im Inneren der Kirche ist auf die klassischen Kirchenfenster verzichtet worden, ein unterhalb des Daches laufendes Lichtband aus Buntglas erhellt die Kirche in einem ganz besonderen Licht. Der freistehende Kirchturm  ist mit einem pyramidenförmigen Dach bedeckt und erreicht eine beeindruckende Höhe von 36,90 Metern. Im Inneren des Turmes läuten fünf Glocken zum Gottesdienst. Informationen gibt es unter katholische st.-martin-kirche rendsburg

Altes Stellwerk

Das Museumsstellwerk Rendsburg zeigt auf beeindruckende Weise ein Stück Eisenbahngeschichte der Stadt. Ich erinnere mich noch gut, als die Schranken von Hand gekurbelt und die Weichen von hier aus über lange Drahtseilzüge mit einem riesigen Hebel gesteuert wurden. Informationen zu den Zügen kamen per Telefon. Ein interessanter Einblick in die junge Vergangenheit erzählt hier die Geschichte von 100 Jahren Betriebsamkeit dieses Ortes. Das Museumsstellwerk ist unübersehbar in der Nähe des Rendsburger Bahnhofes. Informationen unter museumsstellwerk rendsburg

Garnisonsfriedhof

Nahe des Anlegers der Schwebefähre auf der Nordseite des Kanals befindet sich am Fuße der Rendsburger Hochbrücke der Garnisonsfriedhof. Historische Gedenksteine und Grabmäler, gusseiserne Kreuze umgeben von Wildwiese und Strauchwerk geben Raum, an die Opfer von Krieg und Cholera zu denken und einen Moment in sich zu gehen. Von der Schiffsbegrüßungsanlage geht es nördlich, immer links der Brücke. Hier ist ein oft vergessener Ort der Ruhe.

 Schwebefähre, Schiffsbegrüßung und historische Eisenbahnbrücke

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Als wir Besuch aus Australien hatten, stand natürlich ein Besuch der Stadt Rendsburg auf dem Programm. Ich erzählte viel von der Schwebefähre, die uns unterhalb einer großen Brücke drei Meter über das Wasser trägt. Nur „vergaß“ ich zu erwähnen, dass Brücke und Schwebefähre an Seilen verbunden sind.

Es wurde viel spekuliert und die Spannung war groß, als wir mit unserem Bull endlich auf dieser Fähre standen und lautlos über das Wasser glitten. Ungläubige Blicke, wie so etwas denn möglich sei, und dann der offenbarende Blick zurück, als wir an der Eisdiele im Rendsburger Hafen eine Rast einlegten. Unvergessen ist diese Geschichte heute in Sydney eine kleine Anekdote an dieses beschauliche Rendsburg mit diesem besonderen Verkehrsmittel, welches es nur weitere sechs Mal auf der ganzen Welt gibt. Das Wahrzeichen der Stadt hat aber vor Kurzem den schwärzesten Tag in seiner Geschichte erlebt.

Ein Unfall beschädigte die Schwebefähre so stark, dass ie nun neu gebaut werden muss Dabei ist sie zum Weltkulturerbe der Unseco angemeldet. Die Menschen der Region lieben diese Fähre kämpften dafür, dass sie gerettet werden kann. Die Schwebefähre hat seit über 100 Jahren Menschen, Fahrräder und Autos zuverlässig in 90 Sekunden über den hier 135 Meter breiten Kanal gebracht. Derzeit ist sie abgebaut. Schnellstmöglich soll sie wieder in Betrieb gehen.

 

Die Fähre ist verbunden über Rendsburgs beeindruckendstes Baudenkmal: eine der bedeutendsten und größten Eisenbahnbrücken Europas.  Sie wurde in den Jahren 1911 bis 1913 erbaut und hat eine Länge von 2.486 Metern. Dazu kommen noch die elend langen Auffahrrampen an beiden Seiten.

