Schiffssetzungen

Gotland entdecken | Digerrojr Schiffssetzungen (Skeppssättningar)

Digarojr, oder auch Digerrojr gschrieben, ist ein richtiger Friedhof. Und hier liegt ein echter gotländischer Häuptling begraben, und das schon seit fast 3000 Jahren. Er war der Enkel von Tjelvs, der ganz in der Nähe ein eigenes, sehr ausgeprägtes Grabdenkmal hat. Sein Name ist nicht mehr zu erfahren, und er ist auch nicht der einzige auf diesem recht umfangreichen Friedhof aus der Bronzezeit. Neben der Schiffssetzung befindet sich unter anderem auch einer der größten Grabmäler aus der antiken Zeit an diesem Ort. Eben das des Häuptlings. Aber die Bezeichnung „Diger“ als Namensgeber der Grabstelle steht ja auch für groß.

Und so misst alleine ein Grabhügel stolze 35 Meter im Durchmesser und hat eine Höhe von fünf Meter.  In der Mitte des Grabhügels befindet sich ein kleiner Krater. Der war ursprünglich sicherlich nicht geplant, aber irgendwann ist die unter dem Hügel liegende Gruft eingestürzt und hat eben diese Senke entstehen lassen.

Umgeben ist diese Totenstätte von zahlreichen Bauststeinen, also aufrecht stehenden Steinen, von denen etliche aber mittlerweile fast versunken sind. Umgeben ist dieser Platz für die letzte Ruhe von einem recht dichten Wald. Mystischer kann ein Friedhof aus der Bronze- und Eisenzeit wohl kaum sein.



In der Umgebung hat man auch die Reste eines Grabhauses gefunden, allerdings gehört hier sicherlich eine große Portion dazu, um ein solches daraus zu erkennen.  Aräologen haben über einen langen Zeitraum in dieser Umgebung geforscht und gegraben, so umfangreich wie wohl kaum anders auf der Insel Gotland. So haben sie auch zahlreiche Relikte und auch so etwas wie Opfergaben in der Umgebung der Gräber gefunden, eben auch aus der Zeit etwa 800 Jahr vor Christi Geburt. Nördlich der Grabstätte gibt es die Schiffssetzung. Dazu muss man aber bereit sein, den steilen Hang hinaus zu klettern.

Um an diesen Ort zu gelangen, nimmt man am besten die kleine Landstraße zwischen Lau und Alskog vor Ljugarn. Mittendrin biegt eine kleine Forststraße ab. Hier hält man am besten an und läuft die etwa 700 Meter durch den dichten Wald.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

Schreibe uns Deine Meinung