Gartenrouten

Gartenroute Kiel

Kleiner Kiel | © weites.land
Kleiner Kiel | © weites.land
Forstbaumschule

Der Name macht dem Park alle Ehre, denn es ist ein echter Baumpark. Wiesen, Teiche, große Lichtungen und diese vielen, bis zu 200 Jahre alten Bäume zieren den bei Jung und Alt so beliebten Stadtpark „Forstbaumschule“. Entstanden ist er im Jahr 1898, um die Waldwirtschaft zu fördern. Etabliert hat sich hier  schon 1904 / 1905 eine Gastwirtschaft mit dem weit bekannten und beliebten Biergarten. Ab dem Jahr 1958 wurde der Park um den Diederichsenpark erweitert und reicht nun bis hinunter zur Förde. Anstelle der mit Blumen geschmückten Aussichtsterrasse stand von 1867 bi s1944 die Villa Forsteck. Vermutlich wurde sie Opfer der Bomben auf Kiel.  Heute genießt man hier einen weiten Blick über die Förde und den Tirpitzhafen.

Alter Botanischer Garten
Alter Botanischer Garten Kiel | © weites.land

Alter Botanischer Garten Kiel | © weites.land

Konnten Sie sich vorstellen, den gebirgigsten botanischen Garten Deutschlands ausgerechnet in einem der flachesten Bundesländer vorzufinden? Nämlich hier, in Schleswig-Holstein? Er beginnt fast auf Meersnievau, unweit der Kieler Förde und führt auf seine Anhöhe zu dem spätromantischen Aussichtspavillion aus dem Jahr 1891.

Von hier aus hat man, wenn man vor lauter Romantik nicht anderen Beschäftigungen und Träumereien nachgeht, einen unvernebelten Blick auf die Förde und seinen Hafen. Zwischen 1878 und 1884 ist diese Parkanlage entstanden un ist mit malerischen Gehölzgruppen und schönen Teichen angelegt. Seltene Bäume wie Küstenmammut und der Amur-Lorkbaum säumen die verschlungenen Wege. Eine Ansammlung von Sträuchern, Blumen und Kletterpflanzen verzaubert mit ihrer vielfältigen Blütenpracht.

Schrevenpark

Am Schrevenpark zu wohnen, das ist schon etwas besonderes. Umgeben von vielen schönen Altbauten entstand dieser beliebte Kieler Park in den Jahren 1900-1902. Hier ging es für die Stadtbewohner auf geschwungenen Wegen entlang von Schmuckgärten und Blumenbeeten. Man zeigte sich auf der Uferpromenade des Schreventeiches. Zu der Zeit war es beliebt, mit dem Boot über das Wasser zu gleiten. Mit der späteren Umgestaltung zogen ein duftender Rosengarten und ein Planschbecken in den Park. Heute ist der Park einer der größten Freigehege für Wasservögel in Deutschland.

Bäume wie die Persische Eiche oder die Schlitzblättrige Buche sind zum Teil über 100 Jahre alt. Im Jahr 1901 wurde in einem Zeitungsapell um Bäume für den Schrevenpark gebeten. So stifteten die Kieler Gartenbesitzer einen Großteil des Baumbestandes. Spätere Umgestaltungen brachten einen duftenden Rosengarten, ein Planschbecken und eines der größten Freigehege in Deutschland für etwa 20 Gänse- und 30 Entenarten in den Park. Erhalten ist ein interessanter 100-jähriger Baumbestand, darunter Persische Eiche und . Über 100 dieser Bäume wurden nach einem Zeitungsappell 1901 von Gartenbesitzern zur Parkverschönerung gestiftet.

Im Rosengarten befindet sich die Skulptur der „Schlummernden“ (1911/26). Ein kleines Wasserspiel unterhalb der Holzbrücke leitet zum Ufer des Teiches. Etwa zwei Drittel des Schrevenparkes bestehen aus dem Schreventeich. Dieser hatte schon immer eine besondere Bedeutung für Kiel. Früher war die Stadt noch nicht in dem Maße ausgedehnt wie heute, der Teich lag also weit vor der Stadt. Im Volksmund war er „s grevensdiek“ – „des Grafen Teich“, das führte im Laufe der Zeit zur Bezeichnung „Schreventeich“. Im Zeitraum 16.–18. Jahrhundert führte eine Wasserleitung, bestehend aus ausgehöhlten Baumstämmen, zum Schlossgarten an der Förde und versorgte dort die Brunnen und Wasserspiele.

