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Gotland entdecken | Trullhalsar Gräberfeld

Überall auf dem Weg in dieser Region zwischen Anga und Gothem begegnet uns ein Hinweisschild mit “Trullhalsar“. Eigentlich suchen wir nach einem schön Platz, an dem wir mit unserem Bulli übernachten können, doch sind wir zu neugierig und folgen den Pfeilen.

Es geht auf unbefestigten Wegen, so schmal, daß nur ein Auto hindurch passt, vorbei an den im Wald liegenden Ferienhütten, bis der Wald so dicht ist, dass sich hier Fuchs und Hase “Gute Nacht“ sagen. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter, doch ein kleines Schild erzählt uns bereits, was es mit dem Begriff Trullhalsar auf sich hat.

Das Auto ist abgestellt, unser Hund an der Leine und so gehen wir zu später Stunde in den Wald bis zu einem großen lichten Platz. Wie der wohl bei Vollmond wirken würde? Passend zum Thema wäre eine solche Situation.

Vor uns liegen überall Steinhaufen, kreisrund aufgeschichtet. etwa 350 an der Zahl. Und diese liegen schon seit etwa 500–800 nach Chr. an dieser Stelle. Also entdecken wir hier ein Relikt aus der Wendelzeit. Damals hat man auf diese Art die dem Meer verbundenen Toten begraben. Dieses Gräberfeld muss damals gleich am Meer gelegen haben, die Toten sollten nur einen kurzen Weg über das Meer ins Jenseits haben. Der Meeresspiegel lag um dieser Zeit etwa vier Meter höher.

Das gesamte Gräberfeld setzt sich aus Richterringen, Steinsetzungen und den Steinhügelgräbern zusammen, auf zahlreichen Steinhügeln hat man einen runden Stein als Grabkugel aufgesetzt.

Es gibt auch Vermutungen, dass es hier zu einer Gerichtsstätte mit Hinrichtungen kam. Der Name Trullhalsar lässt auf Trolle mit ausgestreckten Hälsen schließen, die vielleicht diese Menschen geholt haben.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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