Södermanland

Naturschutzgebiet Stendörren

Stendörren | © mare.photo
Stendörren | © mare.photo

„Da müsst Ihr unbedingt hin“, sagen sie uns, als wir in Mittelschweden aufbrechen und weiter in den Süden fahren wollen. Es liegt ja auf dem Weg und so folgen wir der Karte zum Naturum Stendörren. Weitläufige Wiesen und angrenzende Wälder, ein Stück Schotterpiste und dann ein großer Parkplatz, umgeben von Bäumen, die die felsige Landschaft an dieser Stelle noch bedecken.

Kaum vorstellbar, aber in allen drei Richtungen sollen wir in wenigen Minuten zu Fuß in den Schären sein, mittendrin. Große Hinweisschilder geben ein paar Verhaltensregeln und zeigen die umliegenden markierten Wanderwege. Das Baby im Tragesystem, den Hund an der Leine, die Kamera um den Hals, ein letztes Prüfen, ob der Bulli verschlossen ist und schon geht es los. Ruhe ist hier, wenn überhaupt, rauscht leise der Wind durch die sommerlichen Wälder.

b008914-r1-28-29Schon bald öffnet sich das Panorama, vor uns liegt ein breiter Weg, auf der linken Seite werden nach traditioneller Art die Gaben vor einem kleinen musealen Hof gebunden. Zwei ausgediente Traktoren stehen am Rand mit der unbedingten Bitte, diese auch zu besteigen. Gegenüber das kleine Informationszentrum und ein Eisstand, der so gar nicht hier her passen will. 

Ein kleiner Bootsschuppen, Stege aus ergrautem Holz, runde Felsen, die zum Wasser führen, unzählige Buchten und zerklüftete Ufer. Einzelne Segelboote und Yachten, deren Besitzer mit einer ins Wasser gelassenen Stange nach Untiefen und vorstehenden Felsen tasten, um das Booot nicht zu beschädigen, an den Ufern immer mal wieder eines der typisch schwedischen Holzhäuser.

b008914-r1-35-36Stendörren ist neben Naturschutzgebiet auch ein Naturhafen, einfach zum Ankern und Sein. Wir schauen hinüber zu den kleinen Inseln, die wir gleich über eine schmale Hängebrücke erreichen werden. Eigentlich will man auf jedem Platz verweilen und gleichzeitig zieht es uns zu den anderen Flecken, die wir unbedingt entdecken wollen.

Schmale Holzbohlen führen uns trocken durch sumpfiges Gelände, eh wir über gekennzeichnete Pfade zur Hängebrücke gelangen. Auf und ab geht es, überall bieten Sitzbänke eine Pause an, einzelne Grillplätze mit Feuerholz machen Lust auf ein romantisches Feuer mit Fisch und Fleisch. Weit überschauen wir von den Anhöhen die hiesige Schärenlandschaft , eh wir nach ungemessener Zeit und einem leichten Regenschauer den Rücweg antreten. Im Nu sind wir wieder zum Auto und waren gefühlt so weit weg. Langweilig schön ist es hier, unspektakulär und spektakulär zugleich.

Stendörren hat sich eingebrannt, ganz ohne Kommerz, ohne Schönheitspreis und ohne Übernachtungsrekorde. Vielleicht deswegen. Und ein Versprechen gaben wir diesem Ort und genau das werden wir halten: wir kommen wieder, um ein weiteres Mal zu fühlen, wie leicht es ist, hier zu sein und wie schwer es ist, diese bezaubernde Landschaft wieder loszulassen.

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