Amt

Mittleres Nordfriesland

Küstenschutz in Nordfriesland
Lorendamm nach Nordstrandischmoor, aufgenommen mit Leica M7 und Summilux 1.4 50 asph. new auf Kodak Portra 160 new | © mare.photo

Es ist ja immer wieder eine Herausforderung, in wenigen Worten ein Amt, eine Region mit ihren Besonderheiten zu beschreiben. Das fällt mitunter alles andere als leicht. Es liegt weniger daran, dass es, wie in diesem Fall, eine ganz bezaubernde und vielfältige Region ist, als vielmehr, dass ich meine Eindrücke, mein Empfinden kaum in Worte fassen kann.

Wie oft war ich schon hier, um dann wiederzukommen und festzustellen, dass es noch so viel Unentdecktes gibt. Seit fast 30 Jahren komme ich regelmäßig hierher, zu allen Jahreszeiten. Mal nur ein paar Stunden oder einen Tag, ein anderes Mal für eine Woche. Jedes Mal geht es gestärkt und lächelnd, aber auch melancholisch wieder zurück mit der Gewissheit, in diese Region zurückzukehren.

Etwa 20.000 Menschen leben hier, sie verdingen sich in der Landwirtschaft, der Fischerei, den alternativen Energien und zunehmend im Tourismus. Als Gastgeber sind die Menschen im Amt Mittleres Nordfriesland so erfolgreich, weil sie mit Freude an ihre Gäste weitergeben, was sie täglich selbst erleben.

Willkommen im Amt Mittleres Nordfriesland.

Ahrenshöft

Etwa 500 Menschen leben in dem Dorf Ahrenshöft. Und diese 500 Menschen tun alles, damit wir uns wohlfühlen. Kinderspielplatz, Rad- und Wanderwege und ausgewiesene Möglichkeiten, durch die Landschaft zu reiten, sind gute Gründe, auch für Außenstehende diesen Ort zu besuchen. Der Festplatz unterstreicht die Geselligkeit. Auch der Dörpskrog, der von der Gemeinde übernommen wurde, spiegelt die Gastfreundschaft der Ahrenshöfter für ihre Gäste. Der Schauspieler und Sänger Volker Lechtenbrink hat einen Teil seines Lebens in Ahrenshöft verbracht und der Filmkomponist Detlef Petersen lässt sich in seinem Heimatdorf immer wieder neu in dieser Umgebung inspirieren.

Almdorf

Liest man die Beschreibung in digitalen Lexika für Orte wie Almdorf, dann sind sie so trocken und langweilig, dass man sie kaum besuchen möchte. Denn ob ein Ort uns ans Herz geht, ist unabhängig von Fläche, Einwohnerzahl oder Wählerstimmen. Almdorf ist solch ein Beispiel. Die 550-Seelengemeinde ist zugleich eine 550-Seelengemeinschaft. Man kennt sich im Ort und freut sich über die Aktivitäten, in der die Menschen Almdorfs immer wieder zusammenkommen.

Der Dorfflohmarkt zieht einmal im Jahr Menschen von nah und fern an, in der Feuerwehr verbindet sich zugleich auch das kulturelle Leben des Kleinen Dorfes in der Mitte, wie Almdorf sich selbst bezeichnet.

In der Mitte liegt es tatsächlich zwischen Husum und Bredstedt und es hat verdient, beachtet zu werden. Immer mehr Familen entdecken  Almdorf, weil sie in der Umgebung alles finden, ob Kindergarten, Schule oder beste Einkaufsmöglichkeiten. Auch zur Nordsee, zum Deich, sind es wenige Kilometer, die gut mit den Rad geschafft werden können. So entstehen auch hier neue Baugebiete mit bezahlbarem Grund.

Wie verwurzelt die Almdorfer sind, zeigt die alte Schmiede. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gegründet, ist sie heute immer noch in Betrieb und zieht mittlerweile von überall Freunde und Interessierte der klassischen Schmiedekunst an.

Almdorf liegt an  der Ostenautal-Route, einem  33 Kilometer langen Radrundweg, der durch abwechslungsreiche Natur, durch Wald und Flur führt.

Bargum

Bargum ist so ein Dorf, wie es sein soll. Mittendrin auf einem Hügel die Kirche, in Form eines Haufendorfes rumdherum die gut erhaltenen alten Häuser, so sieht ein historischer Dorfkern aus. Eine wunderschöne Holländermühle ergänzt Bargum, welches aus drei Ortsteilen besteht.

