Der Süden Kirchen auf Gotland

Gotland entdecken | Kirche Öja (Öja Kyrka)

Die Kirche Öja (Öja Kyrka) gehört zu den Kirchen auf Gotland und liegt im Süden der Insel nahe dem Zentralort Burgsvik. Beeindruckend ist ihre Größe im Verhältnis zur Anzahl der Einwohner, doch würden die wenigsten Menschen dieses durchaus beeindruckende Gotteshaus je missen wollen.

Am Ortsrand von Öja liegt es und kann auf eine lange Geschichte zurück blicken. Die ältesten Segmente der Kirche gehen möglicherwiese bis ins Ende des 12. Jahrhunderts zurück. Zunächst entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts der Chor. Es sollte aber noch dauern, bis dann gegen Ende des 13. Jahrhunderts das Langhaus entstand. Noch stand die Kirche, wie hier üblich aus Sandstein gemauert, ganz ohne Glockenturm da.

Wer aufmerksam die Gemäuer der Kirche betrachtet, wird feststellen, dass hier einige Steine so gar nicht ins Schema passen. Sie stammen möglicherweise von Kirchen, die einen Epochenwechse zwischen romanischer und gotischer Architektur erfahren haben und dann überflüssig wurden. Da zu dieser Zeit aber das Steinhandwerk sehr sehr mühsam war, wurde solche Materialien an anderer Stelle wie zum Beispiel an dieser Kirche wiederverwendet.

Doch im 14. Jahrhundert sorgte dann die Kompetenz des Steinmeisters und Kirchenbauern Egypticus dafür, dass auch dieses Gotteshaus einen Turm erhielt. Und der kann sich durchaus sehen lassen. Bereits von weitem wird dieses gotische Baumerk wahr genommen. Ein Grund für die Größe des Turmes könnte seine Bedeutung als Seezeichen für für Seefahrt sein.

Im Inneren finden sich schöne Kalkmalereien mit biblichen Motiven aus dem 15. Jahrhundert  und, wie sonst nirgendwo in Nordeuropa zu finden, ein stehendes Triumpfkreuz, welches vom Sieg Jesus über den Teufel zeugt. Dieses Triumpfkreuz stammt aus dem Jahr 1275.

Im Jahr 1620 kam der Taufstein dazu, im Jahr 1628 eine aufwendig gestaltete Kanzel. Der wunderschöne Altar wurde aus Sandstein geformt und 1643 fertiggestellt. Erst im 19. Jahrhundert kam die Sakristei hinzu.

Einge ewig alte Grabsteine sind an der Kirche aufgestellt.

Unter den einheimischen wird die Kirche auch als Graue Gans bezeichnet ( Gra Gasi ). Diese Bezeichnung findet sich auch für das isländische gesetzbuch und so kann man annahmen, dass es auch hier Seefahrer waren, welche diese Bezeichnung mitbrachten.

Wer im angrenzenden Wald auf Entdeckertour geht, wird Reste eines kleinen Schlosses finden.

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