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Hamburger Hallig

Hamburger Hallig
Hamburger Hallig | © weites.land

Wer die Hamburger Hallig bei Hamburg vermutet, tut gut daran, die Hallig einmal zu besuchen und damit zu entdecken, wie bezaubernd sie ist. Allen anderen können wir die einzigartige Insel, die man sogar trockenen Fußes erreichen kann, ebenfalls wärmstens empfehlen. Für mich ist sie seit Jahren ein ganz persönlicher Rückzugsort.

Während einer der schwersten Sturmfluten, die als „Mandränke“ aus dem Jahr 1634 in die Geschichte einging, entstand die Hamburger Hallig. Eigentlich war der Ort ein Koog, den zwei Hamburger Kaufleute eindeichen ließen. So kam die heutige Hallig zu ihren Namen. Während der besagten Sturmflut wurden die Dämme zerstört und weggespült. Es sollte dann bis ins Jahr 1875 dauern, bis die Hamburger Hallig über den vier Kilometer langen Damm mit dem Festland verbunden wurde.

Zwischen Festland und Hallig entsteht seitdem eine neue Landschaft  mit spannender Entwicklung von Tieren und Pflanzen. Überall zugegen dominiert aber ein im Verhältnis zu den anderen Lebewesen riesiges Tier die Umgebung. Es ist in unterschiedlichen Gruppen anzutreffen und dabei scheu und sehr friedliebend: das Schaf.

Ob es mit seinen Artgenossen den ganzen Tag nur herummeckert oder die Schafe sich gegenseitig auffordern, das Gras zu mähen, dazu gibt es unterschiedliche Interpretationen. Insgesamt zeugt es aber von einem sehr erfüllten und zufriedenen Leben in dieser durchaus rauhen Umgebung.

Wer die Natur und die Besonderheiten des Nationalparks Wattenmeer so richtig entdecken möchte, bucht eine der informativen und beeindruckenden Führungen der Nationalpark-Ranger.

Auf der Hallig gibt es einen Hof oder besser gesagt es gab ihn. Die Gebäude dienen heute als nettes Ausflugslokal mit typischer regionaler Küche. Und genau hier begegnen treue Zuschauer der ZDF–Serie „Traumschiff“ einem durchaus bekannten Gesicht. Denn der Pächter des Hallig-Krogs war zuvor echter Küchenchef eben auf diesem Traumschiff und führte zum Abschluss jeder Sendung die Eisparade an.

Nun ist er auf der Hamburger Hallig gestrandet? Nein, angelandet und angekommen. Bodenständig, wie die Nordfriesen sind, lädt er in den Sommermonaten mit abwechslungsreicher Speisekarte und der ein oder anderen Anekdote in das ehemalige und so urige Bauernhaus der Insel ein.

An diesen Ort landen auch Menschen, die sich in dieser so ursprünglichen Umgebung ihr JA-Wort geben möchten. Im Hallig-Krog befindet sich eines der drei auswärtigen Trauzimmer des Standesamtes in Bredstedt.

Die Hamburger Hallig bietet sich auch für entspanntes Sonnenbaden oder Schwimmen in der Nordsee an. Drei Stunden vor und nach der Flut ist ausreichend Wasser vorhanden, Duschen am befestigten Damm befreien vom wohltuenden Watt. Wie überall im Wattenmeer gibt es besondere und lebenswichtige Verhaltensregeln für Ebbe und Flut, die man dringend beherzigen sollte, um die Hamburger Hallig in schöner Erinnerung zu behalten und der DGzRS einen Logbucheintrag zu ersparen.

 

Zu erreichen ist die Hamburger Hallig idealerweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad, das Auto sollte wirklich nur bei totaler Bewegungsunfähigkeit die Insel bevölkern. Denn auf der Insel gibt es eben nur diesen einspurigen, vier Kilometer langen Weg  und nur eine Handvoll Parkplätze. Die Hamburger Hallig erleben, das geht allerdings wirklich nur ohne Auto.

Fahrräder stehen am Amsinck Haus, am Deich vor der Hallig, zur Verfügung. Im Amsinck Haus selbst gibt es immer wieder spannende Ausstellungen zu Geschichte, Natur und Kultur der Hamburger Hallig. Direkt nebenan befindet sich ein großzügiger Wohnmobilstellplatz.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.