Westbargum, Ostbargum und Soholmbrück sind vereint und doch so unterschiedlich, dass sie die Vielfalt des Dorfes mit seinen nur eta 600 Einwohnern unterstreichen. Vom historischen Dorf bis hin zur Streusiedlung an der romantischen Soholmer Au lädt Bargum ein, hier seine Runde zu Fuß oder mit dem Rad zu drehen. Die Soholmer Au ist auch hier ideal zum Angeln oder zum Paddeln.

Weitere Informationen gibt es unter bargum ist schön.

Bohmstedt

Etwa 400 oder 500 Jahre nach Christi Geburt soll es die ersten Menschen hierher verschlagen haben. Doch dann kamen die Friesen. Das hat nochmal 400–500 Jahre gedauert.

Die Friesen haben die ersten Siedler nicht vetrieben, aber so bereichert, dass auf einmal alle Menschen Friesen sein wollten.  Die Mischung macht’s und so leben heute in Bohmstedt die waschechten und unverkennbaren Nordfriesen. Das kann man ihnen nicht unbedingt ansehen, aber man kann es fühlen und wer mag, wird einer von ihnen. Die Nordfriesen entlang der Küste freuen sich sehr über neue Familien, die die Kultur und die Landschaft in sich aufnehmen und bleiben wollen. Aber auch als Gast ist man hier herzlich willkommen im Dorf mit seinen etwa 750 Einwohnern.

Bohmstedt liegt nur 10 Kilometer nördlich von Husum und östlich der Grünen Küstenstraße, der B5. Die Lage macht es attraktiv für Menschen, die gern in dörflicher Idylle leben möchten und andererseits die Nähe zu einer übersichtlichen und charmanten Kleinstadt suchen.

Wald ist in Nordfriesland eher selten, in Bohmstedt wird er genossenschaftlich gepflegt und als tolles Naherholungsgebiet genutzt. Mittendrin in schattiger Kühle befindet sich ein beliebtes Ausflugslokal, so schnell taucht man ab in eine kleine und eigene Welt.

Der besondere Charme des Ortes und die Lage sind wohl der Grund für die Beliebtheit der Ferienwohnungen und Ferienhäuser, ein Besuch des Ortes wird in jedem Fall persönlich überzeugen.

Informationen zum Ort gibt es unter bohmstedt in nordfriesland.

Bordelum

Es wächst zusammen, was zusammengehört. Denn 10 Ortschaften haben sich in der Gemeinde Bordelum zusammengetan. In ihr fühlen sich 2000 Menschen zu Hause. Aber auch Urlauber, Naturentdecker und Ausflügler machen sich zunehmend diesen Ort zu eigen.

Dass Nordfriesland ein ausschließlich flaches Land ist, kann in der Gemeinde Bordelum deutlich widerlegt werden. Denn hier trifft man auf die mit 43,5 Metern über dem Meeresspiegel vierthöchste Erhebung Nordfrieslands, den Stollberg. Er bietet einen traumhaften Blick über die Reußenköge bis zum Wattenmeer. Zudem ist er ein wildromantischer Naturerlebnisraum. Die legendäre Stollbergquelle steht heute als heilige Quelle unter Denkmalschutz.

Ein weiterer Erlebnisraum ist auch die Bordelumer Heide, die geht in die Langhorner Heide über. Sie entdeckt man ganz entspannt auf dem ausgewiesenen Heidelehrpfad.

Für eine Gemeinde ist sie flächenmäßig schon sehr groß, nördlich von Bredstedt erstreckt sich Bordelum auf einer Länge von sage und schreibe 11 Kilometern. Die 10 verstreut liegenden Ortsteile sind Addebüll, Büttjebüll, Dörpum, Ebüll, Margarethenberg, Ost-Borderlum | Ost-Bordelumfeld, Sterdebüll, Stollberg, Uphusum, West-Bordelum.

An Stelle eines friesischen Heiligtumes und dadurch etwas außerhalb des Ortes, steht seit dem 1200. Jahrhundert die Kirche. Zu ihrer weiteren Besonderheit gehört der Altar aus schwarzem Marmor, der von der untergegangenen Kirche auf der ehemaligen Insel Strand geborgen werden konnte. Um 1793 wurde die Kirche mit dem neben ihr stehenden Glockenturm erweitert.

