Rad & Wandertouren

Pilgerweg Via Scandinavica

Mönchsweg
Mönchsweg | © weites.land

Pilgern über Grenzen hinweg, das ist eine der vielen schönen Seiten im Grenzland. Schleswig-Holstein ist seit jeher fest verwurzelt mit den skandinavischen Ländern, solche gemeinsamen Pilgerwege sind besonderer Ausdruck der inneren Verbindung.

Mönchsweg

Mönchsweg Statue in Puttgarden | © weites.land

So verbindet die Via Scandinavica die nordischen Länder mit dem Süden. Heute kommen die Pilger aus Skandinavien mit der Fähre an. Eine lebensgroße Mönchsfigur links vom Fähranleger bildet den Startpunkt der Etappe in Deutschland, die bis in die Lutherstadt Eisenach führt.

Ca. 660 Kilometer liegen vor uns, würden wir den Weg bis ans Ende gehen, doch bleiben wir fürs erste in Norddeutschland. In Schleswig-Holstein führt der Weg parallel zur Ostsee über Lübeck bis nach Lauenburg an der Elbe.

Pilger machen sich auf dieser Route seit mehr als 1000 Jahren auf den Weg. Sollte früher Rom oder Jerusalem erreicht werden, gibt es heute ein dichtes Netz an den Jacobswegen in Richtung Spanien.

Pilgerweg Via Scandinavica

Vor 1000 Jahren gab es aber weder Karte noch Kompass, auch keine Straßenschilder und erst recht konnten viele Menschen auch gar nicht lesen. Brücken und Fähren waren unbekannt. Sumpf, Moor und Wald, der zum Teil wild und undurchdringlich war, stellten zu große Gefahren dar.

Doch musste es ja eine Möglichkeit geben, sich zu orientieren.

So suchte man geeignete Landmarken wie Flussläufe, das Meer oder auch zunehmend Kirchtürme, an denen der Weg vorbeiführen würde. Hier, in Norddeutschland, verliefen die Pilgerwege meist parallel zur See und im Binnenland entlang der Flüsse.

Moenchsweg bei Puttgarden

Mönchsweg bei Puttgarden | © weites.land

Erst im 18. Jahrhundert beganen die Ausbauten von Straßen und Brücken. Mit Einzug der Eisenbahn wurden die Strecken oft entlang der Pilgerwege geführt, da diese die kürzesten Verbindungen darstellten.

Historisch gesehen kann davon ausgegangen werden, dass die Via Scandinavica im schwedischen Upsalla begann und die Menschen mit Fischerbooten über den Fehmarnbelt nach Puttgarden kamen. Wer einmal bei Wind übergesetzt hat, bekommt ein Gefühl dafür, wie wohl vor hunderten Jahren eine solche Überfahrt ausgesehen haben muss. Mehr als drei Stunden ging es durch oft stürmische See.

Das Landvolk, was vieleicht zum ersten Mal im Leben auf See war, dankte in Puttgarden in der Peter Paul Kapelle mit einem Opfer, bis hierher heil angekommen zu sein. Die Kapelle entstand im Jahr 1198.

Die Etappen

  • Puttgarden – Fehmarnsund
  • Fehmarnsund – Grube
  • Grube – Brodau
  • Brodau – Klingberg
  • Klingberg – Lübeck
  • Lübeck – Berkentin
  • Berkentin – Ratzeburg
  • Ratzeburg – Mölln
  • Mölln – Büchen
  • Büchen – Lauenburg
  • Lauenburg – Lüneburg

Kirchen des Weges (in Vorbereitung)

Peter und Paul Kapelle: In der Nähe Puttgardens gab es von 1198 bis ins Jahr 1644 die „Peter und Paul Kapelle“. Zugrunde lag eine Bitte des Papstes an den dänischen Herrscher Knud VI.. Die Pilger, die vom dänischen Lolland hierher kamen, wollten in der Kapelle für die gute Überfahrt danken und spendeten in den eichernen Opferstock der Kapelle. Man nannte ihn „Strand-Block“. In den Zeiten der Kapelle war er vor dieser am offenen Strand zugänglich. Er ist erhalten geblieben und befindet sich heute in der St. Jürgen-Kapelle in Burg. Die Reformation beendete den Einfluss des Papstes im Norden Europas, doch diente die Kapelle bis dahin als ein Wallfahrtsort  auf dem Pilgerweg. Heute steht an dieser Stelle eine kleine Schutzhütte mit Glockenturm und eine Gedenktafel, die an diese Kapelle erinnert.

Kirchen des Weges mit Pilgerunterkünften

  • St.Antonius-Kirche in Neukirchen (Ostholstein)
  • Jakobi-Kirche in Lübeck
  • Luther-Melanchthon-Kirche in Lübeck
  • Marien-Kirche in Büchen

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