Naturschutzgebiete Naturschutzgebiete im Grenzland

Naturerlebnisraum Schäferhaus bei Flensburg

Naturerlebnisraum Schäferhaus bei Flensburg | © weites.land
Naturerlebnisraum Schäferhaus bei Flensburg | © weites.land
Der Naturerlebnisraum ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz und heute ein savannen-ähnliches Areal zwischen Ellund und Harrislee nahe Flensburg und nahe an der dänischen Grenze. Hier verläuft die Grenzroute Deutschland-Dänemark.

Wir hatten schon gewusst, dass es diesen Naturerlebnisraum geben würde, allerdings sind wir eher durch Zufall darauf gestoßen, als wir uns mit der Grenzroute zu einem eigentlich anderen Thema auseinander setzten. So zeigt es einmal mehr den Vorteil, ohne ein Navigationsgerät auszukommen, sind es doch oft die Wege abseits der normalen Routen, die uns immer wieder entdecken lassen.

In diesem Fall kamen wir über das kleine und leicht zerstreute Dorf Gottrupel an eine kleine Hütte vorbei, die uns neugierig machte. Ein Schild steht hier und erzählt von dem hiesigen Ort an der Grenzroute. Spontan war unsere Kleine bereit für einen ersten Erkundungsgang, unser Hund je sowieso.

Das Gebiet ist eingezäunt und das hat durchaus tieferen Sinn. Denn hier weiden Schleswig-Holsteins liebste Wildpferde- die Koniks oder die wuscheligen Hochlandrinder mit ihren großen und gebogenen Hörnern.

Das sind alles sehr friedliebende und ausgeglichene Tiere, solange man den nötigen Abstand bewahrt. Solche freie Natur ist kein Streichelzoo und vor allem bei der Mitnahme von Hunden ist echter Respekt angesagt. Deswegen kommt unser Pfotenviech an die Leine und wir bleiben auf den Wegen.

Aber auch auf den Wegen finden sich zahlreiche Hügel, die manchem kleinen Kind spannend, manchem Hund durchaus mal lecker und allen anderen als Verdruss erscheinen. Denn die Viecher, die hier zuhause sind, fühlen sich auch hier zuhause und shitern einfach überall hin. Das Wort „zuhauf“ bekommt in diesen Zusammenhang eine ganz neue Interpretation.

Mag sein, dass das Stiftungsland Schäferhaus als Naturerlebnisraum den einen zu trist und zu langweilig ist. Vor allem in der kalten Jahreszeit. Uns und allen, die wir hier angetroffen haben, steht aber die Sympathie und das Strahlen für dieses Gebiet ins Gesicht geschrieben.

Der Naturerlebnisraum Schäferhaus zieht sich bis nach Flensburg Weiche, es ist alles andere als übervölkert und auf seine Weise sehr ruhig und entspannt.

Dass man sich beim Besuch dieses etwa 400 Hektar großen Gebietes an eine Savanne erinnert fühlt, kommt nicht von ungefähr. Der Boden ist sandig und karg. Es gibt kaum Nährstoffe und so müssen die Pflanzen mit dem wenigen auskommen, was sie hier vorfinden. Zudem wird der sandige Boden im Sommer recht heiß und trocknet schnell aus. Und doch sind die Flächen hier sehr blütenreich. Seltene und so wichtige Tiere haben hier ihren Platz gefunden wie zum Beispiel die Erdbiene. Bienen gehören zu den allerwichtigsten Nutztieren und sie sterben aus. Auf diesem einzigartigen Gebiet, wie  es hier im Norden nur noch selten noch zu finden ist, hat sie und damit wir eine Chance.

Dabei gab es hier einst ganz andere Tiere. Denn hier zogen nachweislich Waldelefanten durch die Umgebung. In einer der benachbarten Kiesgruben wurde ein zugehöriger Stoßzahn gefunden. Im Stiftungsland findet sich heute ein Holzrelief in der Originalgröße eines solchen Elefanten.

Zwischen 1958 und und 1997 übte die Bundeswehr hier für den Ernstfall, bereits ein Jahr später erwarb die Stiftung Naturschutz dieses Gebiet und hat uns damit ein kleines und doch so großes Paradies geschenkt.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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