Stadt

Geesthacht

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Geesthacht hat schon immer einen Hang zu unkontrollierbarer Energie gehabt. War es erst der schwedische Alfred Nobel, der hier seine Erfindung produzierte und später der schwedische Energieriese Vattenfall, der hier aus Atomkraft Strom produzierte: Beides will die Stadt Geesthacht irgendwie hinter sich lassen, denn sie hat genug andere Sehenswürdigkeiten, die es wert sind, entdeckt zu werden.

Geesthacht liegt ein wenig im Schatten von Hamburg, doch völlig zu unrecht. Geesthacht ist eine kleine Stadt an der Elbe, die es noch ganz schön weit bis zur Nordsee hat. Ganze 142 Kilometer hat die Elbe hier bis zur Mündung noch vor sich. Das mag man sich gar nicht vorstellen, wenn man sieht, dass Ebbe und Flut sich auch noch hier deutlich bemerkbar machen.

Schleuse

HerzogtumLauenburg_Geesthacht_BarkassePiepDem Einfluss von Ebbe und Flut musste man einfach einen Riegel vorschieben und so baute man in Geesthacht in die Elbe das große Wehr. So ist es möglich, die Elbe unabhängig von den Gezeiten schiffbar zu halten und die Einflüsse zu kontrollieren. Seit 1957 müssen die Schiffe nun durch die 239 Meter breite Schleusenanlage, um von der Oberelbe in die Mittelelbe zu gelangen wie auch umgekehrt. Doch das Nachsehen hatten die Fische in der Elbe. Für sie ist ein solches Stauwehr ein fast unüberwindbares Hindernis. Um die Ökologie des Flusses zu verbessern, entstand im Jahr 2010 die größe Fischtreppe Europas, die die kleine Fischtreppe ablöste. So können seit dem auch kleinere Fische wie Stichling oder Stint ungestört ihres Weges ziehen. Mittlerweile sind über 40 Fischarten im Bereich der Fischtreppen nachgewiesen.

Museumsbahn

Die alte schwarze Lady, „Karoline“, die pustet und schnaubt, zischt und faucht und zieht in ihrem Alter von 80 Jahren noch ganz schön an. Im Jahr 1945 wurde sie für die dänische Staatsbahn gebaut. Sie ist ganz vorne dabei, wenn der historische Zug Bergedorf-Süd verlässt und Fahrt nach Krümmel aufnimmt. Sie ist der Star der Geesthachter Museumsbahn und gehört seit 1980 hier zur Familie.

Seit 1985 geht sie nach einer Generalüberholung regelmäßig auf Strecke und falls sie mal nicht so gut kann in ihrem Alter, dann hilft ihr eine der beiden anderen Dampf- oder der drei Dieselloks aus. Die sind zwar auch nicht jünger, aber ziehen sozusagen am gleichen Zug. 17 Waggons gehören zur Museumseisenbahn Geesthacht, davon stehen allein sechs Fahrzeuge unter Denkmalschutz.

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Ein grüner Zweiachser mit 46 Sitzplätzen ist das älteste Fahrzeug und stammt aus dem Jahr 1907. Er war von Anfang an bei der Bergedorfer-Geesthachter Eisenbahn, wurde aber später an eine andere Gesellschaft verkauft. Doch die Eisenbahnfreunde der Museumsbahn erinnerten sich und holten den Wage zurück zu seinen Wurzeln. Die Geschichte der Geesthachter Eisenbahn liegt lange zurück. In den Jahren 1906 bis 1953 sorgte sie für den Linienbetrieb auf der Strecke Bergedorf-Geesthacht. Doch dann wurde die Verbindung eingestellt. 

Als sich im Jahr 1975 dann zwölf Eisenbahnfreunde trafen, gründeten sie den Verein und sorgten dafür, dass bereits zwei Jahre später schon der erste Zug wieder rollte. Heute werden an mehreren Wochenenden in den Sommermonaten Touren angeboten. Dann geht es in dem liebevoll restaurierten Bahnhof Bergedorf-Süd los und man erreicht nach einer abwechslungsreichen Fahrt den schönen Bahnhof Geesthacht mit seiner restaurierten Fahrkartenausgabe. Im gegenüberliegenden Lokschuppen kümmern sich die Eisenbahnfreunde um die Pflege und den Erhalt der historischen Schienenfahrzeuge. Nach einem kurzen Halt geht es dann weiter bis zur Endstation in Krümmel.

Informationen unter museumseisenbahn geesthacht.

Altstadt

Geesthacht erkannte man nach dem Krieg nicht mehr wieder. Hitler hat uns nicht nur „die Autobahnen geschenkt, sondern auch neue Städte“. Kein Haus stand mehr, der alte Lokschuppen ist eines der wenigen Zeugnisse aus der Zeit vor dem Krieg. Aber auch das Krügersche Haus, ein historisches Fachwerkgebäude, erzählt von der Geschichte der Stadt. Filme und Exponate zeigen das Leben der ersten Siedler und berichten über die Besetzung von Geesthacht nach dem Zweiten Weltkrieg. Alfred Nobel gründete hier seine erste Sprengstofffabrik. Hiervon erzählt auch das Industriemuseum in Gesthacht.

Informationen gibt es unter industriemuseum geesthacht.

Der unsägliche Siedewasserreaktor in Krümmel und der Versuchsreaktor machten Krümmel sehr bekannt, seit 1983 in Betrieb wurde das Kernkraftwerk im Jahr 2011 endgültig abgeschaltet. Während meiner Ausbildung habe ich Zeichnungen für dieses Kernkraftwerk erstellt. So bleibt es mir auf besondere Weise in Erinnerung.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.