Bredstedt
Bredstedt

Bredstedt | © weites.land

Die kleine Stadt Bredstedt ist wunderschön. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Man kann einfach nur den dreieckigen Marktplatz ansteuern, aussteigen und schauen. Umgeben von malerischen Hausfassaden, der alten Apotheke und dem neugotischen Rathaus plätschert das Wasser in dem imposanten Schweinebrunnen mitten auf dem Marktplatz. Die Kirche St. Nikolai wurde im Jahr 1510 errichtet. Beschauliche Backstuben, Cafés und Eisdielen laden zum Verweilen ein in dem Ort, der schon im Jahr 1231 Menschen inspirierte, an dieser Stelle zu bleiben.

In dieser Kleinstadt gibt es während der Sommermonate ein beheizbares Erlebnisbad. Wer die Umgebung besser kennenlernen möchte, besucht das Naturzentrum. Große Dioramen veranschaulichen die unterschiedlichsten Landschaftstypen von Nordfriesland. Unweit des Zentrums führt ein historischer Wanderweg in den Quickhorner Wald mit Tennisplatz und Trimm-Dich-Pfad.

Eine Besonderheit ist das Nordfriisk-Instituut. Hier wird die regionale Sprache erforscht und auch gefördert. So fällt dem aufmerksamen Besucher auch die Zweisprachigkeit am Ortsschild auf, denn Bredstedt heißt auch Bräist.

Informationen dazu gibt es unter nordfriisk instituut bräist.

Von Bredtstedt lohnt sich ein Abstecher auf die mit dem Festland verbundene Hamburger Hallig. Vom Höhenrücken der Bundesstraße 5 hat man einen weiten Blick über die nordfriesische Küstenlandschaft mit seinen Kögen.

Breklum

Der bezaubernde Ort Breklum hat alles, was ein kleiner Ort braucht. Abseits der B 5 ist man schnell im Grünen. Kleine Auen und Bäche, der urige Baumbestand und die wunderschöne Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert geben diesem Ort seinen ganz eigenen Reiz. Hier, in Breklum, bin ich vor Jahren einem der beeindruckendsten Pastoren begegnet.

Als zu seiner Zeit die Oberen des NS-Regimes durch den Ort fuhren, hat niemand mit ausgestrecktem Arm Spalier gestanden. Breklum ist international bekannt durch das Christian Jensen Kolleg, einer ökomenischen Tagungsstätte für Kirche und Gesellschaft. Im Jahr 1873 gründete der damalige Pastor Christian Jensen aus Breklum dieses Konferenzzentrum.

Das alte Missionspastorat zeigt auf 180 Quadratmetern  eine EineWelt-Ausstellung zur Missionsgeschichte und zur interkulturellen Begegnung des Nordens und des Südens. Ja, von Breklum geht schon ein besonderer Segen aus und vielleicht ist es genau das, was man diesem Ort anmerkt.

Einmal im Jahr, gibt es ein ganz besonderes Dorffest in Breklum, welches ganz den Kindern gewidmet ist. Dann wird sogar mit einer eigenen Währung gezahlt, dem „Breklumer Geld“. Breklum liegt an der Grünen Küstenstraße zwischen Husum und Bredstedt. Auf dem Weg zu den Inseln oder nach Dänemark lohnt es, einfach mal anzuhalten und diesen Ort für sich zu entdecken.

Drelsdorf

Ringreiten, Rummelpott und Biikebrennen, das sind nur ein paar der äußerlichen Hinweise, wie lebendig dieses Dorf ist. Drelsdorf blickt auf eine mehr als 900-jährige Geschichte zurück. Einige Hügelgräber sind erhalten geblieben und vor langer Zeit zog es augenscheinlich die Neandertaler an die Küste, genauer gesagt, nach Drelsdorf. Verstehen kann man das. Doch später kamen die Friesen. Und – sie sind geblieben. Sie werden auch bleiben. Denn Friesen sind sehr bodenständig und sehr heimatverbunden. Auch in Drelsdorf.

