Südwestküste Gotland

Gotland entdecken | Västerhejde

Västerhejde ist zum einen ein kleines Dorf mit etwa 370 Einwohnern, zum anderen aber auch ein Kirchspiel, in dessen Bereich etwa 2.200 Menschen leben.

Der Ort Västerhejde liegt nur wenige Kilometer südlich von Visby an der Westküste. Bekannt ist das Kirchspiel sicherlich durch sein schönstes Kliff: dem Högklint. Von diesem Platz schwärmt eigentlich jeder, der den Ausblick in Richtung Visby von diesem etwa 45 Meter hohen Plateau einmal erlebt hat. Wenn der deutsche Schauspieler Walter Sittler zum Dreh für Der Kommissar und das Meer auf diese Insel kommt, lässt er es sich möglichst nicht nehmen, einmal zumindest hier her gekommen zu sein.

Villa Fridhem

In Västerhejde befindet sich auch das ehemalige Sommerhaus der Prinzessin Eugénie von Schweden. Durch sie kam der Tourismus nach Gotland, sie selbst besuchte die Insel auf Empfehlung ihrer Ärzte. Denn sie hatte nach vielen Krankheiten eine überemfindliche und angeschlagene Lunge, das günstige Klima der Insel sollte ihr gut tun. Das stellten die Mediziner wohl nach ihrem Aufenthalt im Jahr 1859 fest und motvierten sie, dies wieder zu tun. Bei ihrem nächsten Aufenthalt ein Jahr später kaufte sie gleich einen ganzen Strandabschnitt nahe dem Högklint in Fridhem an einem recht steilen Hang. Von hier aus würde sich ein traumhafter Blick sowohl auf das Meer wie auch auf Högklint bieten.

Im gleichen Jahr begann unter den Augen des Chefarchitekten der schwedischen Staatsbahnen der Bau einer Villa nach Schweizer Vorbild. Zum See hin hat dieses Haus einen riesigen Balkon und darunter einen Wintergarten in Form einer Glasveranda, wie man es abgewandelt recht oft in Skandinavien findet.

Um das Haus entstand ein romantischer Landschaftspark, mit Wasserfall, zahlreichen für diese Region eher unüblichen Laubbäumen, einem Pavillon und abwechslungsreichen Sitzmöglichkeiten. Geschwungene Pfade führen durch diesen herrlichen Park.

Die Prinzessin, sehr fromm und mitmenschlich, verbrachte viel Zeit in dieser Umgebung, um dem ihr zu aufwendigen Lebensstil des Schlosses in Stockholm zu entgehen und hier ein für ihre Verhältnisse bescheidenes oder einfaches Leben führen zu können. Sie spürte durchaus die Armut der Insel und gründete das benachbarte Fritorp Waisenhaus, eine Schule in Västerhejde, ein Pflegeheim und den Schutzverein Visby für bedürftige Frauen.

Die Kirche

Die fromme Eugénie war künstlerisch sehr begabt und schenkte eines ihrer Bilder der Kirche in Västerhejde. Die schneeweiße Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert in romanischem Stil und erinnert irgendwie an die  dänischen Kirchen. Denn der Giebel des Kirchturmdaches ist treppenförmig gestaltet. Die Kirche ist oft verschlossen, wer sie mit ihrer Inneneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert dennoch sehen möchte, besucht einfach mal einen gotländischen Gottesdienst oder holt sich beim Pfarrer den Schlüssel.

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