Kirchen auf Gotland

Kirchen auf Gotland | Kirche in Roma (Roma Kyrka)

Kirche (Kyrka) Roma auf Gotland | © mare.photo
Kirche (Kyrka) Roma auf Gotland | © mare.photo

Die Kirche in Roma gehört zu den Kirchen auf Gotland und liegt im Landesinneren etwa in der Mitte der Insel. Der Ort ist eigentlich bekannt durch die Klosterruine Roma. Wir haben Roma auf Gotland besucht und diese Kirche am Ortsrand besucht.

So ein wenig märchenhaft sieht die Kirche in Roma auf Gotland schon aus, aber so gibt es ja einige Kirchen auf der Insel, die so gar nicht in unser bekanntes Schema passen. Das wiederum macht sie zu etwas besonderem. Wer sich allerdings schon einige der Gotteshäuser hier auf Gotland angeschaut hat, dem werden architektonische Elemente bekannt vorkommen.

Eigentlich gab es an diesem Ort eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, doch die recht junge Christianisierung bekam mehr Gläubige und so brauchte man Platz. Zudem waren Kirchen zu der Zeit durchaus auch eine Prestige-Angelegenheit und so konnte man an ihnen durchaus den Reichtum der Gemeinde erkennen, der allerdings gleichwohl ungerecht verteilt war. 

So baute man im 13. Jahrhundert zuerst das dreischiffige Langhaus und einen gerade angesetzten schmalen Chor. Zuvor hatte der Chor einen gerundeten Anbau, eine Apsis. Teile dieser alten Mauern wurden in die neue Kirche integriert. Auch die bereits vorhandene Sakristei, aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammend, konnte übernommen werden und ist heute der älteste Teil der Kirche.

Nach und nach baute man in die neue Kirche die Gewölbe ein, die zum Teil unterschiedlich ausgeführt sind. So sind die beiden westlichen Gewölbe und damit abhängigen Fenster erst später hinzugekommen. Insgesamt tragen im Langhaus vier Säulen die nun neun Gewölbe. Deren Höhe ist nicht auf einer Ebene mit dem Chorraum.

Rein äußerlich ist die Kirche eine Basilika, sie verfügt über ein oberes Fensterband im Mittelschiff. Anstelle eines Kirchturmes bekam sie einen Dachreiter, also einen angedeuteten Kirchturm auf dem Dach mit einer achteckigen Turmspitze. Sie beherbergt das Glockenwerk.

Eigentlich sollte die Kirche in Roma in einem folgenden Bauabschnitt einen richtigen Kirchturm bekommen. Ein Portal vom Langhaus war bereits vorgesehen, wurde oder blieb aber dann zugemauert.

Insgesamt hat die Kirche vier Eingänge (Portale) im Langhaus und eines im Chor. Die steinerne Figur auf der östlichen Giebelseite stammt wohl noch aus der Vorgängerkirche.

Etwa um das Jahr 1880 wurde ein rundes Fenster in den Westgiebel gesetzt. Im Jahr 1902 bekam die Kirche Roma eine neue Einrichtung im neugotischen Stil. Davon unabhängig behielt sie aber das Sakramentshaus aus dem 13. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch der Taufstein.

Vor der Kirche gibt es einen Glockenstapel aus einer Holzkonstruktion. Er stammt zusammen mit den Glocken aus der Ukraine und kam im Jahr 1902 hier her.

 

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