Schiffssetzungen

Gotland entdecken | Barshalder Schiffssetzung (skeppssättning)

Barshalder Gräberfeld oder Barshalder Schiffssetzung- beides ist richtig und beides befindet sich in direkter Nachbarschaft. Und das schon sehr sehr lange. Nicht nur, dass es sich bei dieser Grabanlage um den größten prähistorischen Fund Gotlands handelt, vielmehr verbindet dieses Grabdenkmal auch die Epochen aus der Steinzeit, also ewig vor unserer Zeitrechnung, und aus der Wikingerzeit, also etwa 375 bis 11 nach Christi Geburt.

Zwischen Grötlingbo und Fide gelegen befinden sich an diesem Ort etwa 500 Gräber. Insgesamt erstrecken sich die zahlreichen Gräber aber über eine Länge von etwa zwei Kilometer. Damals hatte man augenscheinlich noch Platz und ebnete die Friedhöfe nicht gleich nach 30 Jahren wieder ein. Nun begann man ab 1828, die Totenruhe durch die Archäologen zu stören und entdeckte spannendes:


Zum einen förderte man zahlreiche Gegenstände aus der Eisen- und Wendelzeit zutage, allesamt also in den ersten 1000 Jahren nach Christi Geburt. Natürlich lernte man auch im Laufe der 48 Ausgrabungen und ging immer sorgfältiger mit den Funden um. So entdeckte man die Überreste eines Mannes in voller Kampfmontur, an seiner Seite ein zweischneidiges Schwert. Aber auch ein Ortband zum Schutz der Spitze der Waffenscheide aus Bronze, ein Schildbuckel zum Schutz der Faust als Teil seiner Rüstung, einige Pfeilspitzen und drei Speerspitzen, dazu noch eine silberne Gürtelschnalle.

Dieser Ritter oder Wikinger lag in einer Sandsteinkiste, aus Platten zusammengefügt.

Nahe des Gräberfeldes befindet sich aber auch eine Schiffssetzung mit einer Länge von etwa 19 Meter und einer Breite von viereinhalb Meter. Die Steine haben eine Höhe zwischen einem Meter und 1.35 Meter. Insgesamt ist diese Steinsetzung sehr gut erhalten.

Im direkten Zusammenhang gibt es einen weiteren Steinkreis, er hat etwa sechs Meter Durchmesser und eine Höhe bei zwei einzelnen Steinen bis zu einem halben Meter.

Zwischen der Schiffssetzung und der Landstraße 142 gibt es noch eine weitere Besonderheit, den Brödstajnen, einen drei Meter hohen Steinblock mit einer Grundfläche von vier mal vier Meter.

Einst sollen an dieser riesigen Grabstätte etwa 2500 Gräber gelegen haben. Doch Rodungen oder Landwirtschaft haben einen großen Teil solcher Totenstätten zerstört. Die Schiffssetzung in dieser Anlage ist übrigens die südlichste der Insel Gotland.

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