Nur 15 Kilometer von Husum entfernt ist Drelsdorf so etwas wie ein Knotenpunkt verschiedener Landschaftsformen. Das ist schon sehr besonders. Südlich des Ortes befindet sich ein wildromantisches Auental, im Norden der Gemeinde beginnt die Geestlandschaft, westlich sind die Köge benachbart und im Osten ein weitläufiger Wald.

Gerade einmal 1250 Menschen sind hier zu Hause, doch was der kleine Ort zu bieten hat, kann sich sehen lassen. In Drelsdorf darf die Kirche noch im Dorf bleiben und da steht sie bereits seit dem Jahr 1200. Die St.-Marien-und-St.-Johannes-Kirche wird auch von den Gläubigen aus Ahrenshöft und Bohmstedt mit einer gemeinsamen Pastorenstelle genutzt. Von dem im Inneren der Kirche befindlichen Epitaph (Grabdenkmal) hat Theodor Storm sich für seine Novelle Aquis submersus inspirieren lassen. Die Novelle hat somit einen realen, einen traurigen Bezug. Es geht um einen 10-jährigen Pastorensohn, der ertrank. Allerdings wandelte Theodor Storm Ort und Verantwortung der Bezugspersonen für die Geschichte leicht ab.

Die Kirche selbst ist im romanischen Stil erbaut, das daneben liegende Pastorat mit seinem Reetdach kam im Jahr 1847 hinzu und steht heute unter Denkmalschutz.

Um 1800 gab es in Drelsdorf ein Armenhaus, welches später abbrannte. Genau dieses Gebäude wurde im Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel originalgetreu nachgebaut und steht heute dort im Kontext zu den anderen nordfriesischen Gebäuden.

Während in Deutschland die Kneipen sterben, geht man in Nordfriesland mitunter andere Wege. Wie anderenorts in der Region wurde in Drelsdorf der Drelsdörper Krog durch die Gemeinde erworben und steht heute als Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung.

Drelsdorf hat eine eigene Schule, eine Grundschule und gar ein Freibad. Es ist immer wieder faszinierend, was kleine Orte mit einer intakten Dorfgemeinschaft in der Lage sind, auf die Beine zu stellen. So spürt man auch das Feingefühl, alte Architektur zu erhalten und Neubauten harmonisch zu integrieren.

Drelsdorf ist ein Stück Mittleres Nordfriesland– ein Stück Mitte in Nordfriesland.

Goldebek

Der Ortsname lässt nichts Gutes vermuten, denn er stammt aus dem Dänischen. Übersetzt steht demnach Golde für unfruchtbar und die Bek ist der Bach. So wurde wohl der sandige Boden beschrieben, auf dem kaum etwas wachsen konnte. Mühsam war es in früher Zeit, als es noch keine Milchviehhöfe gab, Getreide anzupflanzen oder Kartoffeln. So ist auch der Ortsname ein Stück Geschichte der Region Mittleres Nordfriesland.

Von Goldebek in 10 Minuten in Dänemark und in nur 20 Minuten in Flensburg, das macht den Ort wieder interessant. 350 Einwohner wissen diese zentrale Lage am Übergang zum Kreis Schleswig-Flensburg zu schätzen.

Goldelund

Goldelund hat eine Tankstelle, eine Gastwirtschaft, etwa 370 Einwohner und eine freiwillge Feuerwehr. Es gibt Häuser, da leben mehr Menschen, aber die haben dann keine Tankstelle. Ist das ein Grund, Goldelund zu entdecken? Diese offziell nie gestellte Frage können wir eindeutig mit JA beantworten.

Eingebunden in die Landschaft mit Feldern, Wiesen und Weiden gibt es weitläufige Reitmöglichkeiten und ein großzügiges Netz an Rad- und Wanderwegen.

Högel

Nach Högel gehts ins Freibad. Ja, Högel hat, obwohl gerade einmal 450 Einwohner, ein eigenes Schwimmbad. Und das ist wieder so ein Zeichen, dass die weitläufige Westküste mit ihren recht wenigen Bewohnern überall viel zu bieten hat. Nordfriesland entdeckt man im Kleinen, in den vielen Orten und Dörfern. Denn da wird die Seele der Region besonders spürbar – mit seinem Angebot und mit der Offenheit und rauhen Herzlichkeit der Menschen.

