Inseln

Nordstrand

Nordstrand
Nordstrand | © weites.land

Nordstrand als Insel wahrzunehmen, das gelingt erst auf dem zweiten Blick. Nördlich von Husum, in Schobüll, führt der vier Kilometer lange, schmale Damm auf die Halbinsel und öffnet uns das Tor zu einer bezaubernden und einzigartigen RegionNordfrieslands.

Nordstrand ist eine klassische Marschinsel, sattes Grün, so weit das Auge reicht, umgeben von der faszinierenden Wattlandschaft, mit seinen weitläufige Höfen, unzähligen Schafe auf den umliegenden Deichen und dem immerwährenden Möwengeschrei. Nordstrand, das ist einen Urlaub wert oder einfach mal einen Ausflug in die Natur, die kleine Dorfkirche oder das Restaurant / Cafè. Als sei die Zeit stehen geblieben, verlangsamt sich unser Puls, wir atmen die Nordseeluft und fühlen uns frei.

Frei wie der Wind

weites land

© weites.land

Lust auf Bewegung, Lust auf Natur, Lust auf Genuß, das macht das auf den ersten Blick ein wenig monotone Nordstrand so vielfältig. Die Menschen in dieser Umgebung, sie mussten kämpfen und sie mussten überleben. So schön die Nordsee mit ihrem Watt Jahr für Jahr unzählige Menschen begeistert, so wissen die Bewohner dieser Region um die täglichen Herausforderungen, Fluten und Stürmen, die seit jeher diesen Landstrich wie kaum einen anderen geprägt haben.

Geschichten und Sagen ranken sich um dieses Ort und noch heute gibt der Meeresboden imer wieder Fundstücke aus der Vergangenheit frei. Mal ist es ein Totenschädel, mal altes Porzelan oder einer dieser Brunnenringe.

Auch, wenn sie schon bald 700 Jahre her ist, so zeigen die Folgen der großen Mandränke von 1362 auch heute noch ihre Spuren. Der sagenumwobene Ort Rungholt versank in diesen Fluten und auch 1634 brach eine schwere Flut über Mensch und Vieh herein. Sie rissen ganze Kirchspiele mit sich und abermals tausende von Menschen.

Nordstrand ist übrig geblieben und wird seit dem 16. Jahrhundert durch Deiche geschützt. Aus dieser Zeit stammt der Ausspruch „Wer nicht will deichen, der muss weichen.“

Nordstrand

Nordstrand | © weites.land

Auf der etwa 50 Quadratkilometer großen Halbinsel leben 2.300 Menschen. Neben der Landwirtschaft verdienen sie sich hauptsächlich im Tourismus. Und der ist auf dieser Insel sehr ruhig. Die Menschen sind bodenständig, geprägt von der rauhen Umgebung. Und so sind sie vielleicht ein bisschen wortkarge, aber in ihrer Seele sehr herzliche Gastgeber. Hippe Lokale udn Bars gibt es anderswo, hier gibt es die familiären Lokale, das kleine Dorfcafè und echte Geschichten von echten Einheimischen.

Das Sonnenbad teilen sich die Touristen mit den Schafen. Angst muss man vor diesen wilden und eigenwilligen Deichpflegern nicht haben, falls aber doch, gibt es auch abgezäunte Badezonen. Dort führen kleine Treppen bis in die Nordsee, so sie denn gerade mal da ist. Baden kann man rund um die Insel herum, vorrausgesetzt, das Meer ist da. Der Gezeitenkalender hilft aber bei der Planung von Ebbe und Flut. Wer sich aber auch bei Ebbe ins Watt wagt, dem stehen erfrischende Duschen auf dem Deichen zur Verfügung.

In Norderhafen bietet ein kleines Kurmittelhaus den Besuchern ein überschaubares Schwimmbad mit Sauna. Hier kann man auch im heilsamen und wohltuenden Schlick oder in einem Cremebad aus Ziegenbutter baden.

Wat is Watt?

Wer nach Nordstrand kommt, der will draußen sein, sei es mit dem Fahrrad, dem Pferd oder dem Surfbrett. Eines der besonderen Erlebnisse ist der Ausflug ins Watt. Wie wir aber gar nicht genug darauf hinweisen können, sind die Tücken der Wattlandschaft. Plötzlich aufziehender Nebel nimmt jegliche Orientierung und dämpft im Notfall auch alles Rufen. Die Flut kommt innerhalb weniger Minuten und die Ebbe zieht auch die fittesten Schwimmer in Minuten weit hinaus. Der Umgang mit dem Watt erfordert Respekt und Erfahrung. Dringend und unbedingt werden hier Watttouren nur mit ortsansässigen und erfahrenen Wattführern empfohlen, die beispielsweise auch von der Schutzstation Wattenmeer angeboten werden. Besonders eindrucksvolle Touren führen in den Sommermonaten zur Hallig Südfall oder Nordstrandischmmor.

Adler Schiffe

Adler Schiffe Nordstrand | © weites.land

Mit dem Ausflugschiff geht es von Strucklahnungshörn raus zu den Halligen und Inseln, eine Fährverbindung führt auf die Nachbarinsel Pellworm.  Von diesen Booten hat man einen traumhaften Ausblick auf die gut bevölkerten Seehundbänke. Mit dem Planwagen bietet sich eine Tour durchs Watt nach Südfall an.

Naturschutzgebiet Beltringharder Koog

Nach Nordstrand fahren viele Vogelbeobachter mit ihren großen Spektiven. Sie treffen sich im Beltringer Koog, einem einzigartigen Salzwasserbiotop. Aus einer Hütte hat man einen hervorragenden Beobachtungsstützpunkt, es gibt aber auch regelmäßig Führungen mit Informationen über die Rast- und Brutgebiete.

Von Lammfleisch und Pharisäern

Irgendwann gab es mal eine Taufe auf Nordstrand. Und wie es sich in  Nordfriesland schon immer gehörte, wurde auch der Pfarrer zur anschließenden Feier eingeladen. Doch Alkohol war tabu. Nun wollten es sich die Gäste mit dem Pfarrer nicht verscherzen und überlegten, Alkohol zu trinken, ohne, dass er es bemerken würde. So kippten Sie heimlich Rum in den Kaffee. Und damit es nicht roch, kam Sahne oben auf. Dem Pfarrer soll der Kaffee vorzüglich geschmeckt haben. Nur an den letzten, an den konnte er sich nicht mehr erinnern.

Heute ist der Pharisäer eine typisch nordfriesische Spezialität.  Er besteht aus Kaffee, Zucker, vier Zentilitern Rum und natürlich zur Tarnung bekommt er immer noch eine Sahnehaube.

Die Tote Tante tut es ihm gleich, nur, dass hier Kaffee gegen heißen Kakao getauscht wird.

Auch Lammfleisch gehört auf die Speisekarte dieser Insel. Man bekommt es in den Inselrestaurants Norstrandes oder auch direkt vom Züchter.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.