Kirchen auf Gotland

Kirchen auf Gotland | Kirche Guldrupe

Diese schlichte und schöne Kirche Gotlands gehört zu den Landkirchen der Ostseeinsel und dient der Kirchengemeinde Vänge als Gotteshaus. An ihrer Stelle wird es zuvor eine Holzkirche, eine der für die Anfänge des Christentums so üblichen Stabkirchen, in unmittelbarer Umgebung haben. Teile der Vorgängerkirche wurden im Turm verbaut, Runenschriften und Ornamente in Drachenform in den Balken weisen auf diese Tatsache hin.  Solche Balken sind heute im Museum Gotlands Fornsal in Visby ausgestellt. Immerhin ist aber die heute sichtbare Kirche im 12. Jahrhundert entstanden.

Das Besondere dieses Gotteshauses ist sicher ihre Form, die sie zu einer sogenannten Sattelkirche macht. Denn ihr Chor ist höher als ihr Langhaus.

Zunächst entstand das Langhaus zusammen mit einem kleineren Chor, vermutlich irgendwo ab etwa dem Jahr 1150. Gleich zu Beginn des 13. Jahrhunderts, also ab etwa 1200, folgte der Bau des Turmes.  Als Dach verwendete man wohl die gleiche Haube der Vorgängerkirche, wie die Runenschriften im Gebälk belegen. Dazu zu erkennen ist eine Konstruktionsanleitung. Auch der kleine Chor wurde abgerissen und durch einen größeren zusammen mit einer Sakristei ersetzt. Im Chor befinden sich auf der Ostseite drei als Gruppe angeordnete Fenster, welche den Chor auf wunderbare Weise erhellen.

Eigentlich plante man, auch das Langhaus zu vergrößern, doch dazu kam es nicht mehr. So blieb die Form einer Sattelkirche, wie sie des öfteren auf Gotland zu finden ist. 

Im Jahr 1865 ergänzte man die an sich recht dunkle Kirche durch Fenster im Langhaus. Im Laufe der Zeit zog man in diesem auch eine ebene Zwischendecke ein, zuvor war das Dachgebälk sichtbar, die Kirche aber dadurch kaum warm zu bekommen.

Eine aufwendige Restauration erfuhr die Kirche Guldrupe in den Jahren 1964 und 1965, bei der man unter anderem den Triumpfbogen wieder vollständig sichtbar machte.

Wie auf Gotland üblich, besteht die Kirche aus gehauenem Kalkstein. Aus der Gründerzeit des Kirchgebäudes stammt auch der Taufstein. Erst 1776 kaufte man der Nachbargemeinde Vänge die aus dem 17. Jahrhundert stammende Kanzel ab und baute sie hier ein.

Durch die unterschiedlichem Bauabschnitte stammen Teile der Kirche aus den unterschiedlichen Epochen, so zeigt sie sich in gotisch-romanischem Stil.

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