Högel wird kaum ein Mensch bisher wahrgenommen haben, wer aber einmal hier war, dem wird es in guter Erinnerung bleiben. Neben dem Freibad findet auch das angrenzende und gemeindeübergreifende Erholungsgebiet „Joldelunder Schweiz“ großen Anklang.

Joldelund

„Mach mal langsam“, das könnte der wohlgemeinte Tipp der 725 Einwohner von Joldelund sein. Joldelund möchte einfach ein Dorf sein, so ein richtiges. Mit alter Kirche, einer romantischen gut erhaltenen Holländermühle, vielen farbenfrohen Blumen und einem herzlichen Miteinander.

Die alte Feldsteinkirche blickt auf ihre 800-jährige Geschichte zurück und lädt ein zu gemeinschaftlichen und sonntäglichen Gottesdiensten, aber auch zum lebendigen Gemeindeleben. Für ein gutes Miteinander und Füreinander will diese Gemeinde stehen.

Auch sonst gibt es ein reges Vereinsleben im Ort und die Joldelunder freuen sich über den Zuzug, gerne von Familien, in dieser ruhigen, beschaulichen und entspannten Umgebung.

In Joldelund Abstand vom Alltag bekommen und sich wieder fit machen für den Altag, wer hierher kommt, muss es nur wollen. Ein Kinder-Freizeithof lockt immer wieder die Kleinen aus der nahen und fernen Umgebung. In der Umgebung gibt es ein ausgeprägtes Rad- und Wanderwegenetz in dieser landschaftlich so reizvollen und erholsamen Umgebung.

Joldelund liegt mittig auf der Achse Husum–Flensburg

Kolkerheide

In diesem Dorf wird nicht gewählt – hier wird gehandelt. Wenn Entscheidungen anstehen, kommt das ganze Dorf zusammen: beim Bürgermeister. Vielleicht hat es so ein wenig wie Büttenwarder, so originell, so herzlich, so miteinander. Kolkerheide hat weniger als 70 Einwohner und sie haben es nicht leicht. Dazu tragen wir täglich bei. In dem wir billige Milch und billiges Fleisch kaufen, uns der Geiz bei Lebensmitteln mehr Wert ist als das Lebensmittel selbst, müssen die Kolkerheider zusehen, wie immer mehr Betriebe nicht von der folgenden Generation übernommen werden. Auch das gehört zur Realität. Das Leben ist nicht immer leicht. Waren es früher Stürme und Fluten, Kriege und Leibeigenschaft, so ist es heute unser Ramschdenken und unsere Bequemlichkeit und unsere Affinität zu Discountern, die den landwirtschaftlichen Betrieben, so sie nicht noch auf Windkraft setzen, ordentlich zu schaffen machen.

Ich wünsche mir, dass ein Umdenken einsetzt, dass wir bereit sind, faire Preise zu bezahlen und vielleicht die regionalen Hofläden mehr berücksichtigen als die seelenlosen Billigmärkte mit ihrem plastikverpackten und oft ungesunden Kram.

Ich wünsche mir, dass es Kolkerheide noch lange als Dorf geben wird und vielleicht wieder einer der Höfe reaktiviert wird. Denn der Ort ist so schön und faszinierend, dass Kinder in Kolkerheide erfolgreich mit Reittherapien ein neues Gefühl für das Leben bekommen.

Langenhorn

Für die einen ist Langenhorn ein typisches Straßendorf, für die anderen ein typisch ländlicher Erholungsort. Auf der B 5 einfach auf dem Weg von Süd nach Nord durchzufahren, dazu ist der Ort allerdings zu schade. Rechts und links der Bundesstraße entdeckt man die Beschaulichkeit, ausgedehnte Wälder und ein Stück typisch friesischer Natur.

Der Banhhof Langenhorn ist mittlerweile bewohnt, die Regionalzüge von und nach Husum halten hier. Vielleicht, um Menschen aussteigen zu lassen, die den mittlerweile bekannten Orgelsommer in der St. Laurentius-Kirche miterleben möchten.

St. Laurentius-Kirche: Diese Kirche gibt es seit 1240. Der Innenraum selbst wurde im Jahr 1684 erneuert, in den folgenden Jahren kamen Altar, Taufbecken und Kanzel dazu. In den Jahren 1721–1722 wurde der gotische Kern im Süden mit einem quadratischen Trakt erweitet, nur wenig später im Jahr 1759 folgte der nächste Ausbau auf der Ostseite. Um ein geschlossenes Erscheinungsbild nach außen zu bekommen, verblendete man die Fassade um 1838. Aus dieser Zeit stammt auch die mechanische Kanzeluhr. Die Orgel kam durch eine Stiftung 1761 in die St. Laurentius-Kirche. Ein letzter Innenausbau folgte dann 1898 mit Kassettendecke, Paneelen und dem Gestühl.