Im Jahr 1862 kaufte die Stadt den Teich, um ihn für die eigene Wasserversorgung zu nutzen. Er wurde vergrößert und vertieft. Im Stadtmuseum Warleberger Hof in der Dänischen Straße 19 ist aus dieser Zeit eine Zisterne des Versorgungssystems. Im Jahr 1901 entstand gegenüber des Parkes an der Goethe- und Humboldtstraße das städtische Elektrizitätswerk. Das Wasser des Schreventeiches diente zur Kühlung der Dampfmaschinen. Mit der Stadtentwicklung entstanden rund um den Schrevenpark großbürgerliche fünf- bis sechsgeschossige Gebäude für Hohe Beamte, Offiziere, Unternehmer, Ingeneure und Kapitäne.

Bereits 1897 wurde das Gebiet um den Schreventeich als Stadtpark ausgewiesen, der auch für die Bewohner des Lessingplatzes und Arndtplatzes gut erreichbar sein sollte. Der Park ist gestalterisch ein Hohenzollernpark und hatte den Kölner Stadtwald zum Vorbild. Eine seiner Aufgaben war die Erhaltung und Steigerung der Volksgesundheit durch das Bereitstellen von Spiel-, Sport- und Erholungsflächen. Spekulanten waren sich der Wertsteigerung der Immobilien im Schatten dieses Parkes sicher. Auch heute ist die Gegend um den Schrevenpark eine populäre Wohngegend geblieben. Der Park selbst hat einen imposanten Baumbestand mit über 90 verschiedenen Gehölzen, darunter der Tulpenbaum oder der weißbunte Bergahorn. Früher umgaben Silberahornbäume den gesamten Park. In Teilen ist dieser Bestand erhalten geblieben.

Kleiner Kiel / Hiroshimapark

Der Kleine Kiel war früher ein Meeresarm, der Bootshafen und Förde verband. doh Kiel brauchte Platz und so schüttete man ab 1862 den größten Teil dieser Fläche zu. Darauf baute man das Opernhaus, den Rathausplatz und die Parkanlage Kleiner Kiel, Hiroshimapark und Ratsdienergarten. Durch den Park führt ein Weg vorbei an einem Brunnen aus dem Jahr 1912.

An diesem befinde sich Reliefszenen aus dem Werk des plattdeutschen Dichters Klaus Groth, der in den Jahren 1819 – 1899 lebte. Der park läd zum Verweilen ein und fasziniert mit der Wasserinstallation „Changing Invisibility“ des dänischen Künstlers Jeppe Hein. Magisch schießen die Wasserstrahlen empor und lassen die Besucher trocken in die Mitte und auch wieder heraus. Der Name des Hiroshimaparks steht für das Gedenken des unsäglichen Massenmordes durch die verdammte Atombombe, aber in ihrem Grün auch für die Hoffnung für eine friedlichere Zukunft ohne Atomwaffen.

Volkspark Gaarden

Die Werftarbeiter der kaiserliche Marine sollten sich erholen und so schuf man auf kaiserliche Anordnung im Jahr 1899 den Volkspark für die Bediensteten der Werft. Der Werfterholungspark verfügte über ein Erholungshaus mit Festsaal und einem malerischen Karpfenteich. Ein von Bäumen gesäumter Platz diente den Jugendspielen und sogar ein Bärenzwinger ergänzte die  Attraktion. In den 20er Jahren wandelte sich der Volkspakr in einen Park für Sport und Spiel. Im Jahr 1999 gab es eine weitgehende Umgestaltung, heute  präsentiert sich die Anlage mit großzügiger Liegewiese, beschaulichen Sitzplätzen und Spielbereichen mit Planschbecken. Stauden hüllen den Park immer wieder in ein imposantes Farbenmeer.

Holtenau am Thiessenkai

F1000089Wir fahren gern nach Holtenau, entweder mit dem Auto oder mit der kleinen Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Dann geht es in den Schleusengarten mit seinen Enten und Gänsen und dem Blick auf den Arbeitshafen des Nord-Ostsee-Kanals. Flösse schwimmen hier und warten, als Bauholz im Kanal eingesetzt zu werden. Doch wird immer mehr Stahl und Beton eingesetzt, so, dass dieses gewohnte Bild sicher irgendwann verschwinden wird.

Aber es ist schön, hier zu sitzen und nachher die wenigen hunert Meter zum Leuchtturm Holtenau zu gehen. Ein Stück des alten Eiderkanals liegt vor uns, er läuft hier parallel zum Nord-Ostsee-Kanal und erzählt ein wenig die Geschichte dieser alten und historischen Verbindung. Obstbäume im Park erinnern heute an die ehemaligen Kleingärten der Kanalarbeiter an dieser Stelle, heute kann sich kein Arbeiter mehr diese wohngegend leisten. Sie ist einfach schön und deswegen einfach teuer.

