Inseln

Föhr

Föhr | © Atelier Michelle
Föhr Atelier Michelle | © Föhr Tourismus GmbH

Als ich zum Ende meiner Schulzeit in Betzdorf mit meinem Jahrgang nach Wyk auf Föhr sollte, fehlte mir die Lust. Viel Überredungskunst meiner Eltern und Lehrer bewogen mich, dennoch zu fahren. Seitdem habe ich diese Insel bereits vier Mal besucht – zu unterschiedlichsten Jahreszeiten und ganz freiwillig.

Wyker Leuchtfeuer an der Promenade

© Föhr Tourismus GmbH

Föhr ist die zweitgrößte der nordfriesischen Inseln, sie ist flach, fast rund und reich an Grün. Geschützt eingebettet durch Amrum und Sylt und die benachbarten Halligen hat sie bei Sturmflut nicht viel auszustehen. Ich musste mich hin und wieder daran erinnern, hier auf einer Insel zu sein.

Auch, wenn das Schullandheim gleich gegenüber dem Flugplatz liegt, standesgemäß sind wir mit Bahn und Schiff angereist und so habe ich es auch in den folgenden Besuchen gehalten. Das Auto bleibt auch heute noch auf dem Festland.

Los geht es mit dem Schiff ab Dagebüll, 50 Minuten durch das Wattenmeer, begleitet vom Rufen der Möwen, dem Brummen der Schiffsmotoren und dem leichten Schlagen der Wellen. Der grau-blaue Himmel über uns und die Gischt des Wassers, durch das das Boot hindurch pflügt. Die Zeit geht so schnell vorüber, schon erreichen wir Wyk, die Inselhauptstadt.

Hier war ich schon im Sommer in besagtem Schullandheim, zu Sylvester mit Freunden in einem Ferienhaus, im Herbst zum Fotografieren und auch im beginnendem Frühjahr in stürmischen Zeiten: Föhr hat uns immer gefallen. Schon als Kind war mir der Friesennerz ein Begriff und vielleicht hat dieser Gummimantel seinen Namen, weil die Friesen jedem Wetter trotzen. Und so vielfältig wie die Jahreszeiten, so vielfältig ist auch die Insel mit ihren Angeboten. Dabei ist sie aber immer eines geblieben: ein Stück nordfriesischer Seele.

Die Insel Föhr liegt in einer besonderen Lage. Unvermutet wirkt sich selbst der Golfstrom günstig aus und verhilft zu einem milden Reizklima. Menschen mit Atemwegs- oder Hauterkrankungen kommen bevorzugt nach Föhr und genießen hier die heilsame, salzhaltige Luft.

Wie schon gesagt, Föhr ist eine große Insel. Alleine an der Südküste gibt es 15 Kilometer Sandstrand. Auf mehr als 22 Kilometer Deich halten die Schafe das Gras kurz. Neben dem Tourismus spielt die Landwirtschaft eine große Rolle, Ende Mai erstrahlt die 82 Quadratkilometer große Insel in strahlendem Gelb des blühenden Rapses.

Wyk auf Föhr

Faehranleger von Wyk auf Foehr

© Föhr Tourismus GmbH

Wer Föhr meint, spricht oft in einem Zug von Wyk auf Föhr. Wyk ist sozusagen Dreh- und Angelpunkt der Insel. Hier legen die Fähren an und auch wieder ab, von hier geht es nach Amrum oder ans Festland. Wyk ist auch Ablegestelle zu den Seehundbänken oder zu den Halligen.

Und- Wyk ist seit 1819 Seebad und gehört damit zu den ältesten Seebädern in Deutschland. Selbst der dänische König Christian VIII war so angetan von Wyk, dass er Mitte des 19. Jahrhunderts den Sommer mit seinem gesamten Hofstaat hier verbrachte.

Aus dieser Zeit stammen auch noch die imposanten Jugenstilvillen und die malerischen, kleinen Inselhäuser.

In Wyk gibt es alles, was man sich in einem Ort nur wünschen kann. Die kilometerlange Promenade führt entlag des Strandes und bietet ein einzigartiges Panorama auf die gegenüberliegenden Halligen Oland und Langeneß.  An der Promenade kommt irgendwann der Musikpavilion, der zu kostenfreien Konzerten einlädt. Wie oft habe ich hier schon gesessen und mich einfach inmitten der reizvollen Seeluft und den Reaggy-Klängen treiben lassen.. Die Promenade ist so lang, dass sie fast bis nach Nieblum reicht.

