Gemeinde

Oeversee – Gemeinden in Schleswig-Holstein

Oeversee | © weites.land
Oeversee | © weites.land

Das erste Feldlazarett des Internationalen Roten Kreuzes wurde 1864 in Oeversee aufgeschlagen. Nun ist die Geschichte des Roten Kreuzes eine eigene und spannende. Dass gerade hier in Oeversee das damals frisch gegründete Rote Kreuz seine erste Bewährungsprobe hatte, dagegen eine voller Leid und Trauer.

Postleitzahl: 24987; 24988
Vorwahl: 04630, 04638, 04602
KFZ-Kennzeichen: SL
Amt: Oeversee
Kreis: Schleswig-Flensburg
Einwohner ca: 3375
Fläche: 36,26 km2
Höhe über Normal Null: 31 m

Oeversee hat am 06.Februar 1864 mit der Geschichte der Schlacht im Deutsch-Dänischen Krieg Geschichte geschrieben und ja, das Wort „Schlacht“ kommt von schlachten. Von Menschen schlachten. Unvorstellbar und hoffentlich nie wieder an diesem Ort. Zur Anzahl der Opfer auf beiden Seiten gibt es stark abweichende Angaben. Die verlässlichste Quelle nennt 135 Tote und 445 Verletzte. Die medizinische Versorgung im Krieg gab es zum ersten Mal durch Abgeordnete des Roten Kreuzes, die bei dieser Tragödie anwesend waren. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Historische Krug in Oeversee, der hier als weltweit erstes Feldlazarett überhaupt diente. Ein Denkmal der damals verbündeten Österreicher und ein dänisches Denkmal erinnern an diesen Gewalt–Excess.

Die Geschichte des Historischen Kruges lässt sich bis ins Jahr 1519 zurück verfolgen, er soll der älteste Krug in Schleswig-Holstein sein. So ist seine Geschichte eng mit der Oeversees und auch einem Teil unseres Bundeslandes verbunden, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. 

Oeversee liegt gerade einmal 10 Kilometer südlich von Flensburg entfernt, noch heute erinnert der Oeverseemarsch von Flensburg in diese Gemeinde an den grausames Kriegstag, aber mehr noch an die Hilfsbereitschaft von Menschen, die Leid lindern wollten. Umso mehr dürfen wir heute die gute und freundschaftliche Beziehung zu den Dänischen Nachbarn schätzen, Oeversee sollte ein Beispiel dafür sein, dass ein Miteinander doch deutlich glücklicher macht, als gegeneinander zu sein. Nur die Bayern haben es nicht verstanden, wenn sie durch ihre rechtspopulistische Ausländermaut ein solches Miteinander unsäglich und dumm stören wollen.

Oeversee darf mit Fug und Recht als historische Gemeinde gesehen werden. Sei es mit seinem wunderschönem Gotteshaus, der St. Georg Wehrkirche oder mit seiner direkten Lage am Ochsenweg, an dem auch der historische Krug und diese Feldsteinkirche liegt. Den Ochsenweg beschreiben wir an anderer Stelle als heutigen Fernwanderweg.

St. Georg Wehrkirche Oeversee | © weites.land

St. Georg Wehrkirche Oeversee | © weites.land

Die St.Georg Wehrkirche ist eine der ersten Kirchen in dieser Region. Beeindruckend sind die Schießscharten im rundlichen und massiv errichteten Turm mit seinem eigenwilligen barocken Aufsatz. Solche Türme findet man ebenfalls bei der am Ochsenweg liegenden Laurentius-Kirche in Kosel und Katharinenkirche in Süderstapel. Schon zu früher Zeit pilgerten auf dieser Ochsendrift auch Geistliche und Gläubige aus Skandinavien nach Jerusalem, Rom oder zum Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Altar und Taufbecken der Kirche stammen übrigens noch aus der Zeit der Erbauung und sind aus dem berühmten Kalkstein Gotlands geformt. 

 

Neben der Geschichte hat Oeversee eine atemberaubende Landschaft. Die Treene und mit ihr einer der bedeutendsten Flüsse Schleswig-Holsteins fließt durch das Gemeindegebiet. Ein einzigartiges Naturschutzgebiet mit Aussichtsbalkon und einer traumhaften Weite bieten die Fröruper Berge. Südöstlich vom Ortsteil Frörup gelegen, gehört es zum großen Naturschutzprojekt „Obere Treenelandschaft“. Wunderbare Wege lassen uns das Gebiet durchstreifen und die Zeit dabei vergessen. Ob aufsteigender Neben am Morgen, die steile Mittagssonne oder die laue Luft im Sonnenuntergang, diese Umgebung spielt mit ihrem Licht, wie man es kaum anders so ungestört erleben kann. Wald, Heide und Moorlandschaft wechseln sich auf diesem Gebiet ab und führen uns immer wieder in dieses kleine Paradies.

Ein weiteres herrliches Stück Natur ist der Sankelmarker See sowie den Arnkielpark mit seinen mehr als 5.500 Jahre alten Hühnengräbern.

Zur Gemeinde gehören Frörup, Oeversee und Sankelmark. Sankelmark war einst selbständige Gemeinde mit ihren Ortsteilen Augaard, Barderup, Bilschau, Juhlschau und Munkwolstrup vor der Fusion mit Oeversee.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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