Kirchen auf Gotland Visby

Gotland entdecken | Dom zu Visby (S:t Maria Kyrka)

Gotland | © mare.photo
Dom zu Visby auf Gotland. Aufgenommen mit Leica Elmarit 3.4 135mm asph. auf Kodak Ektar | © mare.photo
Wer Visby besucht, kommt an diesem Gotteshaus einfach nicht vorbei. So ziemlich aus allen Richtungen ist der beeindruckende und wirklich schöne Dom von weitem zu sehen. Wir haben uns ihm von der Anhöhe Klinten nahe der Stadtmauer her angenähert und sind mehrfach wieder hier her gekommen. Der Dom, zuvor als St.Maria-Kirche geweiht, ist die einzig verbliebene Hauptkirche der Stadt und hat eine durchaus interessante Entwicklung hinter sich.

Als man im 12. Jahrhundert mit dem Bau dieser Kirche begann, entstand zunächst eine dreischiffige Basilika im zu der Zeit üblichen romanischen Stil. An der Ostseite flankierte man das Querschiff. Von vornherein gehörte auch der Turm auf der Westseite dazu. Der untere Teil des Turms aus der Gründerzeit ist erhalten geblieben. Lübecker Handelsschiffer und Kaufleute, die Gotlandfahrer, initiierten den Bau dieser Kirche. Als Baustoff diente, wie so oft auf Gotland, der hiesige Kalkstein. Im Jahr 1225 weihte man die Kirche der Heiligen Maria.

Gotland war für diese Handelsleute so etwas wie ein Zwischenhalt und Handelsplatz auf den Fahrten zwischen der deutschen Ostseeküste und Russland bzw. dem Baltikum. So war dieses Gotteshaus zunächst als Gästekirche gedacht. Mit der Zeit siedelten aber vermehrt Deutsche nach Gotland über und ließen sich in der Stadt nieder. So entwickelte sich die Gästekirche zu deren Gemeindekirche.

In der nächsten Zeit erfuhr die St. Maria-Kirche immer wieder Umbauten, man vergrößerte das Langhaus und baute sie zur Hallenkirche um.Das Querschiff wuchs auf seine doppelte Größe und erhielt die beiden Osttürme und einen Chor.

Da man für den Bau eines solchen Gebäudes auf den Koggen immer wieder Geld sammeln konnte, aber überlegte, es besser auszunutzen, zog man im Kirchenschiff einen Zwischenboden ein, der nun neue und sichere Lagerfläche bot. Über Seilwinden konnte so die Handelsware ins Lager gehievt werden. In diesen Räumlichkeiten verwahrte man sogar die gemeinsame Kasse des Hansekontors.

Um 1300 folgten weitere An- und Umbauten, immerhin florierte der Handel und so konnte man finanziell aus dem Vollen schöpfen. Die Große Kapelle auf de Südseite kam hinzu, der Westturm wurde im Jahr 1423 in der Höhe erweitert und bekam seine heutige Dimension. Im 18. Jahrhundert veränderte man die ehemals spitz verlaufenden Turmhauben.

Im Rahmen des schwedisch-dänischen Krieges wurden alle Kirchen bei einem Sturmangriff im Jahr 1525 in Brand geschossen und weitgehend zerstört. Heute zieren sie als Ruinen die Stadt. Diese Kirche hier blieb verschont, denn die Lübecker waren zugleich die Verbündeten der angreifenden Schweden unter Gustav Vasa. Im Jahr 1572 erhob man die Kirche zum Dom und damit zum Bischofssitz. Aus der St. Maria-Kirche wurde die Visby Sankt Maria Domkyrka. Seit 2003 ist der Dom zu Visby zudem die Kathedrale der schwedischen Kirche im Ausland.

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