Neben Einkaufsmöglichkeiten gibt es nette Cafès und die unterschiedlichsten Restaurants, eine große Badelandschaft mit Wellenbad und Sauna und beeidruckende Sehenswürdigkeiten.

Dazu gehört beispielsweise die Friesenkirche St. Nicolau im Ortsteil Boldixum. Ihr Ursprung geht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Immer wieder wurde sie erweitert und fsaziniert heute mit ihrer spätromanischen Architektur und den prächtigen Holzornamenten.

Ein anderer fest einzuplanender Termin gilt dem Friesenmuseum. Wer etwas über die Insel mit ihrer Geschichte erfahren will, muss hier her. Schon der Eingang beeindruckt mit einem riesigen Tor aus den Kieferknochen eines Blauwals. Denn Föhrer Seeleute waren früher Walfänger.

Alkersum

Alkersum gehört zu den ältesten Dörfern der Insel und hat sich zu einem zentralen Treffpunkt für Kunst und Kultur etabliert. Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen und skandivaischen Raum pilgern nach Alkersum. Denn hier werden im Museum „Kunst der Westküste“ Arbeiten der bedeutendsten Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt.

Informationen gibt es unter kunst der westküste auf föhr.

Alkersum hat sich auch unter den Pferdefreunden einen großartigen Namen gemacht. Ein Urlaub mit Pferden auf dieser Insel ist ein ganz eigenes, besonderes Erlebnis. Einige Reiterhöfe sind hier zuhause und bieten Reitstunden oder eine Pferdepension an. Der erste Ausritt durch die grandiose Natur auf Föhr wird bestätigen, wie toll es ist, sich hier auf Trab zu halten. Aber auch für Pferdefreunde, denen wie mir ein solches Tier einfach zu groß ist, um darauf Platz zu nehmen, bietet sich die Kutsche an, um sich zur Verabredung auf den Dorfplatz bringen zu lassen. Ferien auf dem Bauernhof ist eien weitere Variante, in diesem Ort tief in das ursprüngliche und friesisch-familiäre Inselleben einzutauchen.

Borgsum

Borgsumer Muehle von oben

© Föhr Tourismus GmbH

In Borgsum ist die Landwirtschaft zuhause. Der weit sichtbare Hinweis darauf ist die Borgsumer Mühle. Die Nackommen der ehemaligen Müller rissen zu Beginn der 90er Jahre die alte, baufällige Mühle ab und bauten sie originalgetreu wieder auf.

Wunderschöne, reetgedeckte Häuser zieren den Ort mit seinen klassischen Bauernhöfen, im Sommer genießt man in den angrenzenden Feldern den Spaß im Maislabyrint.

 Borgsum umgibt weites Land, endlose grüne Felder und mittendrin eine Erhebung: die Lembecksburg. Ihren Namen gab ihr Ritter Lembeck. Er baute diese Flucht- und Schutzburg als Walanlage gegen die Wikinger. Heute geht es hier sehr friedlich zu, der etwa 10 Meter hohe Burgwall bietet eine herrliche Aussicht auf die umliegende Landschaft.

Dunsum

Dunsumer Vorland auf der Insel Foehr

© Föhr Tourismus GmbH

Klein-Dumsum und Groß-Dumsum bilden im Nordwesten der Insel den Ort Dumsum. Beide Orte liegen etwa einen Kilometer auseinander. Sie sind geprägt von traditionellen Bauernhöfen und den klassischen Reetdachhäusern. Dumsum ist die Empfehlung für Menschen, die sich auf dieser Insel richtig erholen öchten und nach einer ruhigen Umgebung suchen. Familiär geht es hier zu, viele der Ferienwohnungen befinden sich in den Bauernhöfen und den Friesenhäusern.

Der Deich in Groß-Dumsum ist Ausgangspunkt der berühmten Wattwanderungen. Von hier aus geht es fast täglich ins Watt. Eine besondere Tour führt bis Amrum. Das Watt ist einzigartig und spannend, und – es verdient Respekt. Deshalb: Nehmen Sie ausschließlich an geführten Touren teil. Alles andere ist lebensgefährlich. Wir werden in Kürze einen eigenen Artikel über die Besonderheiten des Watt und über wichtiges Verhalten im Watt schreiben- wer die Tücken des Watt beherzigt, wird sehr viel Freude daran haben, wer das Watt unterschätzt- nein, das wollen wir nicht wissen… Also, über die Tourist-Info eine geführte Wattwanderung mit vielen Tipps, Anekdoten und tollen, spannenden Infos und der Ausflug bleibt unvergessen. Versprochen.

