Stadt

Heiligenhafen

Graswerder Heiligenhafen | © weites.land
Graswerder Heiligenhafen | © weites.land

Heute fahren wir nach Heiligenhafen. Zugegeben, ich habe es nicht ganz so weit, aber ich treffe auch Menschen aus der Schweiz, mitten im Winter bei Sturm und Schneeregen. Wir sitzen im gut gewärmten Restaurant am Hafen und genießen die gebackene Scholle in beschaulicher Atmosphäre.

Nun habe ich selbst einige Zeit in der Schweiz gearbeitet und komme mit den Tischnachbarn ins Gespräch. Sie erzählen vom letzten Sommer hier, wo es durchweg heiß war und der Himmel blau. So sehr habe es ihnen gefallen, dass sie nun die Schönheit der Stadt auch im Winter erleben wollten. Ja, ich kann es bestätigen, Heilighafen ist eine malerische kleine Hafenstadt mit einer langen Geschichte. Eine der größten Marinas befindet sich im Hafen.

Die schöne Altstadt ist weitgehend erhalten geblieben und die alten Stadthäuser haben sich wunderbar herausgeputzt. Etwa 9 300 Menschen leben hier und heißen uns Gäste herzlich willkommen. In diesem Artikel kann ich nur anreißen, was Heligenhafen zu bieten hat, entdecken dürfen Sie es selbst. Sie werden berührt sein.

Seebrücke
Seebrücke Heiligenhafen | © weites.land

Seebrücke Heiligenhafen | © weites.land

Schon seit jeher träumten die Menschen, trocken über das Wasser zu gehen. In Heiligenhafen ist dies am 28.06.2012 Wirklichkeit geworden. Auf der neuen Seebrücke mit einer unbeschreiblichen Länge von 435 Metern tauchen wir ganz trocken tief in die Ostsee ein.

Nun gibt es viele Seebrücken, aber ich kenne keine wie diese. Kinder haben ihre eigenen Spielbereiche, es gibt unzählige Sitz- und Liegemöglichkeiten, ein Badedeck und sogar eine Meereslounge. Für die stillen Momente gibt es sogar öffentliche Toiletten, denn der Weg zurück kann ja bekanntlich sehr weit sein.

Verglaste Abschnitte runden dieses imposante und in dieser Form wohl einmalige Erlebnis Seebrücke in Heiligenhafen ab. Wenn die Sonne untergegangen ist, erstrahlt das Bauwerk ganz dezent in warmen Farben durch seine indirekte Beleuchtung. Kann es dann einen romantischeren Ort für Verliebte geben?

Heimatmuseum

Als Theodor Storm im Jahr 1881 nach Heiligenhafen reiste, um seine Tochter zu besuchen, hörte er von einem Seemann, der nach seiner Wiederkehr seinen Sohn traf, ihn aber nicht erkannte. Aus dieser Gegebenheit schrieb Theodor Storm eine seiner stärksten Erzählungen. „Hans und Heinz Kirch“ handelt von dieser Geschichte aus Heiligenhafen.

Während des Besuches in dieser Stadt besuchte Storm auch den Maler Gerhard Hauptmann und ließ sich von ihm portraitieren. Das Bild ist heute zur Erinnerung an diesen prägenden Besuch im Heimatmuseum Heiligenhafen ausgestellt. Das Heimatmuseum ist in den Räumen einer restaurierten Jugendstilvilla untergebracht, einem der vielen schönen Gebäude der Stadt. In diesem Museum ist Leben; es wird gemalt, Musik gemacht, gepuzzelt oder der Seemannsknoten geschlagen. Für Kinder war Langeweile gestern.

Das gleiche werden auch Erwachsene empfinden, denn die vielen Themen wie Stadtgeschichte oder die Fischerei, Badeleben oder die Seefahrt mit ihrem Hafen sind hier eindrucksvoll dargestellt. Das Museum befindet sich im Thulboden 11a, 23744 Heiligenhafen. Öffnunsgszeiten des Heimatmuseums Heiligenhafen: 01. April bis 31. Oktober Dienstag bis Freitag 15.00 – 17.00 Uhr, Sonn- und Feiertage 15.00 – 17.00 Uhr. Gruppen und Schulklassen können individuelle Führungen vereinbaren. Telefon/ Fax : 04362 – 3876 .

Aktiv-Hus

Schleswig-Holstein ist ein Land der Natur. Zur Natur gehört auch die Vielfalt des Wetters. Genau das schafft den besonderen Reiz. Von sommerlicher Wärme über Sturm und Flut bis zu eisigen Wintern mit zugefrorener Ostsee kann man hier alles erleben. In Heiligenhafen ist man das ganze Jahr für alle Wetter gewappnet.

Wer den Regen weniger mag als die Sonne und wer nach einem winterlichen Spaziergang eine Alternative zum Stubenhocken sucht, der kommt ins Aktiv-Hus. Hier gibt es alles, was Erholung im Urlaub verspricht.

Für die Kinder gibt es die Schatzinsel mit den beliebten Trampolinen, eine Kletterburg und einen Leuchtturm, Balkone und Fahrzeuge, Tischkicker und Airhockey, einen Krabbelbereich für die Kleinsten, eine Snackbar für die großen Begleiter. Selbst Kindergeburtstage können hier gefeiert werden.

Auf die Aktiven wartet die Sportarena mit Beachvolleyball und Bogenschießen, Kletterwand und Beachsoccer und viele weitere Möglichkeiten, seinen Bewegungsdrang zu stillen.