In den Monaten Mai bis September finden an Sonntagen zwischen 14.00 und 15.00 Uhr Brückenführungen statt, dann geht es hoch auf die Aussichtsplattform in einer Höhe von 40 Metern. Treffpunkt ist auf der Nordseite am Parkplatz der Schiffsbegrüßungsanlage. Die Schiffsbegrüßungsanlage empfängt jedes Schiff mit einer kurzen Beschreibung und der Nationalhymne des jeweiligen Landes,  unter dessen Flagge das Schiff registriert ist. So genießt man bei Kaffee und Kuchen einen herrlichen Panoramablick auf den Kanal.

Fußgängertunnel / die einst längsten Rolltreppen der Welt

Fussgängertunnel Nord-Ostsee-Kanal

Fussgängertunnel Nord-Ostsee-Kanal | © weites.land

Seit der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals ist das Verkehsaufkommen auf dem Kanal, aber auch auf den Straßen kontinuierlich gestiegen. schon früh gab es endlose Staus an den Drehbrücken, die nahe des Conventgartens  über den Kanal führten. Diese sorgten seit Beginn an für eine Verbindung zwischen Nord- und Südseite des Kanals für Kreisbahn, Autos und Menschen.

Zwischen den Jahren 1962 und 1964 entstand der Fußgängertunnel mit Abstand zum parallel verlaufenden Straßentunnel. Die Drehbrücke wurde daraufhin abgerissen. Doch Nebelglocke und Sockel der einstigen Drehbrücke sind erhalten geblieben und auf dem parkähnlichen Gelände am Conventgarten zu entdecken.

Der Fußgängertunnel ist neben zwei Fahrstühlen auch mit den seinerzeit längsten Rolltreppen der Welt zu erreichen. Diese haben eine durchgehende Länge von 55,19 Metern und führen 28 Meter in die Tiefe. Dann geht es durch die 131 Meter lange Röhre zu Fuß auf die andere Kanalseite.

Conventgarten

F1010135Ob der Eigentümer des Conventgarten schon daran dachte, wie berühmt sein Haus einmal werden würde, als er hier im Jahr 1874 sein Restaurant mit Ballsaal eröffnete?  Denn wenige Jahre später lag sein Haus direkt an einer riesigen Baustelle. Wer wünscht sich denn so etwas?

Hier wurde gebuddelt und gegraben, alleine in diesem Areal schufteten hunderte Menschen mit Maschinen, die wir uns heute nicht mehr vorstellen können. Doch dann füllte Wasser den breiten und tiefen Graben und seit dem Jahr 1895 flanierten Schiffe entlang dieses Gasthauses.

So entwickelte es sich kontinuierlich bis heute zu einem First Class Hotel, was weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist. Eine Terrasse liegt vor dem Haus mit direktem Blick auf den Kanal. Viele Menschen genießen diesen Ort, um die kleinen und großen Schiffe an sich vorbeiziehen zu lassen oder auch mal die Ruhe des großen Stromes zu genießen. Wer Lust hat, einen besonderen Ort an einem besonderen Ort zu erleben, findet Informationen auf conventgarten rendsburg

Längste Bank der Welt

Normal schieben die Rendsburger nichts auf die längste Bank. Aber sie wollen allen Gästen einen Platz mit bester Aussicht bieten. Und den haben Sie zm Beispiel unterhalb der Kanaluferstraße. Am westlichen Ufer auf der Nordseite des Kanals, da steht sie, die längste Bank in Europa. Für einen Weltrekordversuch nahmen hier bereits gleichzeitig 1594 Kinder auf der 575,75 Meter langen Bank Platz. Die längste Bank der Welt bietet den Blick  auf einen der schönsten Abschnitte des Nord-Ostsee-Kanals. Bei der offiziellen Vermessung am 19.09.2014 wurde im Beisein von 871 Kindern der Weltrekord bestätigt.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.