Grenzübergänge

Grenzübergang Krusau (Kruså)–Kupfermühle | Grenzroute Dänemark – Deutschland

Krusau | © weites.land
Krusau | © weites.land
Der Grenzübergang Krusau – Kupfermühle war einst die wichtigste Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland. Mit der Fertigstellung der Autobahn E 45 (A7) im Jahr 1978 wurde der Schwerverkehr an diesem Grenzübergang eingestellt. Heute gehört er immer noch zu den großen Übergängen, an dem auch aktiv kontrolliert wird.

Mit der Volksabstimmung wurde die Grenze im Bereich des Ortes Krusau an den Fluss Krusau verlegt. Doch verläuft die Krusau mitten durch die Fabrik Kupfermühle und trieb dort das Hammerwerk über ein Wasserrad an. So kam das komplette Fabrikgelände nach Deutschland und Dänemarks Grenze wanderte als Ausgleich 500 Meter südlich des Ortes Krusau.

Zu Beginn kam der deutsche Zoll in einem kleinen Holzhäuschen unter, welches man prvisorisch errichtete. Der dänische Zoll nutzte den alten Krug „Weidmannsruh“. Für die deutschen Kollegen entstand 1923 ein moderneres Abfertigungsgebäude. Es sollte noch bis 1956 dauern, bis man adäquate Gebäude für den Zoll zur Verfügung stelle. Und in diesem Gebäuden fand die Abfertigung für den Grenzübertritt statt. Der Ansturm war enorm, passierten doch schon zu dieser Zeit mehr als eine Millionen Fahrzeuge den Kontrollpunkt. Nur im Sommer gab es ab 1962 Kontrollen direkt an der Strecke.

Ab 1966 wurde es dann komfortabler und dem Verkehrsaufkommen auch wesentlich gerechter. Neue Kontrollhäuschen kamen direkt an den Straßenrand, die bis zum Inkrafttreten des Schengener Abkommens am 25. März 2001 als solche genutzt wurden. Kurz später wurden diese abgeschlossen, werden aber in absehbarer Zeit auf dänischer Seite neu errichtet.

Zu Beginn der neuen Grenze verlief der Grenzweg über die „Alte Zollstraße“ am heutigen „Hotel des Nordens“ vorbei. Schon unmittelbar nach der Verlegung der neuen Grenze siedelten sich Händler entlang der Zollstraße an. Während des Zweiten Weltkrieges war die Grenze nicht passierbar, die deutsche Wehrmacht hatte diesen Übergang geschlossen. Zwar hatten die Dänen in vorauseilender Sorge  auf einem Stück Gleis einen beladenen Güterwaggon quer zum Übergang gestellt, den sie im Falle eines Einmarsches auf die Straße rollen lassen wollten, doch hielt das bekanntlich die Besatzer nicht auf. Leider. Um so sehnlicher wurde das Kriegsende erwartet und die Dänen kamen wieder auf die Zollstraße, um die so begehrten und in Deutschland günstigeren Südfrüchte  oder Süßwaren und andere in Dänemark doch sehr teuren Produkte einzukaufen. So entstand auch im Sprachgebrauch der alternative Begriff „Bananenallee“ zur alten Zollstraße. 

Aber nicht nur in Deutschland konnten die Dänen günstig einkaufen, umgekehrt galt das ebenso. Vor allem, als man ab 1958 bis zu 10 kg Butter aus Dänemark einführen durfte, welche dort wiederum deutlich günstiger war. Auf dem Seeweg sprach man dort auch von den Butterfahrten oder Butterdampfern, die nun die Menschen ins dänische Gewässer brachten. Der Begriff „Buttersturm “ machte die Runde, denn Menschen aus weiten Teilen Deutschlands reisten nun an. Genauso war Zucker sehr begehrt, der ebenso unter dem Preis in Deutschland lag. 

Leider hat die EU die Butterfahrten eingestellt, die noch bis vor wenigen Jahren ein Stück Kulturgut im kleinen Grenzverkehr darstellten und deutlich mehr waren als nur eine Einkaufstour.

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