Wer lieber trockene und saubere Füße behalten will, läuft den Deich entlang, genießt das Meckern der Schafe und den Blick nach Amrum und Sylt mit der endlosen Weite des Horizonts. Der Deich vor Dunsum ist der Geheimtipp für traumhafte und romantischen Sonnenuntergänge.

Midlum

Föhr, Midlumer Vorland, Wasser, Nordsee, Erika Pflanze, Hintergrund Sylt

© Föhr Tourismus GmbH

Der Ortsname „Midlum“ steht für Mittlere Stätte oder Mittlere Heimstatt und hat seinen Ursprung im Jahr 1462. In Midlum gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in diesem hstorischen und romantischen Friesenhäusern.

Von hier aus geht es in alle Richtungen der Insel, idealerweise zu Fuß oder mit dem Rad. Vor Midlum breitet sich die Weite der Marsch aus. Auch das ist Föhr: weites land.

Nieblum

Nieblum ist einfach nur schön. Mehr kann man zu diesem Ort nicht unbedingt sagen, doch selbst diese Aussage würde seiner wirklichen Schönheit im Ansatz kaum gerecht. Diese traumhaft schönen zierlichen Friesenhäuser mit ihren reetgedeckten Dächern und den üppigen Gärten prägen Nieblum. schöne Allen säuen die Wege und vor dem Ort wartet der feine Sandstrand. Föhr wirbt nicht ohne Grund mit der Karibik des Nordens.

Eine weitere und besondere Schönheit gilt der St. Johannis Kirche  aus dem 12. Jahrhundert von Nieblum. Sie ist die größte Kirche der Insel und wird gern auch „Friesendom“ genannt. Diese lichtdurchflutete Insel mit ihrer maritimen Gestaltung und ihren friesisch herben Gottesdiensten ist doch ein toller Anlass, wieder einmal in die Kirche zu gehen.

Vor der Kirche erzählen die Grabsteine des Friedhofes spannende Biografien der Verstorbenen. An diesen Grabsteinen spiegeln sich Stellung, Lebenslauf und wichtige Ereignisse der Menschen dieses Ortes. Bei aller Faszination dieses Friedhofes ist es aber ein stiller Ort der Andacht und Besinnung auf das Leben nach dem Tod.

Literartur

Oevenum

Dieser Inselort war seiner Zeit vorraus. Kaum vorstellbar, aber hier wurde im jahr 1882 die erste Jugendfeuerwehr Deutschlands gegründet! Nur 11 Jahre vorher, im Jahr 1871, hat man im Ort die Friedenseiche anlässlich des Kriegsende zwischen Deutschland und Frankreich gepflanzt.

Ja, die Insulaner sind ein rauhes und friedfertiges Volk, vielleicht, weil man sich hier auch gut aus dem Wege gehen kann? Immerhin zählt der Ort mit gerade einmal 600 Einwohnern auf einer Fläche von 1.053 Hekar zu den größten der Insel.

Im Sommer findet in Oevenum der wöchtentliche Dorfmarkt statt, der tiefe Einblicke ins heutige Inselleben bietet und manche Kostbarkeit entdecken lässt.

Oldsum

Irgendwo in der Ferne steht erkennbar eine Mühle, die Oldsumer Mühle. Sie ist das Wahrzeichen der Gemeinde mit den drei Ortsteilen Klintum, Toftum und Oldsum und zieht uns irgendwie magisch an. Im Jahr 1700 wurde an dieser Stelle eine Mühle errichtet, doch ein Feuer zerstörte sie knapp 200 Jahre später. Sie wurde 1901 wieder aufgebaut und wra noch bist 1954 in Betrieb. Seit 1972 dient sie als idylischesn Wohnhaus.

Nun sind wir angekommen, bewundern das Wahrzeichen des Ortes, eben diese Mühle, und bekommen ein Gespür dafür, warum die vielen Künstler hier ihre Gemeinde gefunden haben. Die Schönheit dieses Dorfes und die Weite der umliegenden Marschlandschaft hat sie in ihren Bann gezogen. Heut geben sie uns Gästen Einblicke in ihre Ateliers und Werkstätten. Ein kleines Töpfermuseum im Ort unterstreicht die kreative Ader des malerischen Inseldorfes. Die kleine Künstlercafès machen es uns ziemlich schwer, hier wieder zu gehen. Im Ort selbst gibt es idylische und romantische Übernachtungsmöglichkeiten in den zahkreichen Bauerhäusern und reetgedeckten Gebäuden.