Neben regelmäßigen Gottesdiensten finden hier auch die mittlerweile weit über die Grenzen hinaus bekannten Orgelsommer-Konzerte statt.

Friedrich-Paulsen-Denkmal: Hier, in Langenhorn, kam Friedrich Paulsen als Sohn eines Bauern im Jahr 1846 zur Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Altona studierte er zunächst Theologie in Erlangen. Im Anschluss zog es ihn zum Philosophiestudium nach Bonn, Kiel und Berlin. In Berlin war er der Erste in Deutschland, dem die Professur für Pädagogik zuerkannt wurde und er gilt als der erste Schulreformer des 20. Jahrhunderts. Um 1900 gehörte er zu den bekanntesten Gelehrten Deutschlands.

Neben der Kirche ist ihm als besonderer Sohn des Ortes ein Denkmal gewidmet, an dieser Stelle erfährt man mehr über sein Wirken.

Lütjenholm

Sie gehört zu den nördlichsten Gemeinden des Amtes und sie ist klein. Sehr klein. Selbst der Dorfkrug musste aufgegeben werden, weil 330 Einwohner alleine nicht jeden Abend auf ein Bier kommen oder täglich Essen gehen.

Aber der Name sagt es ja schon, der Ort ist lütt. Das schmälert aber nicht die reizvolle Lage und so kommen immer wieder Menschen hierher, um ihre Ferienwohnung zu buchen oder die anliegenden Wälder, die unter Naturschutz gestellte Heidelandschaft zu genießen und die Umgebung auf den schönen und ausgewiesenen Rad- und Wanderwegen zu erkunden. Gerade einmal sieben Kilometer von Bredstedt entfernt ist es eine tolle Ausgangslage, um das mittlere und nördliche Nordfriesland zu entdecken.

Die Menschen hier, sie lieben ihren Ort und so pflegen und verschönern sie ihn, wann immer es geht. Lütjenholm jedenfalls verdient es, gesehen und beachtet zu werden.

Ockholm
Ockholm Kirche Zum Heiligen Kreuz

Ockholm Kirche Zum Heiligen Kreuz | © weites.land

Ockholm, das war mal eine Halligsiedlung. Deiche gab es hier früher nicht und so baute man sein Haus oder Gut auf einer Warft. Kam die Flut, dann glichen die Warften vielen kleinen Inseln. Mit der Zeit wurde Ockholm eingedeicht und nun konnte man auch die neue und dritte Kirche bauen. Ihre Vorgänger gingen in den Fluten unter.

Heute hat Ockholm neben einer wirklich sehr bewegenden Geschichte etwa 400 Einwohner. Viele ihrer Häuser, die sich auch heute noch auf den Warfen, wie die Ockholmer sie bezeichnen, stehen, sind traditionell mit Reet gedeckt.

Die Backsteinkirche stammt aus dem Jahr 1647, im daneben liegenden ehemaligen Pastorrat erzählt der Kaufmann in seinem kleinen Laden gerne, wie es früher hier war. Überhaupt sind die Menschen mit sich und der Welt zufrieden, einladend und sehr freundlich. Wir waren einige Tage in Ockholm zu Gast, in der alten Post, die heute zwei bezaubernde Ferienwohnungen bietet. Die Zeit scheint sich in diesem Ort zu verlangsamen. 

Ockholm liegt an der Bäderstraße, eine Straße, die zwischen Deichen und Naturschutzgebieten verläuft und über Schlüttsiel in den Norden führt. Eine traumhafte Landschaft breitet sich aus, Schafe mit ihren kleinen Lämmern bewohnen die grünen Deiche, unzählige Vögel brüten gegenüber in den Kögen.

Reußenköge
Nordfriesland Reußenköge | © weites.land

Nordfriesland Reußenköge | © weites.land

Von Bredstedt geht es durch die ruhigen Straßen in die Gemeinde Reußenköge. Lange schmale Straßen führen durch die talähnliche Landschaft, weit und flach sind hier die fruchbaren Wiesen und Felder und zunehmend verdichten sich die Windräder zur Produktion des profitablen Nordseestroms.

