Leuchttürme

Leuchtturm Pellworm

Die umlaufenden, acht Meter hohen Deiche sind ja schon ein toller Aussichtspunkt, aber es geht noch besser. Ein Besuch auf dem Leuchtturm mit seiner Höhe von 41,50 Metern ermöglicht ein atemberaubendes Panorama über Insel und umliegendes Wattenmeer.

Seit 1907 hilft dieses Seezeichen bei der Orientierung durch ruhige und auch schwere See. So ist es ein tolles Symbol auch für den Start in die Ehe. Denn hier befindet sich das Trauzimmer auf Pellworm.  Es soll zugleich auch das höchste Trauzimmer im Norden sein. Termine und Tickets für den Besuch gibt es beim Tourismus-Service. Kinder unter acht Jahren dürfen so lange mit den Schafen auf dem Deich knuddeln, sie müssen einfach noch ein bisschen wachsen, um den Turm betreten zu können.

Der Leuchtturm Pellworm ist einer von drei baugleichen Türmen, die fast gleichzeitig in Betrieb genommen wurden. Auf der Halbinsel Eiderstedt ist es der Leuchtturm Westerheversand und auf Sylt der Leuchtturm Hörnum. Mit einer Höhe von 41,50 Metern ist er weit über das Watt auch am Tage sichtbar. Sein Leuchtfeuer liegt 38 Meter über dem mittleren Tiedehochwasser.

War es früher doch immer mein Berufswunsch, Leuchtturmwärter zu werden, musste ich rechtzeitig umschwenken, da dieser Beruf im Zuge der Automatisierung ausgestorben ist. Seit 1977 wird auch dieses Leuchtfeuer fernüberwacht. Zuvor wohnte der Leuchtturmwärter im angrenzenden Haus und hatte für notwendige Reparaturen auch eine kleine Werkstatt nebenan.

Wer sich einmal aufs Watt begibt, merkt, wie weich der Boden ist. Und je schwerer man ist, um so tiefer sinkt man ein. Nun ist so ein Leuchtturm ungleich schwerer, denn neben dem hohen Steinsockel besteht er aus 608 gusseisernen Platten, die durch 16.400 Bolzen zusammengehalten sind. So drückt die unvorstellbare Masse von 130 Tonnen auf eine relativ kleine und sehr weiche Fläche des Wattbodens.

Um ein Absacken zu verhindern, hat man zunächst 127 dicke Eichenpfähle ganze 14 Meter in den Boden gerammt, um darauf das Fundament zu setzen. Nun könnte man meinen, dass Holz doch im Wasser fault, aber so lange das Eichenholz unter Wasser ist oder, wie in diesem Fall, fast vakuum vom Wattboden verschlossen ist, bleibt es stabil.

Der Leuchtturm Pellworm wurde von Beginn an elektrisch betrieben. Aber Pellworm ist eine Insel und es lag ja noch kein Stromkabel. So setzte man in das erste Deck des Turms zwei Ein-Zylinder Dieselaggregate, die über riesige Schwungräder tagsüber 100 Akkus aufluden, die dann nachts für die Beleuchtung sorgten.

Doch baldmöglichst wurde die Insel Pellworm verkabelt und bezieht heute ihren Strom vom Festland. Das Leuchtfeuer auf Pellworm sichert zusammen mit dem Leuchtfeuer Westerheversand und der Leuchtbarke Süderoogsand die anspruchsvollen Wasserstraßen mit ihren Sandbänken zwischen Westerhever und Pellworm. Das dreifarbige Licht ist bis zu 42 Kilometer weit zu sehen.

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