Dänemark Dänische Orte entlang der Grenze

Højer (Hoyer) – Dänische Städte u. Gemeinden an der Grenze

Højer | © weites.land
Højer | © weites.land
Der klassische Dänemark Urlauber käme nie auf die Idee, seinen Urlaub in Højer zu verbringen vermutlich weil in diese kleine Stadt kein Begriff ist. Damit hat er etwas verpasst. Denn heute verkörpert Hoyer als eine der typischen dänischen Kirchspielgemeinden all das, was die Dänen zum glücklichsten Volk der Erde macht. Wir besuchen Højer, um hier den Start- bzw. den Zielort der Grenzroute zwischen Dänemark und Deutschland kennen zu lernen.

Anfangs fühlt sich Højer von außen betrachtet an wie viele andere Orte. Zunächst geht es ins Zentrum und da wird Højer mit jedem Meter, mit dem man sich nähert, schöner. Da ist zum Beispiel die beeindruckende Kirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Sie besteht aus vulkanischem Eruptivgestein, dem sogenannten Tuffstein. Das war schon früher ein Leichtbaustoff durch die hohe Anzahl von Gaseinschlüssen, die bei einem Vulkanausbruch sich mit dem Gestein verbinden. Um das Gotteshaus vor den Sturmfluten der nahen Nordsee zu schützen, schüttete man bereit im Zuge des Baus die direkte Umgebung auf.

Højer | © weites.land

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Sehr prägnant und schön ist auch die Holländer-Windmühle von 1857, die mit einer Höhe von 22 Meter zu den größten Mühlen Nordeuropas zählt. Wer den Hinweisschildern zur Højer Mølle folgt, steht bald vor einem wunderbaren Gebäudeensemble aus Mühle und Nebengebäuden. Heute ist hier ein Museum zuhause. Darin entdecken wir die Geschichte von Sturmfluten, den Seefahrern aus der hiesigen Region, aus der Bewirtschaftung des Marschlandes und den Schlössern der Umgebung.

Højer ist insgesamt von zahlreichen alten Bauernhöfen geprägt, mitten im Zentrum steht das Rathaus, ein kleines, reetgedecktes Haus aus dem Jahr 1803.

Südlich von Hoyer fließt die Vidå,die hier als 2,4 Kilometer langer Højer-Kanal in die Nordsee mündet. Zahlreiche Freizeitboote machen hier fest, nachdem sie die Schleusen Vidå-Sluse und Højer-Sluse passiert haben. Auch für Fußgänger ist dieser Abschnitt besonders reizvoll. An der Vida-Sluse beschreibt eine Naturausstellung das hiesige Marschland und das Wattenmeer. Hier beginnt auch das grenzübergreifende Naturschutzgebiet Magaretenkoog, der auf deutscher Seite dann in den Rickelsbüller Koog übergeht. Hier entstand auch der Deich in grenzübergreifender Zusammenarbeit.

Højer ist gerade einmal 12 Kilometer von Tønder entfernt und nur acht Kilometer vom Grenzübergang Rudbøl.

Ein weiterer Höhepunkt liegt weniger als drei Kilometer in nordwestlicher Richtung von Højer. Hier zeigt sich das Emmerlev Klev, ein Kliff mit sandiger Steilküste ganz unerwartet als Fortsetzung des Deiches. Kleine bescheidene Ferienunterkünfte warten hier auf ihre Gäste.

Geschichte

Die Geschichte von Højer lässt sich bins ins Jahr 1231 zurück verfolgen. Zunächst schrieb man das anfänglich kleine Bauerndorf „Høthær“. Die Nordseeküste sah zu jener Zeit ja noch ganz anders aus und Sturmfluten brachten immer wieder auch schlimme Katastrophen ins Land. So musste man die benachbarte Kleinstadt Tønder (Tondern) besser schützen und baute um das Jahr 1556 um sie herum einen Deich. Hatte Tønder bislang einen eigenen Hafen,  war dieser nun durch den Deich von der See abgeschnitten. Ein neuer Hafen musste her. 

Das war die Chance für …weiter…

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