Aber das ist der ewige Konflikt zwischen Lebensqualität und Wohlstand. Trotz allem haben auch die Reußenköge eine spannende und lange Geschichte und beim Blick zum Deich vergisst man diesen Fortschritt zügig.

Die Gemeinde Reußenköge befindet sich auf einem Gebiet von etwa 12 Kilometer Länge. Auf einer Fläche von 3.600 Hektar leben gerade einmal 365 Menschen.

Auf einigen der sechs Köge werden Ferienwohnungen angeboten, die Lage hie ist ein toller Ausgangspunkt für echte Nordseeurlauber. Die einzigen, die etwas zu meckern haben, sind die unzähligen Schafe auch dem Deich. Einen Ortskern sucht man vergebens. Die Gemeinde Reußenköge ist amtsfrei und somit die kleinste unabhängige kommunale Körperschaft in Deutschland.

Hamburger Hallig: Während einer der schwersten Sturmfluten, die als „Mandränke“ aus dem Jahr 1634 in die Geschichte einging, entstand die Hamburger Hallig. Eigentlich war der Ort ein Koog, den zwei Hamburger Kaufleute eindeichen ließen. So kam die heutige Hallig zu ihrem Namen. Während der besagten Sturmflut wurden die Dämme zerstört und weggespült. Es sollte dann bis ins Jahr 1875 dauern, bis die Hamburger Hallig über den vier Kilometer langen Damm mit dem Festland verbunden wurde.

Hamburger Hallig

Hamburger Hallig | © weites.land

Zwischen Festland und Hallig entsteht seitdem eine neue Landschaft  mit spannender Entwicklung von Tieren und Pflanzen. Überall zugegen dominiert aber ein im Verhältnis zu den anderen Lebewesen riesiges Tier die Umgebung. Es ist in unterschiedlichen Gruppen anzutreffen und dabei scheu und sehr friedliebend: das Schaf.

Ob es mit seinen Artgenossen den ganzen Tag nur herummeckert oder die Schafe sich gegenseitig auffordern, das Gras zu mähen, dazu gibt es unterschiedliche Interpretationen. Insgesamt zeugt es aber von einem sehr erfüllten und zufriedenen Leben in dieser durchaus rauhen Umgebung.

Wer die Natur und die Besonderheiten des Nationalparks Wattenmeer so richtig entdecken möchte, bucht eine der informativen und beeindruckenden Führungen der Nationalpark-Ranger.

Auf der Hallig gibt es einen Hof oder besser gesagt es gab ihn. Die Gebäude dienen heute als nettes Ausflugslokal mit typischer regionaler Küche. Und genau hier begegnen treue Zuschauer der ZDF–Serie „Traumschiff“ einem durchaus bekannten Gesicht. Denn der Pächter des Hallig-Krogs war zuvor echter Küchenchef eben auf diesem Traumschiff und führte zum Abschluss jeder Sendung die Eisparade an.

Nun ist er auf der Hamburger Hallig gestrandet? Nein, angelandet und angekommen. Bodenständig, wie die Nordfriesen sind, lädt er in den Sommermonaten mit abwechslungsreicher Speisekarte und der einen oder anderen Anekdote in das ehemalige und so urige Bauernhaus der Insel ein.

An diesen Ort landen auch Menschen, die sich in dieser so ursprünglichen Umgebung ihr JA-Wort geben möchten. Im Hallig-Krog befindet sich eines der drei auswärtigen Trauzimmer des Standesamtes in Bredstedt.

Hamburger Hallig | © weites.land

Hamburger Hallig | © weites.land

Die Hamburger Hallig bietet sich auch für entspanntes Sonnenbaden oder Schwimmen in der Nordsee an. Drei Stunden vor und nach der Flut ist ausreichend Wasser vorhanden, Duschen am befestigten Damm befreien vom wohltuenden Watt. Wie überall im Wattenmeer gibt es besondere und lebenswichtige Verhaltensregeln für Ebbe und Flut, die man dringend beherzigen sollte, um die Hamburger Hallig in schöner Erinnerung zu behalten und der DGzRS einen Logbucheintrag zu ersparen.

