DGzRS-Nachrichten

Groß angelegte Suche nach zwei vermissten Tauchern in der Ostsee

Seenotrettungskreuzer BREMEN der Deutschen Geselschaft zur Rettung Schiffbruechiger (DGzRS)
Seenotrettungskreuzer BREMEN der Deutschen Geselschaft zur Rettung Schiffbruechiger (DGzRS)
Eine Tauchprüfung in der Ostsee östlich der Insel Fehmarn hat am Freitagabend, 28. Juli 2017, an Bord des Seenotrettungskreuzers BREMEN ein glückliches Ende genommen. Zwei Taucher waren bei hereinbrechender Dunkelheit als vermisst gemeldet worden. Ihr Leben verdanken sie oft geübter reibungsloser Zusammenarbeit auf See: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) koordinierte eine groß angelegte Suche, die bereits knapp eine Stunde nach ihrem Beginn zum Erfolg führte.

Gegen 21.15 Uhr erfuhr die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre), dass ein Tauchlehrer (48) und seine Tauchschülerin (24) östlich des Leuchtturms Staberhuk überfällig waren. Vier weitere Menschen warteten an Bord eines 5,50 Meter langen Schlauchbootes vergeblich auf deren Rückkehr. Sie wählten schließlich den Notruf.

Die DGzRS setzte den Seenotrettungskreuzer BREMEN/Station Großenbrode sowie die beiden Seenotrettungsboote HEILIGENHAFEN/Station Heiligenhafen und EMIL ZIMMERMANN/Station Puttgarden ein. Außerdem beteiligten sich das Gewässerschutzschiff „Scharhörn“ der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sowie ein Schlepper an der Suche. Im Revier vor Fehmarn herrschten dazu gute Bedingungen: südwestliche Winde um drei Beaufort und etwa ein halber Meter Seegang.

Die SEENOTLEITUNG bestimmte die „Scharhörn“ zum Einsatzleiter vor Ort. Sie war als erstes Schiff im Suchgebiet. Ihre Besatzung entdeckte knapp eine Stunde nach der Alarmierung, gegen 22.10 Uhr, bei inzwischen nahezu völliger Dunkelheit die beiden Taucher. Sie gaben Lichtzeichen mit ihren Taucherlampen, was auch die Seenotretter auf der BREMEN sahen. „Glücklicherweise haben wir Richtung Osten gesucht. Dort war der Himmel schon dunkel, so dass wir die Lichter der Taucher relativ schnell bemerkt haben“, sagt Sven-Eric Carl, Vormann der BREMEN. Ein ebenfalls alarmierter SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine wurde nicht mehr benötigt.

Die Taucher hatten großes Glück: Die starke Strömung unter Wasser hatte sie beinahe eine Seemeile weit Richtung Osten von ihrem Schlauchboot abgetrieben, bevor sie wieder aufgetaucht waren. Deshalb hatte sich die Gruppe gegenseitig aus den Augen verloren.

Das Arbeitsboot der „Scharhörn“ nahm die beiden Taucher an Bord und brachte sie zum Seenotrettungskreuzer BREMEN. Im Bordhospital der BREMEN übernahmen die Seenotretter die Erstversorgung der Unterkühlten. Die junge Frau klagte über Müdigkeit, ein deutliches Zeichen starker Unterkühlung. Ihre Körpertemperatur betrug nur noch 34,5 Grad. Der Tauchlehrer war mit 36,5 Grad Körpertemperatur leicht unterkühlt. Im Hafen von Großenbrode kümmerte sich der Landrettungsdienst um die beiden Taucher.

An diesem Wochenende können sich die Freunde und Förderer der DGzRS am Tag der Seenotretter auf vielen Stationen an Nord- und Ostsee selbst ein Bild von der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Schiffe und Besatzungen machen. Nach wie vor wird die gesamte Arbeit der DGzRS ausschließlich durch Spenden und freiwillige Beiträge finanziert. Programm zum Tag der Seenotretter: www.seenotretter.de/termine.

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