Für die Genießer empfiehlt sich die Ostsee-Lounge für einen traumhaften Blick auf die Ostsee in entspannter Umgebung, vielleicht mit einem Cocktail?

Für Entspannung sorgt der Spa-Bereich mit Wellness und Sauna, Solarium, Whirlpool und Dampfbad, einem Freiluftbereich und Meerwasserschwimmbecken. Informationen gibt es unter Aktiv Hus Heiligenhafen

Am Meer
Heiligenhafen | © weites.land

Heiligenhafen | © weites.land

Heiligenhafen hat vor allem eines zu bieten, die unglaublich schöne und maritime Natur vor der eigenen Hautüre. Selbst im Januar oder Februar kommen die Menschen von weit her in dieses besondere Paradies. Immer wieder ändert sich das Licht, die Wolken ziehen ihre Bahnen über dem blauen Himmel  und das Meer rauscht in gleichmäßigen Tönen. Rauhe Steilküsten, endlose grüne Salzwiesen und großzügige Strände – und dann der Blick über das weite Land und über den Fehmarnsund. Beim Wandern oder Radfahren, beim Segeln oder Schwimmen, es gibt so viele Möglichkeiten, herunterzufahren, abzuschalten und seine Sinne schweifen zu lassen.

Graswerder Heiligenhafen | © weites.land

Graswerder Heiligenhafen | © weites.land

Halbinsel Graswarder: Nur wenige Meter entfernt von den größten Yachthäfen der deutschen Ostsee beginnt das Naturparadies Graswarder. Ein schmaler und langer Landstrich zieht sich parallel zum Festland 2,5 Kilometer weit in die Ostsee. Weißer Sand und endlose Dünen, große Salzwiesen bieten Platz für Sturmmöwen oder Graugänse und 40 weitere Arten auf der Vogelfluglinie.

Früher war Graswarder eine Insel, doch wurde hier immer mehr Sand angespült, sodass es mit dem festlandverbundenen Steinwarder zusammenwuchs. Heute gibt es eine Straßenverbindung hierher. Im westlichen Teil entstanden wunderschöne Ferienvillen, die sich dezent in die Landschaft eingliedern. Im östlichen Bereich geht es auf schmalen Wegen zu Fuß in das Naturschutzgebiet. Und dies ist nur in Begleitung eines Naturschutzwartes möglich, um den Brutgebieten ihre Ruhe zu gönnen.

Führungen werden zwischen Ostern und Oktober zweimal täglich um 10.30 und um 15.00 Uhr ab dem Blockhaus des NABU angeboten. Informationen unter NABU-Naturzentrum Graswarder. Auf Graswarder geht es einfach nur zu Fuß. Ein großer Parkplatz steht am Yachthafen zur Verfügung. Von hier ist sind es etwa 1,5 Kilometer bis zu dem 12 Meter hohen Aussichtsturm.

Von hier aus hat man einen traumhaften Blick über den ganzen Warder, über Heiligenhafen bis zum Fehmarnsund mit seiner imposanten und unter Denkmalschutz stehenden Rundbogenbrücke. Auf dem Rückweg ist ein entspannter Strandspaziergang ein schöner Abschluss für diese schöne Halbinsel.

Erlebniswelt Ostsee

Im Nachbarort Klausdorf bei Heiligenhafen kann man die Ostsee erleben, wie man sie noch nie gesehen hat. Die Ausstellung widmet sich der Entwicklung des Meeres aus der Kreidezeit vor fast 150 Millionen Jahren bis heute. Aber auch die Tiere, die im und mit dem Wasser leben, haben eine spannende Geschichte. Wer bis heute nur rot gefärbte Hummer kennt, sollte unbedingt hierherkommen.

Denn rot werden diese Schalentiere nur im Kochtopf. Ein blau schimmernder Hummer, quicklebendig, ist in einem der 20 Aquarien dieser Ausstellung zu Hause. Wer an die Ostsee kommt, will Bernstein sehen. Zum einen möchte ich an dieser Stelle vor einer Verwechslung warnen. Phosphor aus dem Zweiten Weltkrieg sieht dem Bernstein sehr ähnlich. Und wenn Phosphor trocknet und etwa Körpertemperatur hat, fängt es an zu brennen.

Wenn Sie am Strand meinen, Bernstein gefunden zu haben, legen Sie es in eine Tasche. Wenn diese anfängt zu qualmen, wissen Sie ganz ohne Schmerzen, dass es kein Bernstein war. Wie Bernstein wirklich aussieht, kann man ebenfalls in dieser Ausstellung entdecken, im eigenen Bernsteinzimmer. Hier erfährt man alles über die beliebten Harze und weiß dann, die Richtigen an der Ostsee zu finden. Insgesamt führt die Ausstellung auf 3000 Quadratmetern durch die graue Vorzeit, erzählt von den großen Fischsauriern und erklärt anhand eine Modells die Bodenstruktur des weltgrößten Brackwassermeeres.

Auch eine Fischerhütte, ein Kutterhaus, historische und jüngere Arbeitsgeräte der Fischer veranschaulichen das Leben der Menschen dieser Region. Die Ausstellung „Erlebniswelt Ostsee“ befindet sich in der Bäderstraße 6a in 23775 Klausdorf bei Heiligenhafen. Telefon: 04371 – 44 16. Weitere Informationen gibt es unter erlebniswelt ostsee

Wer mehr über die Stadt und ihr Angebot erfahren will, der kann es hier: heiligenhafen.de

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.