Wir laufen die Strecke bis zum Leuchtturm, entlang des Thiessen-Kai. Hier wurden früher die Schiffe für die Reise ausgestattet. Heute ist die Kopfsteinpflasterstraße entlang des Hafenbeckens eine kleine Flaniermeile geworden. In der Saison liegen hier oft historische Segler am Kai. In Sichtweite kommt es dann, eines der schönsten Seezeichen der Welt, der Leuchtturm Holtenau. Mit dem Kanalbau entstand er, auf der grünen Anhöhe, die mit dem Aushub des Kanals geformt wurde. Kaiser Wilhelm I sorgte für den Kanal, der in den Anfängen nach ihm benannt wurde. An diesem Platz, da genießt man einfach das Flair und den Blick auf die Hafen- und Kanalausfahrten. Und dann kommt man wieder. Und wieder und wieder. Weil es schön ist, einfach nur schön.

Gut Knoop
Gut Knoop | © weites.land

Gut Knoop | © weites.land

Von Kiel-Holtenau fahre ich den Kanal entlang, in einer Rechtskurve weist mir ein Schild den Weg zum Gut Knoop. Ich parke auf dem ausgewiesenen Platz aus Kopfsteinpflaster und Gras bestehend. Meine Blicke schweifen zu dem imposanten Gutshaus, den gepflegten Wohngebäuden und Stallungen. Pferde schauen vereinzelt aus der Box und genießen die Sonnenstrahlen. Der Hofhund kommt mir entgegen, lässt sich streicheln und ich spüre die Betriebsamkeit eines Samstagmorgens. Wie es wohl in seinen Ursprüngen hier zugegangen ist, hat doch dieses Gut eine lange Geschichte.

Die umlaufenden Wassergräben erinnern mich, dass es sich hier in den Anfängen um ein Wasserschloss handelte. Ja, dieser Flecken Erde hat Geschichte. Und die geht bis in das 14. Jahrhundert zurück, als sich hier wie auch in Emkendorf Treffpunkte literarischer Kreise bildeten. Das Gut Knoop selbst wurde bereits im Jahr 1322 erstmals urkundlich erwähnt. In den Jahren 1795 bis 1800 entstand das neue Herrenhaus im klassizistischen Stil durch Heinrich Graf Baudissin. Entworfen wurde es von dem dänischen Architekten Axel Bundsen. Geprägt ist das Gebäude von der imposanten, auf Pfeilern getragenen Vorhalle an der Hauptfront des Gebäudes.

Dichter wie Herder oder Klopstock besuchten das Gut im 18. Jahrhundert. Einen Besitzerwechsel erlebte es im Jahr 1866, als an den Kaufmann Ingward Martin Clausen veräußert wurde. Im Jahr 1903, also wenige Jahre nach der Inbetriebnahme des Kanals vor den Pforten des Gutes, kaufte der Bremer Tabakkaufmann Heinrich Gerhard Richard Hirschfeld das Gut, dessen Nachkommen noch heute hier leben. Der Krieg machte auch vor Knoop nicht halt, Brandbomben zerstörten die Anlage, doch wie durch ein Wunder blieb das Herrenhaus verschont.

Nach dem Krieg beschlagnahmte das englische Militär das Gutshaus und nutzte es als Offizierskasino, Lazarett und Stabsstelle. Später zog das Landesamt für Denkmalpflege hier ein und verweilte einige Jahre. In den 1960er Jahren begann man mit der grundlegen Restauration des Herrenhauses. Mehrere Wohngebäude und Stallungen, immer noch umgeben von den alten Wassergräben, geben diesem Gut eine entspannte Lebendigkeit. So sind heute Räume im Rahmen von kulturellen oder privaten Veranstaltungen zugänglich. Auf Wunsch werden auch Führungen durch das Herrenhaus angeboten. Weitere Informationen gibt es unter www.gut-knoop.de

Skulpturenpark Seekamp

Skulpturen findet man heute in Schleswig-Holstein an jeder Ecke, könnte man meinen. DAs ist nicht so ganz von der Hand zu weisen, aber zugeben muss man, dass sie die Gärten bereichern. Ganz besonders auch diesen- auf Gut Seekamp. Die alte Lindenallee schürt die Erwartungen und und die Wächterin, in stein gemeißelt, sie nimmt uns mit, gedanklich, zu den anderen 12 Großskulpturen. Sie leben harmonisch mit ihren Anverwandten, den Bäumen.