Süderende

Föhr, St. Laurentii Kirche, Freidhof mit den sprechenden Grabsteinen

© Föhr Tourismus GmbH

Süderende ist mit seinen 230 Einwohnern ein Friesendorf, wie es friesischer kaum sein kann. Niedliche Friesenhäuser mit ihren charakteristischen Schmalgiebeln säumen die engen Gassen und entführen uns in die Zeit, als diese Häuser von Kaptitänsfamlien bewohnt wurden und zum teil immer noch werden.

Dieser Ort gehört zu den Teilen der Insel, in denen eine ganz eigene Sprache gesprochen wird, das Fering. Es ist die Föhrer Variante der friesischen Sprache.

Eine Berühmtheit der Insel findet sich im Süden des Dorfes. Die St.Laurentii-Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist heute neben dem Gottesdienstbesuch ein Ort wunderbarer kleiner Konzerte, die sehr beliebt und entsprechend schnell ausverkauft sind.

Vor der Kirche finden sich, wie man es öfter auf den Inseln der Seefahrer entdecken kann, die sprechenden Grabsteine. Sie erzählen von Abschied und Wiederkehr, von Walfang und Stürmen und vom hier berühmtesten Toten, den „Glücklichen Matthias“.

Utersum

Sonnenuntergang am Strand von Utersum

© Föhr Tourismus GmbH

Das kleine Dorf Utersum ist schon 600 Jahre alt. Aber das merkt man ihm gar nicht an. Hier treffen sich die Generationen, von der jungen Familie bis zu den frisch gebackenen Rentnern. Wie sschon fast zur Gewohnheit geworden, beeindrucken usn auch hier die urigen Reetdachhäuser und die Beschaulichkeit dieses Ortes.

Das Nordseeheilbad Utersum hat einen Badearzt und ein kleines Kurmittelhaus. Ganzjährig gibt es hier heilsame Kuranwendungen. Die Lage und der Erholungswert haben sich herum gesprochen, so befindet sich in traumfater Lage diesen Ortes sogar die Reha-klinik der Deutschen Rentenversicherung-Bund.

Touristinformation und das Haus des Gstes haben sich hier niedergelassen in dieser beschaulichen Umgebung. Einkehr- und Einkaufsmöglichkieten sind hier so selbstverständlich wie der feinsandige Strand mit Inselpanorama. Gegenüber beeindruckt die Silhuette von Amrum, vor allem, wenn abends die Sonne dort untergeht.

In nördlicher Richtung liegt der einzige Wohnmobilstellplatz der Insel. Informationen dazu gibt es unter wohnmobilstellplatz föhr.

Witsum

Das kleine Inseldorf Witsum hat gerade einmal 42 Einwohner und ist damit die kleinste Gemeinde der Insel. Aber Sie wissen, Juwelen sind auch klein.  Witsum ist so ein Juwel, eingebettet zwischen Wald und Wiesen liegt der Ort am einzigen Fluss der Insel, der Godel. Die ausgedehnte Niederung ist reich an Salzwiesen. Eine Radtour oder ein Spaziergang durch dieses Biotol gibt der Seele Luft und Raum, einmal durchzuatmen und in dieser ruhigen Umgebung zu sich zu kommen.

An der Mündung der Godel befindet sich das reichhaltige Vogelschutzgebiet. Hier kommen Vogelbeobachter ganz auf ihre Kosten.

Wrixum

Nun bin ich beim alphabetisch letzten Ort angekommen und mir bleibt das Schmunzeln über die Ortsnamen  auf Föhr nicht erspart. Neben dem Wyker Ortsteil Boldixum liegt also Wrixum.

So einzigartige die Ortsnamen der Insel sind, so einzigartig und besonders ist auch jedes einzelne Dorf. Im Mittelalter wurde es gegründet und besteht aus vielen kleinen und beschaulichen Gassen. Sie alle führen zur Hauptstraße. Gut erhaltende historische Gebäude und harmonisch integrierte Neubauten versprühen einen ganz besonderen Charme. Nordfriesen fehlt bekanntermaßen das Hektik-Gen und ganz besonders merken wir es hier. Wrixum ist eines der Dörfer, in dem es sehr ruhig und beschaulich zu  geht, eh man in kurzer Zeut sich wieder dem geschäftigen Treiben Wyks hingibt.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.