Zu erreichen ist die Hamburger Hallig idealerweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad, das Auto sollte wirklich nur bei totaler Bewegungsunfähigkeit die Insel bevölkern. Denn auf der Insel gibt es eben nur diesen einspurigen, vier Kilometer langen Weg  und nur eine Handvoll Parkplätze. Die Hamburger Hallig erleben, das geht allerdings wirklich nur ohne Auto.

Fahrräder stehen am Amsinck Haus, am Deich vor der Hallig, zur Verfügung. Im Amsinck Haus selbst gibt es immer wieder spannende Ausstellungen zu Geschichte, Natur und Kultur der Hamburger Hallig. Direkt nebenan befindet sich ein großzügiger Wohnmobilstellplatz.

Sönnebüll

Heute fahren wir in die Alpen. Nein, nicht nach Kitzbühl. Wir wollen nach Sonnebüll. Ganz mautfrei und wir hoffen, dass unsere dänischen Nachbarn uns den bayrischen Unsinn mit der unsäglichen Maut für Ausländer nicht übel nehmen. Mir ist es peinlich. Und so lange die Bayern Maut haben wollen, reichen uns die Sönnebüller Alpen, übrigens für unser dänischen Nachbarn, die wir als Freunde und nicht als Ausländer sehen, ganz mautfrei. Im Winter gehts hier hin in den Wintersport, wenn Ski und Rodel gut…

Wenn der Winter sich zurückgezogen hat, bleibt eine saftig grüne und sanft hügelige Landschaft, die immer wieder zu Frischluftaktivitäten einlädt. Sei es, hoch zu Ross, zu Fuß oder mit dem Rad.

Sönnebüll hat eine eigene Hymne und damit wahrscheinlich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal im Amt. Es spricht umso mehr für die Verbundenheit der 270 Einwohner mit ihrem Ort. Das zeigt sich auch im regen Vereinsleben mit seinen Aktivitäten.

Ein schöner Ausgangspunkt für einen erholsamen und entdeckungsreichen Urlaub sind die Ferienwohnungen in Sönnebüll, zur Nordsee sind es nur eine Handvoll Kilometer, das kleine idyllische Städtchen Bredstedt ist gleich nebenan, Niebüll, die dänische Grenze oder Husum sind schnell erreicht.

Struckum

Eigentlich gehört auf der vorfahrtberechtigten Bundesstraße B5 mitten in Struckum ein riesieges STOPP-Schild. Denn wer hält schon an in diesem so interessanten Ort, wenn er von Husum nach Niebüll fährt? Viel zu schnell lässt man Struckum hinter sich und hat damit eine richtig schöne Entdeckung verpasst.

Die Bundesstraße, die zerschneidet irgendwie den Ort. Auf den ersten Blick. Aber man hat die Freiheit, beidseits der Straße anzuhalten, auszusteigen und seine Füße in Bewegung zu setzen. Anschließend ist das Staunen groß.

Da ist zum einen die imposante Kellerholländer-Windmühle „Fortuna“. Sie befindet sich heute in Privatbesitz und ist eines der schönsten Fotomotive des Ortes. Zum anderen ist Struckum berühmt für seine vielen historischen und individuellen Haustüren. Die ausgewiesene Ostenautal-Route  führt Fußgänger und Radfahrer an vielen dieser Sehenswürdigkeiten entlang.

Vollstedt

Inmitten einer Knicklandschaft liegt eines der ältesten Dörfer des Amtes. Der historische, westliche Ochsenweg führt durch Vollstedt, auf dessen Spuren wandeln zunehmend mehr Pilger und Wanderer zwischen Jütland und Hamburg. Aufmerksamen Entdeckern bleiben die Viehtränken aus jener Zeit, als die Ochsen von den Weideflächen des Nordens in den Süden getrieben wurden, nicht verborgen. Setzt man sich an eine der Viehtränken und hält inne, spürt man vielleicht das Beben des Bodens, das Schnauben und Pusten und das Treiben der damaligen Viehirten. Damals ging es ohne Auto sichtlich beschwerlich, doch heute bietet ein solcher Marsch, ganz ohne Viehzeug, eine der schönsten Formen der Entstappung und Erholung.

In Vollstedt leben 165 Menschen und vielleicht können sie erzählen, was der Vater ihres Vaters dessen Sohn berichtete….

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.