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Ilford FP 4 125 Plus – oder warum Ingmar Bergmann Fårö liebte

Ganz klar sind die Filme Ingmar Bergmanns mit Filmmaterial von Kodak entstanden. So bringt man vor allem den Kodak Tri-X  mit Bergmanns Filmstil in Verbindung. Wir lieben den Kodak Tri-X und setzen ihn gerne im klassischen Bildausdruck ein. In diesem Fall möchten wir einen ebenso klassischen Film, allerdings mit deutlich höherer Auflösung und dennoch ähnlichem Kontrastverhalten vorstellen.

Genauso wie sich Ingmar Bergmann ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat und seine Filme zu den Klassikern gehören, verhält es sich mit klassischen Filmen wie dem Kodak Tri X oder in diesem Fall dem Ilford FP 4 125 Plus. Er sei einfach nicht tot zu kriegen, so las ich es kürzlich in einer Artikelbeschreibung. Und in der Tat, bedenkt man die Kurzlebigkeit digitaler Kameras, ist es schon eine Besonderheit, wenn bestimmte Filme auch 80 Jahre nach ihrer Markteinführung aus der Fotografie nicht wegzudenken sind.

Immerhin kam der Ilford FP in seiner ersten Charge im Jahr 1935 auf den Markt. Zuletzt wurde er 1990 modifiziert und erfreut sich gerade im künstlerischen Bereich hoher Beliebtheit. Selbst bei diffusem Licht bringt er eine angemessen kontrastreiche Struktur in die Bilder und zeichnet dabei differenziert die komplette Bandbreite der Grautöne.

Wir haben Glück auf Fårö, im Norden Gotlands liegend. Der Sommer könnte nicht schöner sein und entsprechend kann das Licht kaum kontrastreicher die Landschaft in Szene setzen. Diesen starken Kontrast steigern wir noch, in dem wir unserem Leica Elmarit 2.8/28mm asph. einen Orangefilter vorsetzen.

Wir suchen Details der kleinen Insel, welche den Charakter und die Historie dieser Landschaft wiedergeben. Nicht ohne Grund sind einige der wichtigsten Bergmann-Filme genau hier entstanden, viele Sequenzen sogar in unmittelbarer Umgebung seines Hauses.

Kalkstein prägt die Insel, landschaftlich, architektonisch und industriell. Ruhige Straßen durchziehen die Region, oft mit atemberaubenden Aussichten und Haltepunkten. Durch dieses Gestein brauchte Ingmar Bergmann in seinen Produktionen keine Aufheller und keine Scheinwerfer bei Tageslicht. Denn das Gestein reflektiert auf wunderbare Weise ganz gleichmäßig und weich das Licht. So entstehen kräftige Dunkeltöne in den Schattenbereichen, aber gleichmäßige und weiche Wiedergaben in den hellen Bereichen.

Heute noch gibt es bescheidene Existenzen, doch Bergmann hat durch sein Wirken vielen Menschen zu etwas besserem Wohlstand verholfen, in dem er sie auf unterschiedliche Art in seine Projekte integrierte. Und so versuchen die Gotländer und Fårör, in der Bewahrung ihrer Vergangenheit in der Gegenwart zu leben und ein Stück weit die Zukunft zu gestalten. Vielleicht genau so, wie der Ilford FP 4 125 Plus. Mit unserer Serie versuchen wir, aus einem Blickwinkel Ingmar Bergmanns, genau diese Verbindung zu zeigen.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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