Norwegen

Heddal Stabkirche – die größte Stabkirche Norwegen

Stabkirche Heddal | © weites.land
Stabkirche Heddal | © weites.land

Wenn man mit Norwegen etwas verbindet, dann sind es neben den traumhaften Fjorden, den sagenumwobenen Trollen und dem Nordkap mit Sicherheit auch die berühmten Stabkirchen. Wir haben sie besucht, die größte ihrer Art, im Süden Norwegens.

Genauer gesagt steht diese Kirche in Heddal in der Telemark, also im Süden Norwegens. Es ist eine Reise in die Zeit, neben der unsere Steinkirchen hell und modern wirken.

Aus Holz sind sie, diese wunderbar verzierten Stavskyrken, wie man sie in Norwegen nennt. Holzbalken, Holzschindeln und oft in Holz geschnitzte Figuren, oft aus der heidnischen Zeit übernommen. Im Inneren schummrig und dunkel. Faszinierend allemal und immer noch für Gottesdienste geöffnet. Dabei waren es die ersten Kirchen in der Christianisierung der Wikinger, entsprechende Skulpturen und Runenschriften sind immer wieder anzufinden.

Diese hier, in Heddal gleich bei Notodden, hat ein Seitenmaß von etwa 20 Metern und misst 28 Meter Höhe. Eine Runenschrift lässt auf die Weihung der Kirche am 25. Oktober 1242 schließen. Und laut einer Sage soll der Troll Finn aus dem nahen Svintruberg nur drei Tage gebraucht haben, dieses Gotteshaus zu errichten.

Aber es gibt ja immer wieder Menschen, die sich berufen fühlen, alte Architektur in die neue Zeit zu übersetzen. So wurde sie in den Jahren 1849 bis 1851 mit großen, lichtdurchflutenden Fenstern versehen, der Innenraum entsprechend modernisiert. Aber wie so oft mögen die Menschen solche Veränderungen nicht und setzten im Laufe der folgenden Zeit durch, dass diese Maßnahmen im Jahr 1954 zurückgebaut wurden, um die Originalität dieses märchenhaften Bauwerkes zu bewahren.

Heute gehört die Stabkirche in Heddal zu den meistbesuchten  Ausflugszielen Norwegens. Im Pfarramt gibt es folglich Karten für eine Führung, Souvenirs und Postkarten, um den Erhalt dieser Kirche zu gewährleisten. In den Wintermonaten kann die Kirche nicht besichtigt werden. Wir waren im März hier, Touristen gibt es um diese Zeit keine, dafür aber viel Ruhe und einen freien Blick fürs Foto.

Nur wenige Minuten zu Fuß gibt es ein kleines wunderschönes Freilichtmuseum und einen kleinen Wanderweg oberhalb der Kirche, auf dessen Hinweistafel eine weitere Sage über die Entstehung dieser gotischen Kathedrale in Holz berichtet. Natürlich spielt auch hier ein Troll die gewichtige Rolle. Von hier aus hat man auch einen traumhaften Blick auf die am Fuße des Hügels liegenden Kirche.

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