Einer davon ist die alte ehrwürdige Linde und dann die 200 Jahre alte, prächtige Platane. Euh breitet sich aus und wir nehmen leise Platz auf diesen großzügigen Sitzen. Früher einmal, da war das hier ein echter Gutshof, da gab es keine Pausen- da wurde geschuftet. Doch dann kam er, der Maler Hans Olde. In seiner Zeir 1855 – 1917 war das hier sein zuhause und der Gutshof wurde zum Musenhof.  Die Enkeltochter Anna Olde trug die Gedanken ihres Großvaters in sich und machte mit ihrem Ehemann Hans Kock aus dem Hof eine von Kunst getragene Begegnungsstätte. Man mag die Namen wieder vergessen, aber die Schönheit dieser Anlage, die bleibt. Und irgendwann, da fühlt man die Erinnerung, an diesen Ort.

Künstlermuseum Heikendorf

Hier also lebte einmal ein Künstler. Wem es etwas sagt- Heinricht Blunck hieß er und er war Maler. Hier war seine kleine Küsntlerkolonie Heikendorf.  Den Maler gibt es nicht mehr, aber seine Bilder, sein Haus und sein Garten. Und Künstler, die haben einfach ein Händchen für was schönes. So lohnt sich ein besuch des Gartens mit seinen riesigen Schneeglöckchen, den Darwintulpen und den eigenwilligen Kletterrosen. Heute ergänzen Skulpturen der Bildhauerin Karin Hertz den Garten. Und er hat so viele Menschen in sein Herz geschlossen, dass sie ihn ehrenamtlich pflegen. Und das hält den Maler- wie war noch sein Name- noch lange lebendig.

Freilichtmuseum Molfsee
Freilichtmuseum Molfsee

Freilichtmuseum Molfsee

Es liegt vor den Toren der Stadt Kiel und ist eine Dauerkate wert. Wie ein kleines Dorf liegt hier das größte Freilichtmuseum Molfsse, idylisch eingebettet in die malerische Landschaft der Eider. Über 70 historische Gebäude aus dem gesamten Schleswig-Holstein erzählen hier ihre Geschichte und die ihrer ehemaligen Bewohner und Eigentümer.

Einige Dutzend alte Bauernhäuser mit ihren zugehörigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden wechseln sich ab mit Meierei, alter Schule, Windmühlen oder dem großen Torhaus. Auch eine Holzofenbäckerei, die Schmiede, Töpferei oder Räucherkate machen das Dorfleben von früher spürbar. Ein Spaziergang führt auf schönen Wegen, entlang von kleien Koppeln mit ihren Pferden Ziegen und Eseln von einem Haus zum nächsten. Schön angelegte und blühende Gärten, die alten Geräte  und Wagen bieten für Fotobegeisterte Motive ohne Ende. Das Museum ist erlebbar und man darf sich aktiv in die Zeit zurück versetzen, wenn man das frische Brot aus dem Steinofen  probiert oder dem Korbmacher beim Flechten des eigenen Korbes zuschaut.

Die Weberin und der Sschmied lassen uns ebenso bei ihrer Arbeit über ihre Schulter schauen, während nach alt hergebrachter Art in der Kate die Fische räuchern. Die Historie der hier gezeigten Gebäude geht bis ins 16. odet 19. Jahrhundert zurück. Dabei wird genauso sie Geschichte im Leben eines nordfriesischen Armenhauses erzählt wie die einer wohlhabenden Familie auf dem Lande. In einigen der Gebäude greifen Einzelausstellungen bestimmte Themen auf, beispielsweise über altes Spielzeug, das Mühlenwesen oder das Leben eines Sylter Walfang-Kommandeurs. Ein Kleinod ist auch die alte Apothke mit der kompletten Einrichtung und dem liebevoll hergerichteten Kräutergarten. Zu einem Dorf gehört seither auch ein echter Jahrmarkt und der ergänzt die Sammlung natürlich auch hier.

Ein Kettenkarussel und eine Schiffschaukel sind ein Spaß für Jung und ewig Junggebliebene.Das Freilichtmuseum hat sogar einen eigenen Nahverkehr. Ein Traktor zieht die Wagen und einen Transportanhänger und jeder, der mag, kann kostenfrei mitfahren. Das mittlerweile über 50 Jahre alte Freilichtmuseum bietet regelmäßig Ausstellungen, Workshops und Führungen an, bei denen das z.B. Wissen über die Korbmacherei, alte Handarbeitstechniken, die Uhrmacherei , Kräuterkunde oder Imkerei vermittelt wird. Schon Tradition sind die vielen begleitenden Märkte vor der Kullissse des Freilichtmuseums. Informationen gibt es unter freilichtmuseum molfsse .

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.