Leuchttürme

Leuchtturm Büsum

Leuchtturm Büsum | © mare.photo
Leuchtturm Büsum, fotografiert mit Leica M7 und Summilux M 1.4 50 asph. new auf Kodak Portra 160 | © mare.photo

Zentral im Hafen steht er. Unverwechselbar in seinen schönsten Leuchtturmfarben. Rot und Weiß. das ist das schönste Farbkleid eines Leuchtfeuers und dient doch lediglich dem Zweck, den Schiffen auch am Tage eine Orientierung zu geben.

Bei alledem faszinieren uns diese Seezeichen immer wieder aufs Neue. Ob die Architekten und Konstrukteure dieser Bauwerke jemals geahnt haben, wie sie mit den Leuchttürmen die Seelen der Menschen von nah und fern berühren?

Einer dieser besonders schönen steht hier, zentral im Hafen von Büsum. Von Weitem sichtbar steht er heute auf dem Fundament, an dem lange Zeit ein hölzerner Mast mit einer Öllampe der Vorläufer dieses Leuchtfeuers war. Dabei musste die Öllampe immer bei entretetender Dunkelheit aufgezogen werden. So konnten die Fischerboote und Krabbenkutter auch bei Dunkelheit in den Hafen einlaufen.

Im Jahr 1875 begann diese Geschichte, diese Vorläuferkonstruktion wurde dann in den Jahren 1912/1913 vom jetzt so wunderschönen Turm abgelöst.  Stolze 21,4 Meter ist er hoch, dabei liegt das Feuer auf einer Höhe von 22 Meter über dem mittleren Hochwasser. Für Landratten mag das ein wenig verwirrend sein, doch geht die Bauwerkshöhe immer von der Erde und die Höhe des Leuchtfeuers immer vom Meeresspiegel aus. Da dieser aber durch die Gezeiten stark schwankt, nimmt man hier das mittlere Hochwasser.

So ein Leuchtturm ist unvorstellbar schwer und der Marschboden in dieser Region sehr weich. Noch heute muss sich der Grund, wenn darauf gebaut wird, in der Regel zwei Jahre setzen. Auch beim Bau des Leuchtturms Büsum mussten sehr tiefe Fundamente angelegt werden, um ein späteres Absacken zu verhindern. Darauf mauerte man den Sockel mit seinem Eingang. Der Turm selbst besteht aus endlos vielen verschraubten Gussplatten. Sehr ähnliche Leuchttürme finden sich in Westerhever, Hörnum und Pellworm.

Weil solche Leuchttürme einfach zur Nordseeküste gehören, steht er auch unter Denkmalschutz. Seit über einhundert Jahren dient er auch heute noch in alter Frische als Orientierungs- und Quermarkenfeuer. Zu sehen ist er einzig von außen, da er ja immer noch in Betrieb ist.

Übrigens hat der Büsumer Leuchturm erst seit 1952 diesen rot-weißen Anstrich. Zuvor war er schwarz-weiß.

Ein Besuch des Leuchtfeuers ist auch in der Dämmerung ein Erlebnis. Dann ist der Leuchtturm in Funktion zu sehen und zu seinen Füßen beeindruckt der beleuchtete Tonnenhof.

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