Visby

Gotland entdecken | Der Galgenberg ( Galgberget )

Gotland | © mare.photo
Gotland entdecken. Bald gibt es auch hier unsere Bilder vom Originalschauplatz | © mare.photo
Das Mittelalter bestand auch auf Gotland nicht nur aus bunten und romantischen Märkten und malerischen Hütten und Häusern, Holzbooten mit Leinensegeln. In dieser Zeit war oft Not zuhause und es gab auch dort zahlreiche kriminelle Delikte.

Es gab noch keine Justiz in der heutigen Form, aber eine strenge Gerichtsbarkeit. Übel sollte ausgerottet werden und abschrecken. Dazu gehörten öffentliche Folter, um zu hören, was man hören wollte und auch Hinrichtungen. Entweder wurden die Menschen geköpft oder gehängt ( im früheren Sprachgebrauch auch: gehenkt). Verantwortlich für die Ausführung dieser Art der Todesstrafe war der Henker, während ein Schafrichter für das Köpfen zuständig war.

Vor den Toren der Stadt Visby hat man also einen Ort gesucht, der zum einen die Anwohner nicht störte, zum anderen aber auch von der Stadt und vom Meer her sichtbar war, denn die erhängten Menschen blieben eine Zeit lang am Galgen, um andere abzuschrecken. Der so benannte Galgenberg (Galgberget) bot sich dazu förmlich an.

Diese Hinrichtungsstätte war bis 1845 in Betrieb, bis heute besteht dieser Ort des Grauens noch fast vollständig. Umgeben von einer niedrigen Ringmauer stehen die drei aus Steinsäulen gefertigten Galgen auf der Anhöhe oberhalb der Küste. In der Zeit der Nutzung verbanden Holzbalken mit entsprechenden Haken die drei Säulen, an denen die Stricke für und mit den Verurteilten und ihren hier vollstreckten Urteilen hingen.

Offenbar wurden zahlreiche Hinrichtungsopfer unmittelbar am Ort ihrer Tötung vergraben, Archäologen  des Visby Museum Fornsal fanden hier Knochenreste von etwa 30 Menschen.  

Heute ist dieser Platz umgeben von dem einzigen kommunalen Naturschutzgebiet Gotlands mit einer Größe von 55,2 Hektar. Die Landschaft ist karg und felsig, gelegentlich wachsen Büsche. Zu den jährlich stattfindenden Mittelalterwochen im August befindet sich hier das Zeltlager derSociety for Creative Anachronism, einer internationalen Gruppe, die sich mit dem Mittelalter des 17. Jahrhunderts beschäftigt.

Ganz in der Nähe befindet sich einer die zahlreichen Kalköfen Gotlands und die Speedwaybahn.

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