Visby

Gotland entdecken | Die Stadtmauer von Visby

Gotland | © mare.photo
Visby auf Gotland. Aufgenommen mit Leica Summilux 1.4 50 asph. new auf Kodak Ektar | © mare.photo
Wer den Vorspann von Pipi Langstrumpf gesehen hat, der hat auch schon einen Teil von Visbys Stadtmauer entdeckt. Pipi reitet nämlich ganz zu Anfang einer jeden Episode durch das imposante Nordertor. Die Mauer ist komplett erhalten geblieben und das macht sie so besonders, daß sie zu den Unesco Weltkulturerben zählt.

Die Geschichte dieser Befestigungsanlage geht zurück bis in die Jahre 1250 – 1288. In dieser Zeit soll sie entstanden sein. Und zwar nicht, um sich vor Piraten oder Fremden zu schützen, sondern vor der eigenen Landbevölkerung.

Zunächst baute man wohl den Kruttatorn, der heute das älteste Gebäude der Stadt ist. Im Zuge des Mauerbaus entstand dann lediglich der Kajsartorn. Allerdings gab man der Mauer nicht gleich die Höhe, wie man sie heute vorfindet. Doch schnell stellte man fest, dass zur Verteidigung dringend weitere Türme erforderlich würden.

Zusätzlich grub man drei parallel verlaufende Gräben und schüttete einen umlaufenden Wall auf.  Zur Zeit der Entstehung reichte übrigens noch die Ostsee bis an die Mauer, der zentral liegende Hafen verlandete allerdings mit der Zeit so, dass es heute einen breiten Landstreifen zwischen der Mauer und dem Meer gibt.

So solide nun die Wehranlage war, den Dänenkönig Waldemar Atterdag konnte sie von der Einname der Stadt im Jahr 1361 nicht abhalten. Angeblich soll er einen Teil der Anlage eingerissen haben, um durch die Öffnung in die Stadt zu kommen. Ob es stimmt? Immerhin wird ein Teil der Mauer, die eine andere Konsistenz aufzeigt, heute ach Waldemar Mauer genannt, weil die Dänen das entstandenen Loch natürlich wieder verschließen ließen. 

Bis heute verwandelt die aus hellem Kalksandstein errichtete 12 Meter hohe Mauer mit ihren mehr als 50 Wachtürmen, den imposanten drei Stadttoren und Brücken die schöne Mittelalterstadt Visby in eine märchenhafte Anlage. Um so lohnender ist es, einmal dieser Wehranlage auf etwas dreieinhalb Kilometer Rundweg zu folgen. Das ist von außen wie auch von innen mehr als nur einen Spaziergang wert, abwechslungsreich kann man immer wieder wechseln. Zwischendurch gibt es immer wieder Möglichkeiten, auf einen der Türme oder auf die Mauer zu steigen und von hier aus über die Stadt, einen Teil der Insel und weit über die Ostsee zu schauen.

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