Leuchttürme

Leuchtturm Kampen auf Sylt

Leuchtturm Kampen
Blick auf Kampen | © Dr. Claus Sassenberg

Schon in der Bibel liest sich das Gleichnis vom auf Sand oder auf Stein gebauten Haus. Doch was bleibt den Norddeutschen übrig? Sie müssen auf Sand bauen. Und so steht seit nunmehr 150 Jahren dieses imposante und schöne Bauwerk im nördlichsten Zipfel Deutschlands, der wunderschöne Leuchtturm in Kampen auf Sylt.

Dabei haben ihn die Dänen gebaut, denn Sylt gehörte zur Zeit der Entstehung des Leuchtturmes zu Dänemark. Und in der Tat, besucht man Dänemark, so findet man dort ganz ähnliche Leuchtfeuer vor.

Im Jahr 1853 befahl der dänische König, auf dem höchsten Punkt der Insel Sylt ein Leuchtfeuer zu errichten. Seit dem 1.März 1856 erstrahlt nun das weit sichbare Licht dieses Leuchtturmes, der unter den Zusatzbezeichnungen „Rotes Kliff“ oder „Kampen“ bekannt ist.

Seit 1974 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und wird von einigen als schönster Leuchtturm von Sylt wahrgenommen. In seiner jetzigen farbigen Erscheinung steht er allerdings erst seit 1953, ursprünglich war sein Mauerwerk aus gelben Bornholmer Klinker zu sehen. Mit der heutigen Farbgebung dient er zugleich auch tagsüber als Landmarke.

Der Turm wurde sehr massiv errichtet, so hat der Turm im Sockelbereich eine unvorstellbare Wandstärke von 167 cm. Die Wände sind also so dick, wie manch Erwachsener groß ist. Selbst im oberen Bereich beträgt die Mauerstärke noch ganze 90 Zentimeter. Trotz allem musste der Leuchtturm mit Eisenbändern zusammengehalten werden. Man vermag sich kaum vorstellen, welche gigantischen Kräfte der Natur an diesem Bauwerk wirken.

Mit der Konstruktion des 22 Meter hohen Leuchtturmes Kampem schrieb dieser auch ein Stück technische Geschichte. Denn der ursprünglich eingesetzte Leuchtenapparat wurde mit Petroleum gespeist und glich in damaliger Zeit einer kleinen Revolution. So verwundert es wenig, dass er sogar auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1855 gezeigt und bewundert wurde. Erst im Jahr 1929 wurde das Lampenhaus komplett umgebaut und die Petroleumbeleuchtung gegen eine elektrische Beleuchtung getauscht.

Neben seiner Funktion war dieser Turm schon von Beginn an ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt Gästebücher aus den Jahren 1870 bis 1880, in denen Reisende ihre Eindrücke begeistert beschrieben. Zu dieser Zeit konnte der Leuchtturm Kampen auch noch besichtigt werden. Bis heute inspiriert das Leuchtfeuer bekannte Künstler zu neuen Ausdrucksformen.

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