Kirchen auf Gotland

Kirchen auf Gotland | Kirche Garda (Garda Kyrka)

Kirche in Garde, Garde Kyrka
Kirchen auf Gotland – Kirche in Garda | © weites.land

Die Kirche in Garda auf Gotland wird auch Kirche in Garde genannt, auf jeden Fall gehört die Garda Kyrka oder Garde Kyrka zu den Kirchen auf Gotland. Sie gehört zu den ältesten Kirchen Schwedens überhaupt. Aufgrund ihrer Form gehört sie zu den Sattelkirchen auf Gotland, eine Besonderheit, die immer wieder auf die Unvollendung eines Um- oder Neubaus hinweist.

Bevor diese Kirche in Garda stand, gab es an ihrer Stelle eine kleine Holzkirche. So, wie an einigen Orten kurz nach der Christianisierung der Insel Gotland. Doch ersetzte man im frühen Mittelalter alle diese Kirchen auf Gotland durch Steinkirchen.

Die Kirche in Garda (Garda Kyrka)

Die Geschichte dieser Kirche geht auf eine Zeit lange vor 1100 zurück . Nachdem man die Holzkirche gegen eine Steinkirche tauschen wollte, baute man zunächst das Langhaus. Es hatte einen Chor mit einem kleinen Anbau, einer Apsis. Während die Gemeinde ihre Gottesdienste weiterhin im Langhaus feierten, riss man den Chor ab und baute ihn neu. Das war im 13. Jahrhundert. Er wurde dabei schon auf die zukünftige Größe der geplanten Kirche gebracht und war bereits höher als das Langhaus. Einen kleinen Kirchturm gab es auch schon, er entstand wohl mit dem vorhandenen Langhaus. Zusammen mit der Bauphase des neuen Chors brachte man den Kirchturm auf die heutige Höhe. 

Irgendwie kam es dann nicht mehr dazu, das Langhaus zu vergrößern und das hat, wie bei zahlreichen anderen Kirchen (vor allem der Sattelkirchen auf Gotland) mit den wechselnden Herrschaften auf der Insel zu tun. Denn Kriege und Not ließen irgendwann einfach das Geld für weitere aufwendige Umbauten fehlen.

Eine wahre Pracht zeigt sich im Inneren der Kirche. Hier wird wohl der Einfluss von Händlern und Reisenden aus Russland sichtbar. Denn zahlreiche Bilder zeigen sich als auf Gotland durchaus unübliche byzantinische oder orthodoxe Kunst. In ihren Stil entdecken wir einige biblische Geschichten.

Ganz besonders sind die Bilder aus einem Farbstoff aus Lapis Lazuli, der auf weite Reisen im Mittelalter schließen lässt. Denn dieser so wertvolle Farbstoff wurde zu seiner Zeit mit Gold aufgewogen. Zwar findet man auch in der ein oder anderen Kirche Gotlands Bilder aus diesem Material, aber hier in Garda sind sie so gut erhalten wie nirgendwo sonst.

Was man dem Langhaus nicht ansieht: es hat zwei übereiander liegende Dächer. So ist das Originaldach aus dem 11. Jahrhundert noch erhalten geblieben.

Sichtbar sind aber die vielen Steinarbeiten zum Teil mit Motiven, wie man sie niemals auf Gotland finden würde. Das Inventar der Kirche stammt zu einem großen Teil aus dem 17. Jahrhundert, hierzu zählen zum Beispiel der Altaraufsatz oder auch die Kanzel. Auch einige Grabplatten aus der Zeit sind erhalten geblieben.

Die Kirche lädt ein, hineinzukommen, sich dem Licht der großen farbigen Kirchenfenster hinzugeben, abzuschalten und seine Gedanken kreisen zu lassen. Und vielleicht auch sich einmal darüber zu freuen, dass es immer noch Menschen gibt, die Kirchensteuern zahlen. Aber viel wichtiger ist, einen Ort zu finden, um einzukehren und seine innere Stimme zu hören. Hier, in der Kirche in Garda, könnte das der richtige Platz sein.

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