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Kloster Cismar

Kloster Cismar
Kloster Cismar | © weites.land

Nahe des Ostseebades Grömitz kommt ein kleines Dorf ganz groß heraus. Das Klosterdorf Cismar liegt malerisch zwischen kleinen Weihern und Seen unmittelbar an der Ostsee.

Mit nur 800 Einwohnern ist dieser kleine Ort weit über die Grenzen bekannt und das Refugium für viele Künstler geworden. Ob Kunsthandwerker, Literatur- oder Kunstschaffende, die Vielfalt in diesem geschichtsträchtigen Kloster ist mehr als einen Kurztrip wert. Regelmäßig gibt es Lesungen bedeutender Gegenwartsautoren, Galerien und Ateliers öffnen ihre Pforten, die Künstler lassen sich in ihrem Schaffen gerne über die Schulter schauen.

Die Mauern der ehemaligen Benediktinerabtei haben viel zu erzählen. Das Kloster entstand zwischen den Jahren 1245 und 1330 im Stil der Backsteingotik und gilt als die bedeutendste und größte Abtei des Mittelalters in Ostholstein. Das Gebäude gleicht einer kleinen Burg, ist umgeben von Erdwällen und Wassergräben. Die einschiffige Kirche kommt ohne den Glockenturm aus, sie schließt auf der Westseite mit einem Treppengiebel ab.

Der Westflügel der Klosteranlage ist nicht mehr vorhanden, aber die Form des Kreuzganges ist noch erkennbar. Das Kloster glich ein wenig einem Erziehungslager für die Mönche des Lübecker Klosters, die im Falle eines unsittlichen Lebenswandels hierher versetzt wurden. Im Zuge der Reformation passierte hier das gleiche wie in den anderen Teilen des Landes, das Kloster wurde im Jahr 1561 aufgelöst und sich selbst überlassen. Die Sammlung an Bibeln und Folianten (eines im Mittelalter gebräuchlichen Buchformates, oft mit Ledereinband) ging in die Kopenhagener Staatsbibliothek, wo sie sich auch heute noch befindet.

Einige Zeit später nutzten die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf den Gebäudekomplex als ihre Residenz, bauten es in Teilen im Barockstil um und richteten Wohnungen für den Amtsmann ein. Cismar diente dann lange Zeit als Verwaltungssitz der Herrscher von Gottorf, Dänemarks und anschließend Preußens. Heute gehört das schon berühmte Kloster Cismar zum Landesmuseum Schleswig-Holstein. In den Räumen des barocken Gebäudekomplexes finden während der Sommermonate spannende und vielseitige Kunstausstellungen statt.

Im akustisch wie optisch beeindruckenden Gewölbesaal der Klosterkirche spielen regelmäßig berührende und sinnliche Kammerkonzerte. Ein kleines und romantisches Klostercafé öffnet zwischen Ostern und Oktober seine Pforten und immer am zweiten Wochenende im August präsentieren sich auf dem Klosterfest Kunsthandwerker und Gaumenkünstler mit mehr als 100 Ständen. Seit mittlerweile 35 Jahren kommen jährlich bis zu 80.000 Besucher aus nah und fern. Eine weitere Besonderheit gilt der mittelniederdeutschen Literatur.

Denn der erste evangelische Pastor, Johannes Stricker, prangerte immer wieder das zügellose Verhalten der Gutsbesitzer an. Damit machte er sich keine Freunde und wurde als Folge von der Kanzel gejagt. Doch ließ er sich dadurch nicht entmutigen und schuf das Theaterstück über das Verderben des reichen Mannes. Dieses Theaterstück wird in regelmäßigen Abständen in der Klosterkirche aufgeführt. Heute erinnert eine Bronzeplastik an der Bäderstraße an den frommen und gewissenhaften Mann und sein Wirken in den Jahren 1561 – 1572 in Cismar.

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