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Fuji Instax Mini Monochrom oder: wir lieben Retro

Polaroid war gestern. Und was gestern war, erfreut sich zunehmender und damit heutiger Beliebtheit. Wie aus dem Nichts war Fuji seit jeher mit dem Sofortbildbereich präsent und bietet seit einigen Jahren in derzeit zwei Formaten das Instax-System an. Während im Biergarten die Menschen mit ihren neuesten Digitalkameras links liegen gelassen werden, fliegen die Herzen den beiden Mädels zu, die spontan mit ihrer Instax-Kamera ein Bild machen und bestaunen.

Warum das so ist, kann man nicht beschreiben, man sollte es erleben. Während das Betrachten der digitalen Bilderflut zu höflich zelebrierter Langeweile führt, kann man beim Anblick eines Sofortbildes kaum anders als begeistert schmunzeln.

Nun lieben wir sowohl unsere Polaroids, aber fotografieren auch liebend gerne mit den Instax-Kameras. Vor allem sind wir dem Instax Mini Monochrome verfallen.

Das kleine Format erinnert an die alten Alben meiner Eltern und Großeltern und der bläulich kühle Unterton dieser Hochglanzbilder entwickelt seinen ganz eigenen Charme.

Nun haben wir begonnen, die schönsten und wichtigsten Orte Flensburg mit eben jener Fuji Instax Mini in schwarz-weiß zu portraitieren und auf diese Art in unserer neuen Serie vorzustellen.

Der kleine Hebel startet die Kamera, leise fährt das Objektiv heraus, auf der Rückseite stelle ich schnell den Nahbereich ein und dann geht´s los. Gut gelaunt, wie unsere Kleine ist, drücke ich den Auslöser und fange sie ein. Ein kurzes Erschrecken beim leichten Blitz in der Wohnung, dann ihr Lächeln und so klein sie ist, will sie nach dem Bild greifen, welches mit sanften Getöse seitlich die Kamera verlässt. Noch ganz blass kommen zunehmend die Konturen zum Vorschein, nach etwa 2-3 Minuten ist es ausbelichtet und wir tun das, was wir eigentlich immer bei einem frischen Sofortbild machen: Wir strahlen.

Leicht nostalgisch anmutend, spürt man in diesem Bild, reduziert auf seine Grauwerte, wie warm sich genau die eingefangene Situation anfühlt.  Wir halten das Bild fest, suchen den nächsten Augenblick, um uns wieder zu nähern, Kontakt aufzunehmen und abzudrücken. Jeder Augenblick wird zum zweiten Augenblick. Beim Betrachten durch den Sucher und dann beim Bestaunen des Bildes. Klein, unvollkommen und quälend sympathisch. Jeder Moment unwiderbringlich. Eines dieser Bilder zu verschenken, fast unmöglich. Schon vor der Geburt unseres Kindes war für mich kar, unsere Tochter mit einer Sofortbildlkamera zu begleiten. Und ich freue mich auf den Moment, wo sie ihre eigene Instax Mini in den Händen hält und mit seinen Sofortbildern zeigt, wie sie die eigene Welt sieht.

Vielleicht wirds auch eine Leica Sofort, zugegeben eigentlich zu teuer, aber fröhlich frech und bunt, mit Instax-Filmen, die dann Leica Instant heißen. Der Spaß ist unbezahlbar, dem einen zu teuer, uns ist er es wert.

Von analog zu digital

Nun haben wir zahlreiche Aufnahmen gemacht und sind ohne Ausschuss ausgekommen. Doch wie schaffe ich, diese analogen Sofortbilder auch für diesen Artikel sichtbar zu machen? Das ist nicht ganz so einfach.

Ein Flachbettscanner ist das naheliegende. Doch liegt der weiße RAhmen minimal höher als das eigentliche Bild, zudem sind Instax-Bilder nicht unbedingt plan.

Als ich einen Scann anschaute, wollte ich das Projekt „Instax Your Flensburg“ schon aufgeben. Aber es blieb noch das Abfotografieren. Und das habe ich bei diesen Bildern mit einem Reprostativ gemacht. Allerdings muss man auf die Spiegelung im Bild achten, da Instax-Bilder Hochglanzbilder sind. Diffuses Licht und idealerweise eine dumpfe Tonpapierabdichtung mit einem Loch einzig für das Objektiv sind dazu eine Maßnahme. Wir sind jedoch noch in der Testphase, das Optimum auszuloten und werden dazu an dieser Stelle berichten.

 

 

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