Südwestküste Gotland

Gotland entdecken | Tofta

Gnisvärd auf Gotland.| © mare.photo

Tofta ist für gotländische Verhältnisse fast schon ein größerer Ort, mehr als 620 Menschen haben hier ihr zuhause. Und Tofta als Kirchspiel reicht sogar bis an die Westküste heran. Berühmt ist es für seinen grandiosen Strand, seine Beach-Partys, aber auch für die schöne Fischersiedlung Gnisvärd und die dortige Schiffssetzung.

Der Tätort Tofta ist mit Abstand einer der beliebtesten Badeorte der Insel. Schuld daran ist sicherlich einer der schönsten Sandstrände Gotlands und die wunderschöne Dünenlandschaft. Sie unterstreicht einmal mehr die Vielfältigkeit, die man allerorts auf Gotland entdeckt.

Entsprechend voll ist es für die hiesigen Verhältnisse während der Hauptsaison im Juli und August. Hier treffen sich vor allem Badegäste, aber auch bei Windsurfern ist diese Region ziemlich angesagt.

Auf alle Fälle sollte der Besuch der kleinen Fischersiedlung Gnisvärd auf dem Programm stehen. Von der Hauptstraße aus kommt man zuerst an der wohl schönsten Schiffssetzung Gotlands vorbei, einem riesigen und sehr gut erhaltenen Grabmahl vor der Wikingerzeit. Hier wurde einst ein Mensch von hohem Rang begraben, der mit dem Meer zu tun hatte. In solchen Fällen hat man das Grab in der Größe eines Schiffes gestaltet und dem Umriss mit Findlingen markiert. Diese hier hat eine stolze Länge von 47 Meter und eine Breite von sieben Meter. Damit ist sie die größte Schiffssetzung auf Gotland.  Gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite befinden sich Reste einer weiteren, doch gehört dazu schon ein wenig Fantasie.

Fährt man dann weiter in diesem kleinen Fischerort, begegnet zuerst die kleine und schlicht-schöne Fischerkapelle aus dem 12. Jahrhundert. Nun nutze ich solche Kirchen immer gerne, um mich einfach dort hineinzusetzen und in Stille zu verweilen. Auch, wenn wir uns heute den Alltag so voll packen und immer weniger mit der freuen Zeit anzufangen wissen, solche Momente, einfach mal inne zu halten und vielleicht an den oder das man glaubt, ist Balsam für die eigene Seele. Wie vielen Menschen dieser Ort vielleicht schon seit mehr als 800 Jahren für einen Moment eine Zuflucht war oder ein Ort des Trostes? Gerade die Bescheidenheit dieses kleinen Gotteshauses berühren mich auf besondere Art. Fischer hatten eben nicht viel Geld, das kam der Einfachheit dieser Kirche zugute.

Nahe der Kirche gibt es einen ausreichenden Parkplatz und taucht man erst einmal in diese Fischersiedlung ein, fühlt man sich in der Zeit zurück versetzt. Nun fungieren sie heute mehr als Freizeitdomizil anstatt als Fischerunterkunft, doch die kleine Fischerei prägt gefühlt immer noch diesen traumhaft schönen Flecken. Der kleine Hafen ist auch heute noch Ankerplatz für die alten Fischer.

Sollte man in der Nähe des Hotels Toftagården noch das rekonstruierte Wikingerdorf suchen, wird es jetzt in Skåne auf dem Festland finden. Im Jahr 2016 gab man Vikingabyn auf und baute es  in Südschweden wieder auf.

Südlich des Kirchspiels Tofta befinden sich schöne Golfanlagen. Golf ist lange nicht so elitär wie in Deutschland, er gehört zum normalen Volkssport und ist auch entsprechend erschwinglich. Ebenso ist dort die kleine Kirche Västergarn zu entdecken. Diese ist wenig üppig und besteht eigentlich nur aus einem Chor mit einem Dachreiter. Sie entstand im 13. Jahrhundert und stellt lediglich den ersten Bauabschnitt dar. Den Weiterbau verhinderte der kommende Bürgerkrieg im Jahr 1288.

In der direkten Umgebung Västergarns finden in der Sommersaison regionale und deswegen wirklich interessante Kunst- und Kunsthandwerksausstellungen statt.

Ist man schon einmal hier, lohnt sich ein Abstecher ins nahe kleine Fischermuseum und die ebeso kleine und romantische Fischersiedlung nach Kovik. Wem diese kleine inselgeschichtliche Ausstellung zu wenig ist, genießt dafür umso mehr die malerisch schöne Umgebung.

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