Museen an der Grenzroute Schifffahrtsmuseum

Museumswerft Flensburg

Museumswerft Flensburg, aufgenommen mit Leica M7 und Summicron 2.0 35 apsh auf Kodak Ekart 160 new | © mare.photo
Museumswerft Flensburg, aufgenommen mit Leica M7 und Summicron 2.0 35 apsh auf Kodak Ekart 160 new | © mare.photo

Die Geschichte Schleswig-Holsteins ist unweigerlich mit dem Leben am und auf dem Wasser verbunden. Was also liegt näher, als uns mit der Geschichte der See- und Binnenschifffahrt aus heutiger Sicht zu beschäftigen. Wir fahren nach Flensburg an die Förde. Im nördlichen Stadtzentrum gelegen ist die kleine Museumswerft, eine Anlage aus Büros, einer liebevoll nachgebauten Fischerhütte und Schuppen in schwedischer Holzbauweise.

Das Tor ist offen, eine kleine Spendendose bittet um Unterstützung. Kaum betreten wir das Gelände, verlangsamt sich der Puls. Holz in allen Varianten, liegende Segelmasten mit blätterndem Lack, ein Baumstamm, der ewig im Wasser gelegen zu haben scheint, Fischernetze und Taue, kleine Schiffsgetriebe…. Unzählige Motive wie zufällig angeordnet lassen die Blicke wandern und versetzen einen zurück in die Zeit bis vor über 200 Jahren.

Was 1996 als private Initiative begann, ist heute eine gemeinnützige GmbH, finanziert aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein und der EU, aber auch zum großen Teil aus Spenden. So bekommt ein junger Mann mit abgebrochenem Realschulabschluss eine Ausbildung, getragen von Privatleuten und Unternehmen der Region. Dass es gut angelegtes Geld in die Perspektive eines Menschen ist, zeigt dessen Freude und Arbeitsleistung, die den Museumsleiter Uwe Kutzner täglich überrascht.

Jugendliche erlernen hier den Umgang mit den traditionellen Bootsbauerwerkzeugen, aber auch Bootsbaukurse für Interessierte werden angeboten. Nach historischen Plänen entstehen hier Segelschiffe, wie sie im 18. und 19. Jahrhundert die Ostsee prägten. Schulen verlegen ihren Werkunterricht in die Werft. So bauten 15-jährige Mädchen und 16- bis 18-jährige Jungen je ein einsatzfähiges Arbeitsboot.

Wie stark der dänische Einfluss sich auch an diesem Ort bemerkbar macht, zeigen die zahlreichen Kooperationen mit dänischen Einrichtungen. So wird aktuell die „Dansk Jagd“ neu auf Kiel gelegt, welche 1794 in Marstal vom Stapel lief. Wie früher üblich, steht auch heute jedem Interessierten offen, Anteilseigner zu werden und eine Anteilsurkunde zu erwerben.

Weitere Informationen unter museumswerft.de

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