Stadt

Nortorf

Nortorf |© weites.land
Nortorf |© weites.land

54°, 11 Minuten und 7,9353 Sekunden Nördlicher Breite, 9°, 49 Minuten und 19,5452 Sekunden Östlicher Länge, Höhe 20,12 m über N.N, das sind die Koordinaten, die Nortorf im Land über Nacht berühmt machten. Denn hier, so befand das Landesvermessungsamt, liegt die Mitte von Schleswig-Holstein.

Unweit der Straße im Stadtteil Thienbüttel liegend, weist ein Mühlstein, nett eingerahmt von Bänken, auf diesen besonderen Ort hin. Dabei ist Nortorf weltweit berühmt. Die Firma Teldec produzierte ihre Schallplatten in Nortorf und viele der nationalen wie international bekannten Stars und Sternchen reichten sich hier die Hand. Bis zuletzt wurden im Ort noch Musikkassetten und CDs produziert, doch vor wenigen Jahren schloss auch die letzte Produktionsstätte.

Ein kleines, familiäres Museum erzählt ein wenig über die historische Geschichte von Schallplatte und Co. In diesem Museum befindet sich auch eine alte Apotheke von etwa 1910 und eine kleine Sammlung zur Geschichte dieser Stadt. Nortorf, seit dem 19. Juli 1909 mit Stadtrechten versehen – eben zentral in Schleswig-Holstein liegend, ist auch Sitz der Amtsverwaltung für das Nortorfer Land mit seinen 20 Gemeinden. Bereits im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt, bekam sie 1872 die heute wunderschöne neugotische Kirche St. Martin. Diese steht mitten im Ort gegenüber eines Marktplatzes.

Dort gibt es gute Parkmöglichkeiten, um diese kleine Stadt in alle Richtungen gut zu Fuß zu erkunden. Bereits im Jahr 1953 entstand im östlichen Teil ein Stadtpark, in dem sich seit 1987 der Skulpturenpark mit den Arbeiten von 22 Bildhauern befindet. Innerhalb des Stadtparks wurden zwei Bienenwiesen angelegt, neben einer wilden Blütenbracht finden hier die Nutzinsekten wie Hummeln und Bienen eine kleine Oase. Nortorf ist ein unaufdringlicher Anlaufpunkt, sei es, um in den kleinen Läden einzukaufen, ein wenig zu schlemmen oder sich kleinstadtnah treiben zu lassen.

Evangelische Kirche St. Matrin

Vermutlich wurde die erste Kirche in Nortorf durch Heinrich den Löwen um 1150 gegründet. Um 1300 folgte ein Neubau auf Basis der Grundrisse der damaligen Landeskirchen. Bis zum Jahr 1440 unterstand das Kirchspiel Nortorf dem Domprobst zu Hamburg, der sie dann aber an das Kloster Itzehoe übetrug. Es war 1527 oder 1528, als die Kirche im Inneren völlig ausbrannte.

Ein schwerer Sturm setzte ihr dann 1660 abermals zu, als dieser den Turm umwehte. Erst 18 Jahre später wurde der Turm wieder errichtet. Doch das Übel nahm kein Ende. Allein in den Jahren 1707 bis 1783 wurde der Turm dreimal vom Blitz getroffen, im Jahr 1871 entschloss man sich, die Kirche komplett abzureißen und neu zu erbauen. Bereits am 15. Oktober 1872 wurde die heutige dreischiffige neugotische Backsteinhallenkirche geweiht. Der im Jahr 1857 errichtete Altar und die im Jahr 1589 von Melchior Lucas in Husum gegossene Taufe wurden aus der abgerissenen Kirche in den Neubau integriert. Im Jahr 1875 lieferte die dänische Orgelbaufirma aus Appenrade eine beeindrcukende Orgel mit 26 Registern auf zwei Manualen mit Pedal.

In den Jahren 1935 und 1964 erfuhr die Orgel eine Renovierung und Erweiterung und bekam bei einer weiteren Renovierung ein Koppelmanual. Heute verfügt sie über insgesamt 35 Register. Zur Zeit des Neubaus befand sich unmittelbar an der Kirche seit über 700 Jahren der Friedhof für das Kirchspiel. Die Kirche steht heute täglich offen und führt ein aktives Gemeindeleben. Mehr unter http://stmartin-nortorf.kw01.net/

Katholische Kirchengemeinde St. Vicelin Nortorf

Eigentlich wird mir erst beim Schreiben dieser Artikel bewusst, dass die evangelische und katholische Kirche einen langen gemeinsamen Weg gegangen sind. Denn bis zur Reformation gab es nur eine Kirche. Doch dieser geschichtliche Umstand änderte alles, auch in Nortorf. Wie an anderen Orten wurde auch hier die Gemeinde protestantisch, allerdings untersagte im Jahr 1542 der dänische König Christian III. die öffentliche Ausübung der katholischen Religion.

Es sollte mehr als 400 Jahre dauern, bis sich ein katholischer Pfarrer aufmachte, eine Gemeinde in Nortorf zu gründen. Durch den Flüchtlingsstrom infolge des Zweiten Weltkrieges kamen vermehrt Katholiken nach Schleswig-Holstein, sodass am 12.11.1946 der erste katholische Gottesdienst im Landkrug gefeiert werden konnte. Im Jahr 1949 wurde dann ein Bauplatz für die neue Kirche gekauft, bereits im folgenden Jahr wurde die neue Kirche eingeweiht. Mehr gibt es unter www.st-vicelin.de

Sonntags kommt der Braten auf den Tisch

Ja, so war das früher, auch hier in Nortorf. Morgens ging es in die Kirche und um 12.00 Uhr war der Tisch gedeckt. In der Mitte standen sie, die Schüsseln mit Kartoffeln und Gemüse, die Sauciere und dann kam er, der Star des Mittags – der Sonntagsbraten. Mutter kam zum Schluss aus der Küche und los ging es, das gemeinsame Mahl.

Ach ja, wäre doch manches wie früher… Es ist wie früher – jedenfalls im Gasthof Ritzebüttel. Da kommt, wie bei Muttern, der Braten auf den Tisch. Mit Schüsseln – wie früher. Nur heute sitzt Mutter gleich auf ihrem Platz, ganz ohne zu arbeiten. Hier, im Stadtteil Thienbüttel, findet in den Räumen und auf dem Campingplatz von Ritzebüttel die Familie ihren Mittelpunkt. Nah am Mittelpunkt Schleswig-Holsteins fühlen wir uns bei Familie Krogmann wie zu Hause.

Ganz gleich, ob wir im Hotel, in einer der Ferienwohnungen oder mit dem Bulli auf dem eigenen Campingplatz übernachten. Von hier sind wir schnell an den umliegenden Seen, dem Nord-Ostsee-Kanal, oder in Dänemark. Hier, in der Mitte Schleswig-Holsteins, stehen uns alle Richtungen offen. Weitere Informationen Gasthof Ritzebüttel Camping – Hotel – Gaststätte Rendsburger Str. 11 24589 Nortorf Tel. 04392-84800 http://www.gasthof-ritzebuettel.de

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.